Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage Cthulhu ohne Horror?
Klatschpappe
Mittwoch, 21. Januar 2009, 12:33
Erstmal hallo zusammen,
ist hier schliesslich mein erster angemeldeter Prost.
Hab kürzlich das erste Mal Cthulhu für Einsteiger gelesen
(in diesem thread) (http://www.doder.org/showthread.php?t=2307)
und muss sagen die Aufmachung und das Setting haben mir sehr gut gefallen.
Ich suche selbst nach einem einfachen System das ich mit ein paar Einsteigern spielen kann.
Dabei soll es primär ein Detektivspiel im Style von Agatha Christie / Hercule Poirot / Sherlock Holmes werden.
Der Horror soll zwar da sein, jedoch am Ende nicht von was übernatürlichem, sondern doch nur von bösen Menschen herrühren.
Meint ihr das liesse sich mit einem monsterlosen Cthulhu machen?
Oder beraube ich damit dem System seine grössten Stärken?
Was könnt ihr mir ansonsten empfehlen?
Danke schonmal
(Kurze Kritik an den Foren Rubriken: Ich wusste nicht so recht wo ich die Frage einzuordnen hab. Systeme, Spielleiterhilfe, RPG allgemein, hoffe das passt hier)
Matthias
Mittwoch, 21. Januar 2009, 12:52
Hallo Klatschpappe,
das ist kein Problem. Du kannst dazu z.B. auf die Abenteuer von Private Eye (http://www.redaktion-phantastik.de/) zurückgreifen.
Natürlich kannst du auch direkt mit den Private Eye Regeln spielen, aber ich bevorzuge dann doch lieber die Cthulhu-Regeln.
Gruß,
Matthias
ps: Ebenfalls geeignet sind die Abenteuer von Midgard 1880, davon gibt es hier auch einige als kostenlose PDFs: http://midgard-1880.de/cgi-bin/show?id=abenteuer
Jadetiger
Mittwoch, 21. Januar 2009, 12:57
Ich pflichte Matthias bei.
Wenn Du schon Sherlock Holmes spielen willst, dann nimm doch ein Sherlock Homes Rollenspiel!
Private Eye ist vor allem in der neuesten Auflage ein wirklich schönes Rollenspiel und die Regeln sind auch nicht komplizierter als Cthulhu.
Zudem ist "Redaktion Phantastik" ein Kleinverlag (besteht aus 2-3 Leuten) und daher schon per se unterstützenswerter als "Pegasus Spiele".
Falls Du Tipps zur viktorianischen Ära brauchst: einfach fragen!
Ariochs Herold
Mittwoch, 21. Januar 2009, 13:00
Cthulhu basiert (wie auch einige andere Rollenspiele) auf dem Basic Roleplaying System BRP (http://www.chaosium.com/article.php?story_id=246).
Das ist IMHO sehr einfach und trotzdem auf Wunsch sehr komplex. Ich kann es nur empfehlen. Das es ein offenes System ist, passt es natürlich auch zu dem von dir vorgestellten Setting (passt ja schließlich zu jedem Setting ;) )
Wenn du Cthulhu erwirbst, bekommst du (sozusagen eingewoben) viele Infos zum BRP und noch Unmengen von Infos über den Mythos, die du nicht direkt gebrauchen kannst.
Das Zusatzmaterial zu Cthulhu beschäftigt sich zu (man korrigiere mich) zu 90% mit übernatürlichen Dingen. Natürlich kann man dann immer noch die verbleibenden 10 % nehmen. :)
Ein klassisches Detektivspiel ist wohl "Gumshoe", allerdings ohne BRP.
vG
AH
Klatschpappe
Mittwoch, 21. Januar 2009, 13:02
Danke für die schnelle Antwort.
PE klingt ziemlich nachdem was ich suche, auch wenn ich beim Namen doch eher an die 40er in Chicago denke.
Gibts das im Games In? Oder wo kann ich mir das mal ansehen?
Was hast du gegen die Regeln von PE? Ich habe ja kein Cthuluh Regelwerk, und weiss nicht ob ich mir beide kaufen möchte.
Ich mag Midgard normal nicht so, aber ich werd mich als Inspiration auch mal reinlesen.
Zu Cumshoe hab ich komischerweise nichts bei Google gefunden.
Nachtrag:
Ich wollte eigentlich eher in den 20er Jahren ff spielen. Deswegen gefällt mir Cthulhu auch so gut.
machen diese 40 Jahre einen grossen Unterschied in den PE Regeln?
Oder soll ich doch eher ein Mafia Spiel suchen?
Nachtrag die 2te:
Cumshoe, lol. Mit Gumshoe klappts auch.
Tom
Mittwoch, 21. Januar 2009, 14:09
Es heisst auch Gumshoe (http://www.pelgranepress.com/gumshoe/index.html). :D
Private Eye dürfte auch beim Games In vorrätig sein. Die Regeln sind eher minimalistisch bis kaum vorhanden.
Wenn Du in den Zwanzigern spielen willst, dann würde ich Cthulhu oder das von Ariochs Herold vorgeschlagene BRP System empfehlen.
Man muss übrigens Midgard nicht mögen und kann trotzdem die M1880 Abenteuer nutzen. Auch mit ein wenig Aufwand 40 Jahre später.
Das USA Quellenbuch bietet jede Menge Hintergrund für die 20er Jahre, ohne den Cthulhu Mythos groß in den Vordergrund zu stellen.
OT: Ob jetzt Redaktion Phantastik unterstützenswerter ist als Pegasus, weil kleiner, sei dahingestellt. Rupert ärgert sich ja nur das Pegasus das Gaslicht Setting nicht unterstützt. :P Das wäre aber auch überflüssig. Mit den Cthulhu Regeln, dem London Quellenband, Doctor Nagelius Encyclopaedisches Compendium (Midgard 1880 Quellenbuch) und Private Eye (das zu 85% aus Hintergrund zur viktorianischen Ära besteht), ist die Epoche eigentlich rollenspieltechnisch auf deutsch so ziemlich komplett abgedeckt.
Klatschpappe
Mittwoch, 21. Januar 2009, 14:26
Puh, jetzt werdens ja immer mehr Systeme.
Gumshoe klingt auch nicht so schlecht, auch wenns wieder so viel Paranormales dabei hat.
Nehme auch meine Aussage es klinge mir zu sehr nach CSI Miami zurück, das lag nur an den forensischen Skills die ich auf der Seite gelesen habe.
Was meinst du mit Regeln kaum vorhanden? Ich hätte schon gerne mehrere Attribute und Skills, und auch ein spannendes Kampfsystem (In meiner ersten Story kommen ein paar Degenkämpfe vor).
Im Moment tendiere ich wieder zu Cthulhu - ist ja auch nicht so teuer.
Welches Buch/Version/Revision ist denn da das beste?
OT: kleine Verlage zu unterstützen ist gut und schön, ich mag aber auch Pegasus, allein schon wegen der Neuauflage von Junta.
Noch mehr OT: Musste übrigends mal kurz über Jadetigers Ort "Anhöhe im Tal der Schwäne" lachen.
Ich selbst wohne ja in der Strasse gewidmet dem Fürstbischof von Freising Johann IV von Tulbeck.
Tom
Mittwoch, 21. Januar 2009, 14:35
Ach es sind ja nur derer 3. PE, Cthulhu und Gumshoe. Gut eigentlich 4, aber BRP zähle ich immer zu Cthulhu (auch wenn ich dem System damit unrecht tue). Mit Private Eye hab ich regeltechnisch keine Erfahrung. Ich hab das immer nur als Quellenbuch genutzt.
Cthulhu beschäftigt mich seit 1984, da kann ich gerne Rede und Antwort stehen.
Gumshoe bei Pelgrane Press erschienenes, für investigative Szenarien entwickeltes Rollenspiel von Robin D. Laws. Das Besondere daran ist, daß die Skills in normale und investigative Skills geteilt sind: Auf normale Skills wird ganz klassisch mit dem Würfel gerollt, die Investigativen müssen nur klug eingesetzt werden um zum Erfolg zu führen, die Zufallskomponente Würfel wird hier nicht genutzt. Zum Kamfsystem kann ich nichts sagen, weil ich bei GS noch keine Kämpfe hatte.
Matthias
Mittwoch, 21. Januar 2009, 16:04
Das Zusatzmaterial zu Cthulhu beschäftigt sich zu (man korrigiere mich) zu 90% mit übernatürlichen Dingen.
Einspruch, Euer Ehren!
Das kommt ganz auf das Quellenbuch drauf an. Für Bände wie Necronomicon und Maleus Monstrorum trifft das zwar zu, nicht jedoch bei der Deutschland-Box, dem Amerika-Band, dem London-Band usw. Das sind alles größtenteils hervorragend aufbereitete und allgemein einsetzbare Quellenbände mit nur geringem Mythosanteil. Wer eine Schätzung aus dem hohlen Bauch heraus will: Ich würde sagen 80% allgemein, 20% Mythos.
@Klatschpappe:
Private Eye und Midgard 1880 sind beides Rollenspiele im viktorianischen Setting. Daher decken die Hintergrundinfos darin (und deren Skillsets) auch nur diese Epoche ab. Wenn Du auch in anderen Epochen - insbesondere den 20ern - spielen möchtest bist du mit Cthulhu wohl am besten bedient, zumal das kostenlose Einsteiger-PDF (wenn wir ganz ehrlich sind! :) ) als vollständiges Regelwerk völlig ausreicht. Das normale Grundregelwerk brauchst du höchstens wenn Du mehr Hintergrundinfos und SL-Tipps haben möchtest, nicht jedoch der Regeln halber. Dennoch sind die Bände ihr Geld mehr als wert und ich kann sie dir guten Gewissens empfehlen. Insbesondere Amerika- und Deutschlandbox sind ein Quell an hilfreichen Infos zum Leben in den 20ern. Der SL-Band bietet wiederum erstklassige Tipps zur Stimmungserzeugung, was ja bei Gruselsettings das wichtigste überhaupt ist.
PE und M1880 habe ich nur erwähnt weil sie recht gute (und teilweise auch kostenlose) Abenteuer ohne Mythosbezug bieten. In der Tat wurden manche der M1880 Abenteuer ursprünglich für Cthulhu geschrieben, sind jedoch aufgrund der Laurin-Pleite dort nie erschienen und daher Mythos-entkernt und überarbeitet bei M1880 heraus gekommen. Für einen Spielleiter mit etwas Erfahrung sollte es kein Problem darstellen, Abenteuer aus den beiden Systemen mit Cthulhu-Regeln zu spielen und auch an eine andere Epoche anzupassen.
Und nur nochmal für's Protokoll:
Man kann mit den Cthulhu-Regeln PERFEKT Abenteuer spielen, die keinen Mythos enthalten. Niemand - auch nicht das Regelwerk - zwingt einen, Mythoselemente zu verwenden.
Gruß,
Matthias
Klatschpappe
Mittwoch, 21. Januar 2009, 16:21
Man kann mit den Cthulhu-Regeln PERFEKT Abenteuer spielen, die keinen Mythos enthalten.
Das ist mal eine Aussage.
Also ich versuche mal einen Start mit Cthulhu, vorallem auch um mich da mal reinzufinden, da es ja in diesem Forum eine nicht geringe Fanbase besitzt, und vielleicht darf ich das ja dann auch mal spielen.
Ausserdem passt mir ein bischen späteres Setting ganz gut.
Und wenn meine Spieler dann 3-4 Mal einen "normalen" Täter überführt haben, pack ich das nächste Mal doch Mythos aus, nur um sie zu verwirren...:P
Matthias
Donnerstag, 5. Februar 2009, 22:03
@Klatschpappe:
Schau doch morgen bei unserem Cthulhu-Stammtisch vorbei. Da stehen dir eine ganze Reihe von "Großen Alten" Cthulhuexperten Rede und Antwort.
Infos zu wo und wann findest du im offiziellen Cthulhu-Forum (http://www.cthulhu-forum.de/thread.php?threadid=1205&boardid=55&styleid=2)
Ich werde auch Spieler- und Spielleiterhandbuch mitbringen.
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