Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Tagebuch von Major James Elliot Turner
Nightshade
Dienstag, 15. Juni 2004, 22:08
14.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X-2
Orbit um Lunar Secundus, Sol-System, Terra
Verdammt, ich hasse diese Warterei. Sie stecken dich in einen Stahlsarg und katapultieren dich in den Weltraum, sagen dir nur, das sie dir nichts sagen dürfen und brechen die Verbindung ab. Toll.
Ok, der Nachrichtendienst hat diesmal sogar was brauchbares an Informationen poduziert. Laut Einsatzbeschreibung soll die „Bismarck“ mit ihrem Trägerverband sich in Bereitschaft für Unterstützung bereithalten, wenn wir auf Widerstand stossen. In 2 Tagen springen wir mit der 102. Colonial Marine Force nach Scorpio Alpha-3. Die 102., auch bekannt als die „Dancing Dragons“, sind eine Elite-Aufklärungseinheit. 12 Mann. Keine Ahnung wie man mit 12 Leuten einen Planeten erobern soll, aber die Jungs könnten es wohl. Vor 20 Tagen ist die Verbindung nach Scorpio Alpha-3 abgebrochen. Schön, gut, ja, wir alle kennen die Zuverlässigkeit, von kommerziellen Funkanlagen, vor allem wenn es um den Tiefenraum-Funkverkehr geht. Leider ist Scorpio Alpha-3 eine der militärischen Aussenstellen, die für die Raumüberwachung in dem Sektor zuständig ist. Das hat die hohen Herren in der Verwaltung wohl gestört. So sehr, das sie jetzt einen kleinen Flottenverband des deutschen Konsortiums mobilisiert haben. Das sind schon merkwürdige Käuze. Am Boden nur gefährlich wenn sie im grossen Stil mit ihren Panzertruppen landen oder vom Boden aus für Bombardements eingewiesen werden. Ihre Infantrie ist in der Regel hochspezialisiert, aber nicht allzu kampftauglich, eher für Nachschub-Aufgaben geeignet. Aber die Dragons sind auch aus dem Amerikanischen Konsortium. Die sind schon fast nicht mehr unter Kontrolle zu halten. Und ausgerechnet die sind meine neue Einheit. So viel zu meinem ruhigen Alterungsprozess. Ich hatte den Job als Kompanieführer genau zwei Tage, da haben sie schon einen angeschleppt, der wegen Randale und versuchter Vergewaltigung in einer Kneipe einbuchtet werden sollte. Was sollte ich denn machen? Ihn vielleicht erschiessen? Die ganze Truppe hat das wie eine persöhnliche Beleidigung aufgefasst, als ich ihn in eine Zelle bis zum Morgen gesteckt habe. Hab fast gedacht, wie würden sich mit einbunkern lassen.
Jetzt sind sie gerade auf der Schiessanlage des Kreuzers. Hab gestern mit bei der Stabsbesprechung gesessen. Wir sind wohl wichtig genug, die experimentelle Sprunganlage zu benutzen, die um Lunar Secundus kreist. Lunar Secundus...höfliche Beschreibung für einen Felsklotz, der bei einem GAU im Fusionsreaktor in der Mondkolonie rausgesprengt wurde. Die Anlage ist aber beeindruckend, ein grosser Stahlring, der im Erdschatten in seinem eigenen Licht leuchtet. Immerhin ist das Essen hier in dem Stahlkanister brauchbar, was auch die Jungs etwas bei Laune hält. Mal sehen was wird.
Nightshade
Dienstag, 15. Juni 2004, 22:08
15.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X-1
Freier Raum, Solsystem, Terra
Wir gehen gerade in Sprungposition. Ich bin etwas nervös, auch wenn die uns versichert haben, das es keine Risiken dabei gibt. Blödsinn, das sagen die doch immer. Für den Moment ist mein Magen jedenfalls ruhig. Sergeant Decker war vorhin bei mir, wollte wissen, was wir überhaupt für einen Auftrag haben. Musste ihm mitteilen, das die Befehlsausgabe pünktlich um 0600 am Tag X stattfindet. Der hält mich jetzt garantiert für einen Idioten, der mehr auf die Vorschriften gibt, als auf seine Leute. Soll er...wird schon auf mich hören, wenn es ernst wird, ansonsten hab ich meine M-12. Ich denke auf das 0.350 Remington Vollmantel Kaliber MUSS er hören.
Am Fenster schwebt gerade die letzte Navigations boje vorbei...ist mir schlecht! Ist nicht gerade bequem, diese Andruckliege, vor allem, wenn man gleich kotzen muss. Keine Ahnung, ob die Jungs das genauso erfahren...wahrscheinlich nicht. Die finden das bestimmt lustig; ich manchmal sogar das Gefühl die sind nur bei den Marines, weil sie ansonsten zu nix taugen. Ich...verdammt, das Warnsignal, 30 sec. bis zum „Hüpfer“.
Oha...das hat gesessen, bin erst seit 5 minuten wieder auf den Beinen. Mir ist immernoch so saukalt. Das will ich nicht nochmal machen. Immerhin, es gibt kein Sprungtor zurück. Es fühlt sich an, als würde man auf -200°C gebracht und dann durch eine Mangel gedreht. Einfach widerlich. Die Aussicht ist allerding berauschend...Scorpio ist ein blauer Zwergstern. Das Licht flutet durch das Fenster, als wäre es Wasser. Es bricht sich in dem kleinen Bergkristall, der das Foto meiner Familie eingefasst hat. Tja, die sind jetzt bestimmt an einem sehr viel komfortableren Ort als ich. Ich bin bei der Ersatzfamilie, die man mir von höchster Stelle zugeteilt hat.
Sie besteht zum grössten Teil aus Psychopathen, jedefalls in meinen Augen. Wir hatten eine Übung, bei der sie mal mit was anderem als ihrer heisgeliebten, hülsenlosen Explosivmunition geschossen haben. Jetzt weiss ich aucn warum die ihre Ex-mun auch so gern haben. Sie hat keinen Rückstoss. Die haben mit den Stahlmantelgeschossen die Landschaft ziemlich umgepflügt. Unnötig zu sagen,das sie nix getroffen haben. Ich lass ihnen jetzt immer etwas Ex-mun zurücklegen, wenn irgend eine Form von Waffengewalt notwendig wird.
Mir unterstehen zwei Trupps à 6 Mann. Hm, stimmt nicht ganz, Francine Roget aus Alpha-Trupp und Sergeant Melanie Parker vom Trupp Bravo sind laut Akte weiblich. Ich glaub nicht. Parker führt Trupp Bravo mit einer Vehemenz, die ich nur bei einigen wenigen Unteroffizieren gesehen habe. Die waren meistens nach ihrem ersten Einsatz tot oder haben sind danach an ihren Verletzungen gestorben. Sergeant Decker vom Alpha Trupp meinte irgendwann das sie auf mehr Einsätzen gewesen war als er und er war auf 42. Ihre Akte gibt ihm Recht, Parker war auf 56 Einsätzen...aber ich weiss nicht warum sie noch nicht Master Sergeant ist. Egal, sie tut ihren Job und das genügt vollauf.
Roget ist da anders. Vom Verhalten kann man sie schon als weiblich einstufen, aber sie schiesst eiskalt und geradeaus ohne den mitfühlenden Blick zu verlieren. Davon abgesehen ist sie durchtrainierter als die meisten Männer in ihrem Alter, wenn sie seit Kindesbeinen Sport treiben. Ihre Stimme straft ihr Aussehen genauso Lügen, wie ihre Augen, aber auf ihrem 6ten Einsatz hat sie 16 Stunden hinter feindlichen Linien Truppenbewegungen gestört, obwohl ihr Squad vorher auf sie und den Sprengmeister reduziert worden war, als sie in eine Panzerkompanie gelaufen waren. Seitdem hängt sie wohl auch immer in der Nähe eines Schwerpunktwaffenträgers herum. Gerüchte sagen sie und Private Barnes seien ein Paar, aber das ist mir egal solange beide ihren Job tun. Und bei Barnes heisst der, sein Schwers Maschienengewehr und die SADAR zu benutzen. Und bei beiden Waffen muss er zum Glück nicht allzu genau zielen...mit der M40 hat er auf zwei Ziele auf 250m ein halbes Magazin gebraucht. Vielleicht ganz gut das Roget in seiner Nähe ist. Ich hab mittlerweile gut Hunger und werd mal schaun was die Messe heute zu bieten hat.
Nightshade
Dienstag, 15. Juni 2004, 22:32
16.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X-4h
Scorpio Alpha-3 Im Anflug
Komme gerade aus dem Briefing für Stabsoffiziere. Sieht so aus, als könnte auf Scorpio Alpha-3 Fremdpräsenz sein. Die Navigationsabteilung hat Energiesignaturen von mehreren Raumern entdeckt, das Profil würde auf Schiffe hindeuten, die etwas mit dem Sternentor-Vorfall vor knapp 150 Jahren zu tun hatten. Der Planet selbst scheint nicht bombardiert worden zu sein. Die Überwachungsanlage befindet sich in einem Tunnelnetzwerk ca. 400m unter Erdoberfläche, aber die Komm-Relais sind auf der Oberfläche und der Satellit hat sie als zerstört gezeigt. Einige Spuren von grööseren Energiewaffen waren zu sehen, etwa eine transportable Energiekanone oder so etwas. Befehle für die Dragons waren eine Standard-Schema Aufklärungsmission. Ich habe Kommunikations- und Markierungs-Equipment für Orbitalbombardement gefordert. Die Gipsköpfe wollen es nicht rausrücken, bevor keine Bestätigung für „harte“ Ziele vorliegt. Wann kommen die auf die Idee, das es vielleicht welche geben könnte und wir so gegebenfalls reagieren könnten. Ich geh jetzt besser zur Besprechung mit den Dragons, sonst werden die wieder ungehalten...
Wie zu Erwarten war, hielt sich die Begeisterung in Grenzen, ohne schweres Gerät in unbekanntes Terrain vorzustossen. Sgt. Decker und Sgt. Parker sind nicht gerade glücklich, aber sie werden es wohl überleben. PFC McEllen, Sanitäter aus Trupp Bravo und Cpl. Donaldson, Sanitäter vom Trupp Alpha haben sich gleich darüber aufgeregt, warum ihnen keins von diesen neumodischen Schnell-Verbandsprays zugeteilt wurde sondern sie immer noch mit dem Zeug arbeiten, was bei den Sanitätern „Sekundenkleber“ genannt wird. Ich hab ihnen gesagt, das ihre Anfrage abgelehnt wurde, bis diese Mission eine höhere Priorität hat.
Hat ihnen nicht gefallen. Wenigstens genug Munition ist da, sogar ein paar von den M-122 FragmentBomben sind zugeteilt worden, was Pvt. Armstrong und Cpl. Riley, unsere beiden Sprengmeister ganz glücklich gemacht hat. Wenigstens können wir die Tunnel da unten in die Luft jagen, wenn uns einer dumm kommt. Die Karten sind zwar brauchbar aber das ganze da unten ist wohl ein einziges Labyrinth. Ein glück scheinen auch die Automatischen Verteidigungsanlagen ausgefallen zu sein, was uns die ganze Sache ein wenig erleichtert. PFC Simmons, Alphas Elektronik-Fachmann hat mir erklärt, das man diese System vom Orbit aus nur schwerlich ausser Kraft setzen könnte, wenn in der Kontrollstation kein Mensch sitzt. Jetzt sind alle beim letzte Check der Ausrüstung. Das Landungsschiff wärmt schon auf. Ich geh besser in den Hangar.
Nightshade
Mittwoch, 16. Juni 2004, 10:19
16.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X+1h
Landungsschiff LV-12-255-A, Schneller Abstieg auf Scorpio Alpha-3
Im Vergleich zu dem Sprung von gestern ist dieser Orbital-Abwurf ein Kindergeburtstag. Das Landungsschiff ist zwar auch kühl, aber angenehm kühl. Wir sitzen in dem APC und warten nur darauf, dass wir aufsetzen. Ich habe vor dem Start auch mit den beiden Piloten geredet. Sie sind beide wie ich aus dem britischen Konsortium, allerdings von der Aerospace-Force. Ein Glück. Wenigstens kann ich mich jetzte darauf verlassen, dass wir den Flug überstehen. Sat-Recon hat zwar keine Flak gezeigt, aber mit den beiden wäre es gaube ich fast egal. Nicht das ich scharf auf Flak-Beschuss bin, ich möcht lieber nicht wissen wie es in dem Bunker auf vier Rädern aussieht, wenn der aus 5000m Höhe freiem Fall auf der Oberfläche aufschlägt. Noch 5 min. bis Bodenkontakt. Mir gehen gerade hunderte von Dingen durch den Kopf die schiefgehen könnten. Den Jungs und Mädels im Heck scheint das egal zu sein. Die Monitore vor mir zeigen normalen Blutdruck, Herzfrequenz und Hirnschwingungen. Parker und McEllen schlafen schon wieder. Kann nur hoffen das denen das nie im Gefecht passiert. Ich kann mir schönere Gründe vorstellen, als von einem Gegener überrannt werden, während meine Wachbesatzung schläft. Hohes Alter ist einer dieser Gründe.
Aber diese Videowand ist in meinen Augen zu nichts nutze. Ein Soldat kann einen rasenden Herzschlag haben und trotzdem gelassen und kontrolliert agieren. Ausserdem verstehe ich nicht, warum man den Gruppenleiter von der Gruppe getrennt einsetzt. Ist nicht gerade vertrauenserweckend für die Soldaten unter deinem Kommando, wenn sie ihren Arsch ins Feuer halten und du es dir vor dem Fernseher gemütlich machst, in dem ihr ganz persöhnlicher Horrorfilm ohne Happy-End läuft. Ich werd diesmal nicht in dem Ding hier sitzenbleiben, diesmal werd ich mitgehen. Wozu hab ich schliesslich meine Waffe? Zur Zierde? Wohl kaum. Sie schiesst geradeaus und hat genug Durchschlagskraft, das ich mich sicher fühlen kann. Noch 1 min. bis Bodenkontakt. Ich weck die beiden besser und geb noch die Marschordnung bekannt.
Nightshade
Mittwoch, 16. Juni 2004, 23:40
16.12.2264
„Operation Shrike“ X+4h
Scorpio Alpha-3 Sektor 22-Nord 43-West
Wir sind unten. Seit 3 Stunden rennen wir durch die Pampa und suchen nach Zeichen für eine Feindpräsenz. Soweit noch nichts. Bravo ist am APC, Alpha sucht die Fahrtroute auf Sprngfallen ab. Vor fünf Minuten hat sich Decker gemeldet und gesagt das sie bis zum Bunkereingang nichts gefunden haben und das sie jetzt auf dem Rückweg sind. Roget bleibt mit Barnes vor Ort und sichern die Zufahrtsstrasse vom Landepad. Unsere beiden Aerospace-Jockeys sind wieder im Orbit, haben uns aber versichert, dass sie wieder runterkommen, wenn wir sie brauchen. Ich glaube ihnen. Ich kann aber auch nichts anderes machen, als mich auf sie zu verlassen. Parker läd gerade einige von den Ersatztransmittern um, damit sie nicht im Weg stehen. Simmons und Tucker, unsere Elektronik-Spezialisten gehen ihr dabei ordentlich zur Hand, irgendwie sind die beiden etwas sanfthändiger als Sgt. Parker...scheinen einfach ein Händchen für Elektronik zu haben. Ich möchte aber auch nicht wissen, was Parker mit einem Computer anrichten könnte.
Wenn Alpha wieder zurück ist, fahren wir Richtung Bunkereingang und schauen uns als Erstes mal die Kommunikationsanlage an. Wenn die wieder flott ist, kann Simmons sich hoffentlich von der Oberfläche ins System der Anlage hacken und uns evtl ein paar Videodaten geben, so das wir da nicht komplett dumm reingehen müssen. Vielleicht ist auch einfach nur ein Unwetter über das ganze Gelände gefegt und hat alles verwüstet. General Thompson hat aber verlauten lassen, das es auf Scorpio niemals Unwetter gibt. Bisher hat er recht, der blaue Stern am Himmel ist bisher nicht einmal von eier Wolke verdeckt worden. Ich hab Sonnenschutzfaktor angeordnet, nachdem Johnson nach 10 Minuten im Freien mit einer komplett roten Gesichtsfarbe in den APC gestiefelt ist und sich über Kopfschmerzen beschwert hat. Ich musste mich wirklich beherschen, der Mann war vorher kalkweiss. Allerdings sieht er auch so aus, als würde er nicht gerade viel Sinn für Humor haben. Parker hat erwähnt, das er nur das Gesicht verzieht, wenn er gerade seinen Granatwerfer abfeuert. Wenigstens kann er im Gegensatz zu Barnes einigermassen zielen. Soll sogar gut plazierte Bandenschüsse hinkriegen. Mal sehen, ob Granaten unten in dem Bunkersystem nicht allzu kontraproduktiv sind, vielleicht kann er noch sehr nützlich werden. Decker ist gerade wieder in Sichtweite gekommen, ohne Vorkommnisse, wie es scheint. Wir machen uns jetzt auf den Weg zum Primärziel.
Nightshade
Donnerstag, 17. Juni 2004, 10:22
17.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X+1
Horchposten Scorpio Alpha-3, Sektor 22-Nord, 44-West
Ok, ein Unwetter können wir wohl ausschliessen. Kein unwetter könnte so eine Verwüstung anrichten. Der Aussenperimeter ist komplett zerstört und die Einschlagspuren sind deutlich als von Energiewaffen erzeugt worden erkennbar.
Keine Anzeichen von Feindpräsenz, aberab sofort gilt für das Squad auf Wache erhöhte Alarmbereitschaft. Roget und Barnes haben nichts entdecken könne. Decker und Armstrong sind gerade auf Streife um das Gelände, sehen nach ob irgendwo vielleicht jemand überlebt hat. Ein paar Infos über das was sich hier abgespielt hat wären schon nützlich. Simmons und Tucker haben vor 5 min. gemeldet, das die Kom-Anlage in ca. 4 Stunden wieder einsatzbereit ist. Ich will wirklich wissen, warum jemand hierher kommen sollte um alles zu verwüsten und dann nicht auffindbar ist. Für einen Überfall war auf diesem Horchposten nicht wirklich viel zu holen, ausser vielleicht die Krypto- und Verschlüsselungsmaschienen unten im Bunker wären den Aufwand vielleicht wert. Aber darüber können wir nicht wirklich viel aussagen, bevor wir nicht unten waren.
Der Lastenaufzug scheint aber auf jeden Fall intakt, also werden wir ein Sqaud mit dem APC runterbringen, während das andere über die Personenzugänge vorrückt. Bleibt noch die Frage nach den internen Sicherheitsanlagen. Ich habe per Funk die Überbrückungscodes angefordert, natürlich haben die da oben Nein gesagt. Grund: Wenn da noch Feindpräsenz im Bunker ist, wollen sie es nicht riskieren die Sicherung von eventuell lebenswichtigen Anlagen auszuschalten. Wenn ich in diesem Einsatz auch nur einen Verletzten durch eigenes Feuer dieser Automaten habe, mache ich irgendjemand in der Chefetage gewaltig Feuer unter dem Hintern. Ich denke, ich lege mich jetzt mal kurz hin und empfehle allen die nichts zu tun haben das selbe zu tun. In 4 Stunden werden wir hoffentlich mehr wissen.
Nightshade
Donnerstag, 17. Juni 2004, 19:50
17.12.2264
„Operation Shrike“ TagX+1
Scorpio Alpha-3 Sektor 22-Nord, 44-West
Die Kom-Anlage ist wieder online. Jedenfalls nach oben hin. Wir haben Kontakt mit der Kampfgruppe „Bismarck“ und unseren Aerospace-Jungs. Orbitalüberwachung meldete vor einer halben Stunde, eine Energiesignatur auf Systemausflug. Sie können sie nicht zuordnen. Hoffentlich ist das hier keine unbekannte Begegnung. Das Überwachungssystem der Anlage ist tot, aber nicht nur das, offensichtlich ist der Strom komplett ausgefallen. Der Generator befindet sich auf Ebene 12, angeblich die tiefste von allen. Lifte und Türen funktionieren nur manuell. Wir haben den APC benutzt, um den Fahrzeug-Lift hochzufahren. Wir lassen den APC mit Team Alpha an der Oberfläche und benutzen den Lift mit Team-Bravo um runterzugehen. Decker sitzt vor der Videowand, ich will mir das selber ansehen. Tucker aus dem Bravo Trupp hat gemeint, das wenn sich der Reaktor unten nur abgeschaltet hat, kann er ihn in 30 mins wieder in Gang bringen, es sei denn, unerwünschte Besucher haben ihn demontiert oder unbrauchbar gemacht. Wir gehen maximal für 2 Stunden da runter und werden dann weitersehen, ob wir die Anlage wieder flott kriegen. Ich bereite gerade das Abendessen zu, keine Ahnung wann ich das nächste mal entspannt essen kann. Ich hab kein sonderlich gutes Gefühl, was diesen Bunkerkomplex betrifft. Mir sind da zu viele Unbekannte Faktoren in der ganzen Geschichte. Der ganze Aufwand mit einer vollen Kampfgruppe hier anzurücken, bloss für einen kleinen Horchposten erscheint mir im Nachhinein ziemlich übertrieben. Meine Anfrage nach spezifischen Infos über zuletzt gemeldete Kontakte vom Überwachungssystem ist noch nicht beantwortet worden. Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Der Fahrzeugaufzug war in keinster Weise beschädigt, genau wie die Treppenanlage in den ersten Sublevel. Parker und ihr Trupp waren kurz mal unten, um zu prüfen ob da irgend etwas auf uns wartet. Total ruhig. Wer kommt denn hierher bloss um die Kom-Anlage zu zertrümmern und verschwindet dann wieder? Nein, mir gefällt das hier entschieden zu wenig.
Nightshade
Samstag, 19. Juni 2004, 23:59
18.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X+2
Horchposten Scorpio Alpha-3, Lv.12 Sub-1
Ich bin mit Bravo immer noch hier unten. Aus den 2 Stunden sind mittlerweile 24 geworden. Alpha ist auch bei uns, glücklicherweise ohne Verluste. Als wir gestern hier unten waren haben wir den Generator repariert. Tucker hat das in Rekordzeit hingekriegt, meinte, das da wohl ein kompletter Satz Platinen durchgebrannt ist und dann die Automatische Sicherung des Reaktors mit dem Notstrom ausgelöst wurde. Das war auch der Zeitpunkt, an dem hier alles direkt zur Hölle gefahren ist. Als der Generator anging, hat es irgendwo tief unter uns ziemlich tief gerumpelt. Keine Ahnung was das war, es klang wie die Art Lärm, die ich mit Hebebühnen assoziiere. Johnson meinte dasselbe, aber man hat mir versichert, das weder 12-Sub-2 noch 12-Sub-3 gross genug für eine solche Anlage wäre. Wir waren dann unten, als Alpha Kontakt meldete. Decker meldete Energiewaffenbeschuss und starke Störfelder. Ich hab ihm gesagt...nein, BEFOHLEN, er soll seine Leute hier runterschaffen, wo wir Strom und eventuellen Geländvorteil haben. Als er runterkam hat Donaldson ziemlich böse geblutet, aber McEllen hat ihn wieder hingekriegt. Er braucht zwar Ruhe ist aber begrenzt einsatzfähig. Kurz bevor sie den Lastaufzug aufgegeben haben, haben sie die Zwillings-Kanone des APC auf Automatik geschaltet und das Modul mit dem Feuerturm abmontiert und mitgebracht. Ich weis nicht, wozu wir den hier unten brauchen können, aber Simmons kümmert sich mit Barnes darum, das Gerät in eine Art Feuerstellung zu verwandeln. Was mich am meisten gestört hat, war die tatsache, das hier unten absolut NIEMAND war. Nichts, keine Leichen, keine Kampfspuren. Donaldson bemerkte etwas von einem etwas eigenartigen Geruch im Lazarett. Ich hab die Lüftung überprüfen lassen, sie funktioniert einwandfrei. Sinclair, Bravo Trupp Sniper ist mit Riley unterwegs um diese Etage unter uns ausfindig zu machen. Wir haben 12-Sub-1 vollkommen abgeriegelt, mit Ausnahme der Zugangsrouten zum Lastaufzug, zum Kommandocenter auf 10-Sub-3 und zur Generatorkontrolle. Der Zugang zum Lift wird von Barnes und Roget bewacht, das Kommandocenter ist mit den M-122 Frag-Bomben mit Bewegungszünder gesichert. Wenn da einer raufwill, muss er erst zu mir und sich die Kontrolle für die Zünder holen, damit er sie gefahrlos passieren kann. Es ist auch eine kleine Waffenkammer hier unten, aber da ist nichts drin, was uns gegen Xenotyp VI-A „Goa'uhlt“ nützen würde. Kleine Kaliber, Schrotflinten und Flammenwerfer. Ausserdem zwei SentryGuns Typ SG-255 mit 500 Schuss Magazinen, jeweils zwei Magazine pro Gun. Die sichern en Generatorzugang. Ich hab sie dahingestellt, weil ich annehme, das dort keiner mehr hinmuss. Wenn der nochmal ausfällt, dann haben wir echte Probleme, aber ich hab trotzdem die Kontrollkoffer hier auf 12-Sub-1, nur für den Fall der Fälle.
Tucker kam vor 3mins aus dem Kontrollcenter und hat gemeldet, das die Kommunikation mit dem Orbit nicht möglich ist. Wahrscheinlich haben sie die Anlage oben wieder zerstört. Im Endeffekt erscheint es mir irgendwie jetzt sinnvoll, wie das ganze hier aufgezogen ist. Wir sind ihnen prompt in die Falle gelaufen, aber jetzt wo wir drin sind, passiert nichts. Ich glaube ich wiederhole mich, aber mir gefällt das nicht.
Nightshade
Sonntag, 20. Juni 2004, 00:00
19.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X+3
Horchposten Scorpio Alpha-3 Lv. 12-Sub-1
Wir haben einen versigelten Zugang nach unten entdeckt, haben aber davon abgesehen ih zu benutzen, weil ich es im Moment für zu gefährlich halte, dort runter zu gehen. Vor 3 Stunden tobt wohl auf der Oberfläche eine ziemlich heftiger Kampf. Ich höre minütlich das Donnern von schweren Einschlägen. Roget hat sich unerlaubt nach oben geschlichen und dann vermeldet, das ab 5-Sub-2 alles eingestürzt ist. Ich habe davon abgesehen, sie zu rügen, weil sie Befehle misachtet hat, da sie dort oben zwei bewusstlose Wissenschaftler gefudnen hat. McEllen hat sie als nicht kritisch eingestuft. Sie liegen im Koma, soweit er das beurteilen kann. Hoffentlich wachen die bald auf, es würde mich brennend interessieren, was zur Hölle Wissenschaftler auf einem militärische Horchposten machen. Allerdings gibt mir der ganze Aufwand für diesen angeblichen Horchposten ziemlich zu denken. Ich glaube ich will es nicht wissen. Es würde mich unnötig beunruhigen und unruhige Leute sterben für gewöhnlich recht schnell. Donaldson ist wieder fit. Das war auch alles an erfreulichen Meldungen für heute. Der Lastenlift ist vorhin kollabiert, als eine ziemlich heftige Explosion von oben jede Menge Altmetall regnen hat lassen. Barnes hat eine Pfählungswunde in der rechten Schulter, zum Glück hat der glühende Stahlträger die Wunde sofort kauterisiert. Leider befürchte ich, das es seinen mangelnden Zielfähigkeiten keine Besserung voraussagt. Er hat den SADAR an Johnson abgegeben. Bei dem Liftsturz ist auch die provisorische Konstruktion unseres Sicherungsgeschützes einwandfrei zerlegt worden. Ich gehe davon aus, das unser APC ebenfalls Geschichte ist, da es unter anderem auch Reifen gehagelt hat und das Stahlstück mit dem Drachenemblem Roget eine Rippenprellung eingehandelt hat. Barnes und Roget sind im Lazarett und werden von Donaldson betreut. Wir hatten kurzzeiteig Feindberührung auf 11-Sub-3, als ein 3 Mann Trupp Xenotyp VI-A sich zu uns runterverirrt hat. Armstrong hat zwei ausgeschaltet und Sinclair einen mit seinem Gewehr bekämpft. Keine Ahnung, was aus dem geworden ist. Sinclair hat ihn erwischt, das ist sicher...ich hab sein Schiessbuch gesehen, er feuert nur wenn er 100% sicher ist. Die Blutspur spricht für ihn und ein HighVelocity-12cm Geschoss tötet Menschen schon bei Streifschüssen, wenn nicht augenblicklich eine Behandlung gegen hypovolämischen Schock eingeleitet wird. Wir halten die Stellung hier unten, ich habe ausdrücklich verboten, das Siegel zur Etage unter uns zu durchbrechen. Ich habe keine Lust noch mehr Unbekannte in diese ohnehin extrem negative Gleichung zu bringen.
Nightshade
Sonntag, 20. Juni 2004, 23:18
19.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X+3
Horchposten? Scorpio Alpha-3 12-Sub-1
Irgendetwas kommt. Keine Ahnung was es ist, aber vor 3mins haben wir eine Detonation in unmittlebarer Nähe gehabt und meine Kontrolle für die M-122 Sprengfallen hat aufgehört zu blinken. Team Bravo ist hochgegangen und sondiert die Lage. Ich habe durch dieses Stahllabyrinth hier keine Funkverbindung, aber vor knapp 30sec. habe ich Waffenfeuer gehört.
Wir müssen die Stellung 12-Sub-1 aufgeben. Letzte Möglichkeit ist das Siegel in die tieferen Ebenen.
Nightshade
Sonntag, 20. Juni 2004, 23:18
20.12.2264
„Operation Shrike“ Tag X+4
Geheime Forschungsanlage Scorpio Alpha-3 QuarantäneZone
Mein letzter Eintrag liegt jetzt 12 Stunden zurück. PFC Christian Tucker ist im Kampf gefallen, wurde durch Feindfeuer getötet. Johnson ist schwer verletzt, McEllen meint, er macht es nicht mehr lange wenn wir nicht schnellstens einen OP finden. Wir sind von Xenotyp VI-A durch massives Sperrfeuer zurückgedrängt worden und befinden uns nun in der versiegelten Zone. Einer der Wissenschaftler ist aufgewacht. Hat aber nur unzusammenhängendes Gestammel von sich gegeben und ist dann eingeschlafen. Das einzige was ich klar und deutlich verstanden habe, war das Wort „QuarantäneZone“. Mir stinkts hier allmählich gewaltig. Warum erzählt man mir eigentlich nicht, wo ich hingeschickt werde? Ich habe mit meinem Eid auch Verschwiegenheit gelobt, warum also diese Geheimniskrämerei? Wir haben das Schott hinter uns wieder versiegelt, was mich auch nicht gerade beruhigt. Wir haben nämlich ca 20 Tote hier unten gefunden. Ursache war jedesmal eine schwere Schussverletzung in der Brust. Sieht wie eine Exekution aus. Überall das gleiche Muster, Explosivgeschoss mit Überladung, Eintritt im Solarplexus, keine Austrittswunde. Komischerweise sind an jedem Gesicht der Toten eine Art Quetsch- oder Druckstelle zu finden, die Sternförmig von der Nase ausgeht. Möchte lieber nicht so enden...möchte eigentlich überhaupt nicht hier unten enden. Simmons, unser letzter Elektronikexperte hat keine Alarmsysteme gefunden, die nach aussen hin gehen. Nur mehrere Sperren und SentryGuns die ins innere ausgerichtet sind. Ausserdem wieder kleiner Waffenkammernmit den kleinen Kalibern und Flammern. Barnes hat sich einen genommen, weil ich glaube das er mit Flächenwaffen nicht viel Falsch machen kann, hab ich nichts gesagt. Aber Führen von vorne fällt für mich damit endgültig flach, ich stehe nicht vor diesem Mann, wenn er einen Flammenwerfer hat. Da ich nicht annehme,d ass man uns bald holt, denke ich wir suche uns einen Hinterausgang durch die Quarantäne Zone, auch wenn es dumm klingt. Schlimmer als das was hinter uns ist, kann es nicht sein. In 3 Stunden rücken wir ab, es sei denn Xenotyp VI-A bricht durch das Siegel, dann früher.
Nightshade
Dienstag, 22. Juni 2004, 20:35
21.12.2246
„Operation Shrike“ Tag X+5
QuarantäneZone Scorpio Alpha-3 Forschungslabor
Endlich mal gute Nachrichten. Johnson hat überlebt. Wir haben nach 3 Stunde Marsch durch die Gänge hier unten einen OP gefunden. Ich mache mir langsam Sorgen um die beiden Wissenschaftler. Einer ist nach wie vor komatös, der andere hat jegliches Erinnerungsvermögen verloren. Ist fast so, als waren ise auch schon in Gefangenschaft und sind irgendwie behandelt worden und dann entkommen. Zu Weihnachten wünsche ich mir hier rauszukommen. MIT meinen Squads. Wollen hoffen das der Weihnachtsmann auf der „Bismarck“ auch an uns denkt.
Hier unten ist es mir irgendwie noch weniger geheuer. Lange Gänge, Hochsicherheitstüren, alles klinisch weiss und steril. Ausserdem eine Art beissender Geruch der überall haftet. Riecht wie rostiger Stahl, nur irgendwie viel stärker. Da wir nicht wissen, wo und ob hier ein Ausgang ist, werden wir systematisch alles absuchen. Im Moment geht es nur runter. Es ist aber nach wie vor sehr kalt. Von Xenotyp VI-A keine Spur bisher. Riley und Armstrong haben die Gänge hinter uns vermint, teils aktiv mit Sprenggranaten, teils passiv, mit Schaltungen zur Alarmanlage. Auf jeden Fall hören wir dann wo sie sind.
Vor 30 min habe ich eine beunruhigende Entdeckung gemacht. Schematische Darstellungen und CT-Aufnahmen von Xenotyp I-1 bis I-4. Ich hab nur Bilder von den Viechern gesehen, noch nie eins in Persona. Will ich auch gar nicht. Die Bananenform des kopfes sieht zwar lustig aus, aber die Zähne nicht. Ich kenne auch die Kampfdoktrinen gegen solche Xenotypen nur unzureichend. Angeblich machen sie sogar Gefangene, obwohl sie aussehen wie primitive Insekten. Wenn die hier an Typ I geforscht haben, dann will ich lieber vor Weihnachten hier raus. Sgt. Decker hat auch noch nicht gegen sie gekämpft, aber Parker. Allerdings kann sie auch nicht wirklich viel nützliches beisteuern. Nur soviel: Diese Viecher haben Säure als Blut, können hartes Vakuum atmen (möchte wissen wie sie DAS rausgefunden hat) und reagieren allergisch auf Kugeln und Feuer. Deswegen also auch die ganzen Kleinkaliber und Flamer in den Sicherungsabteilungen. Hab jedem nicht allzu schwer bepacktem einen Flammer zugeteilt und mir selber eine Schrotflinte genommen. Sicher ist sicher.
Negotiator
Mittwoch, 30. Juni 2004, 15:44
Oberkommando an Major Turner! Oberkommando an Major Turner!
Bitte melden!
Lage? Ihr letzter Bericht ist schon überfällig! Wie ist Ihr Status?
Oberkommando an Major Turner! Oberkommando an Major Turner!
Bitte melden!
Nightshade
Donnerstag, 1. Juli 2004, 10:17
22.12.2264
Operation „Shrike“ Tag X+6
Qurantäne Zone Scorpio Alpha-3 Forschungslabor
Man glaubt es kaum aber vor eine halben Stunde hatten wir kurzzeitig Funkkontakt. Es war nicht viel, eine kurze Anfrage nach unserem Status und dann wars das auch schon wieder. Simmons hatte fast eine Herzattacke als das Komset anfing zu quäken. Immerhin suchen sie nach uns, oder warten zumindest mit Aktionen bis wir entweder sicher tot sind oder sicher rausgeholt worden sind. Wir haben versucht eine Richtpeilung zu legen, um rauszufinden, von wo das Signal kam. Simmons hatte aber durch seinen Schockzustand erst nach 4 sec. Das Set in der Hand, zuwenig Zeit um noch etwas nützliches aus der Meldung herauszuziehen. Macht aber für den Moment gar nichts. Wir haben ein kleines Kontrollcenter gefunden. In den Dateien der Rechner war ein Übersichtsplan der QuarantäneZone. Demnach gibt es einen Hinterausgang, er führt nur durch ein Gebiet, welches rot markiert ist und mit „Nest-Gebiet“ beschriftet ist. Ich mag es nicht, aber wir haben keine Wahl. Wie haben alles an Zugängen hinter uns versiegelt, es gilt Ruhephase für die nächsten 6 Stunden, dann brechen wir auf und hoffentlich durch. Ich habe weiterhin die Energiepacks für unsere Motiontracker ausgegeben, so das wir nicht vollkommen blind in dieses Nest vorstossen müssen. Die Squad-Leiter haben jeweils einen. Ich durchforste gerade die Aufzeichnungen der Speicher in den Rechnern. Offensichtlich war die Anlage hier zur Entwicklung von Waffen gegen Xeno I-1 bis I-4, sowie deren genauerer Untersuchung im Hinblick auf Resistenzen gegen Gas, Kälte, Hitze, Vakuum und solchen Scherzen.
Der komatöse Wissenschaftler ist tot. McEllen hat vor 15min. ein Versagen des Kleinhirns festgestellt. Wir haben ihn im MedCenter zurückgelassen, in einer der Kühlkammern und diese entsprechend gekennzeichnet. Ich habe ehrlich gesagt Angst davor in dieses Nest zu gehen, aber es ist der einzige Weg, neben der Lüftungsanlage. Keine Wahl also, weil durch die Lüftung kommt immer noch dieser stechende Geruch. Nicht mehr ganz so stark, aber immer noch wahrnehmbar. Ich frage mich mittlerweile, ob das ein Kampfgas war oder immer noch ist, aber mein Team ist ja noch einsatzfähig. Ich hoffe morgen wieder Tageslicht zu sehen.
Nightshade
Donnerstag, 8. Juli 2004, 10:12
23.12.2264
Operation „Shrike“ Tag X+7
Nest-Zone Scorpio Alpha-3 Forschungslabor
Verdammt, das muss ein Alptraum sein. Oder die haben einen echt kranken Inneneinrichter als sie diesen Posten eingerichtet haben engagiert. Es herrscht gespenstische Stille in den Gängen hier unten. Die Kälte ist einer schwül-feuchten Hitze gewichen. Das schlimmste aber sind die Wände. Das ganze Metall hat sich mit etwas komplett Organischem überzogen. Wie...wie, ich habe keine Ahnung wie das zu beschrieben wäre. Ich hoffe nur das die Wände nicht leben. Es sieht so aus als hätten wir gerade unseren Heimvorteil verloren und marschieren jetzt durch potentiell gefährliches Gelände. Motiontracker, Sonargerät am Sadar, Ohren, Augen...alles ist irgendwie gehemmt hier unten, nichts wird angezeigt. Ich habe trotzdem das Gefühl das wir von irgendetwas beobachtet werden.
Dem Team geht es nicht besser als mir. Alle sind extrem nervös...bis auf Parker, die ist im vergleich zu ihrem Normalzustand eher ruhiger geworden. Ich hoffe nicht erleben zu müssen, was passiert wenn sie einen kühlen Kopf benutzt.Wir bewegen uns seit einer halben Stunde entlang des Weges den die Lagepläne angezeigt haben. Offenbar existiert unter dem organischen Zeug noch die Grundstruktur des Labors. Das macht die Sache etwas einfacher hier rauszukommen. Wir können immer noch den Karten folgen. Wir legen keine weiteren Sprengfallen, die Granaten können wir mittlerweile als zu wertvoll in ihrer Offensivkapazität betrachten, als dass wir sie hinter uns zurücklassen können. Wenn ich hier unten auch nur ein Anzeichen für eine feindliche Präsenz finde, dann komme ich zurück und räucher den Bau hier aus...zusammen mit den Eierköpfen die ihn konstruiert haben. Apropos Eierköpfe...Wissenschaftler Nummer 2 ist ins Koma gefallen...was immer denen zugestossen ist, die Spätfolge scheint nicht sehr schön zu sein. Habe ich bereits erwähnt das ich gerne alt werden würde?
Nightshade
Freitag, 9. Juli 2004, 18:59
24.12.2264
Operation „Shrike“ Tag X+8
Nest-Zone Scorpio Alpha-3 Forschungslabor
Ich wünsche meiner Familie fröhliche Weihnachten, wo auch immer sie nun gerade sein mögen. Es ist schade, dass ich ihnen nicht schreiben kann, aber es lässt sich im Moment nicht ändern. Ich bin glaube ich niemals ein sehr gottesfürchtiger Mensch gewesen...bei den Militärgottesdiensten hat man die Gelegenheit eher genutzt, mal ein wenig herunterzuschalten als für seinen Seelenfrieden zu arbeiten. Trotzdem hoffe ich, dass die grosse Präsenz in den Sternen irgendwas für mich arrangiert hat was mich zu meinen Lieben zurückkehren lässt. In diesem Teil des Nests ist der organische Wandbelag extrem dicht. Keine Beleuchtung brennt mehr. Wir müssen Fackeln sparen und deshalb habe ich Restlichtverstärkung angeordnet. Barnes läuft freiwillig vor und hat die Schulterlampe an. Ich habe vollkommene und absolute Stille auf dem Marsch durch die 2km NestZone angeordnet. Keine Lust irgendwas aufzuwecken. Aber diese Stille macht mich sehr...fragil, mir fällt kein passenderer Begriff ein. Es nagt an einem. Eine einsame Lampe voraus, stickige Luft, merkwürdige Gerüche...sonst keine Geräusche ausser dem klatschenden Auftritt von 12 Marines. Meine Nerven nähern sich der Belastbarkeitsgrenze glaube ich. Ich will nur noch raus aus diesem Höllenloch...wenn ich jemals wieder Wolken von oben sehen darf, werde ich sofort die komplette Vernichtung dieses Stützpunktes erbitten. Ich hoffe nur das nichts auf uns aufmerksam wird. Wir sind hier vollkommen fremd in diesem Territorium und natürlich keine Kavallerie im Rücken. Ich weiss nicht, wie die Jungs und Mädels es nehmen, weil wir nicht sprechen. Vorher habe ich mich abends immer mit ihnen ausgetauscht, rumgefragt wo der Schuh drückt. Mich eben wie ein Offizier verhalten. Jetzt fühle ich mich selber nur kalt, trotz der stickigen Schwüle hier unten. Bei unserem derzeitigen Tempo sind wir in 2 Stunden an der anderen Seite...wollen hoffen das der Aufgang dort noch intakt ist.
Nightshade
Dienstag, 13. Juli 2004, 11:08
25.12.2264
Operation „Shrike“ Tag X+9
Nest-Zone Scorpio Alpha-3 Forschungslabor
Wir sind durch, Gott sei Dank. Seit einer Stunde sind wir am Ausgang dum Lastaufzug der östlichen Sektion. Leider ist die Tür versigelt und das nicht zu knapp. Simmons kümmert sich gerade darum, meinte das es eine oder mehr Stunden dauern könnte. Hinter uns liegt die Dunkelheit...aber bei den meisten von uns ist eine gewisse Erleichterung zu spüren, dass wir wenigstens einen alternativen Ausgang erreicht haben. Und sollte der nicht aufgehen, dann werden wir ihn wegsprengen...allerdings möchte ich immer noch Lärm vermeiden. Wer weiss, vielleicht war in dem Nest noch irgendetwas, was geschlafen hat. Ich will nicht noch angegriffen werden, so kurz bevor wir hier heraus sind.
Wir haben einen provisorischen Sicherungsring um Simmons gebaut, damit er in Ruhe die Kontrollen überbrücken kann. Die Tür selber sieht recht stabil aus, eben ein Gegenstück zur anderen Seite, aber wir sind alle recht zuversichtlich, das unser letzter Elektronikfachmann das hinkriegt. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, was ist, wenn er es nicht schafft.
Vor fünf Minuten haben wir ein entferntes Donnern gehört. Ich schätze mal das Xeno IV uns gefolgt ist und unsere Sprengfallen entdeckt hat. Ich werde Riley dazu abstellen, das er Simmons hilft. Wir sollten uns besser beeilen, ich will imer noch nicht ein kalter Körper in dieser schwülen Wärme hier unten werden...so wie der zweite Wissenschaftler. Der hat vor 30 mins aufgegeben. Gleiche Todesursache wie bei dem ersten...Kleinhirnversagen. Wir werden ihn mitnehmen, solange es geht. Ich will wissen was mit denen passiert ist.
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