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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Imdunkeln Die Glorreichen Sechs - Eine Geschichte aus der Hand von Malloreon de Dareni


Nirraven
Freitag, 21. August 2009, 15:16
Hallo zusammen! In diesem Thread werde ich nach und nach die Geschichte unserer Gruppe in bardischer Ausschmückung erzählen. Ist dann zum Nachkucken einfacher und vielleicht auch nett zu lesen. Bitte nicht dazwischenposten.



Vorwort




Kommt und hört die Geschichte der Glorreichen Sechs! Eine Gruppe von Geschwistern wie ungewöhnlicher kaum sein kann.

Kommt und hört von ihren Abenteuern, ihren Taten und Träumen! Fiebert mit in ihren Schlachten, beweint ihre Verluste, umjubelt ihre Siege!

Aus einem Waisenhaus an der Pforte von Rathe zogen sie aus um die Welt für sich zu erobern. Allen voran der starke Mehkomm, ein wilder Krieger mit dem Blute der Vashir in seinen Adern und den Kampf stets im Sinn.
Ihm zur Seite steht die flinke Serebrina, eine tödliche Bogenschützin vom Volke der Waldelfen, dem Schutz des Landes verschrieben und eine treue Weggefährtin.
Neben ihnen schreitet der mächtige Nanamdar, dessen Hochelfische Herkunft es ihm ermöglicht die Magie der Welt zu nutzen um seine Feinde niederzuschmettern!
Aber ohne ihre Geschwister würden diese mächtigen Helden es schwer haben.
Der listige Sürik, ein Druide des Halblingvolkes, ist stets mit Rat und Tat zur Stelle.
Die geisterbesprechende Fenya deren Großmut nur noch von Ihrer Körpergröße übertroffen wird, wacht über das Wohlergehen der Gruppe.
Und dann gibt es noch mich, Malloreon, schelmischer Unterhalter und Geschichtenerzähler, Barde meines Zeichens. Mir ist es zuteil geworden über die Taten der Glorreichen Sechs zu berichten.


So kommt und hört was ich Euch heute zu erzählen habe!

Nirraven
Freitag, 21. August 2009, 17:31
Kapitel 1

-Der Schrecken der Aviaks-


Lasst mich erzählen von der Bewährungsprobe der Geschwister.

Als sie dem Kindesalter entwachsen waren wurden die Geschwister von der Pforte von Rathe fortgeschickt um zur Ebene von Karana zu reisen. Dort sollten sie die Stadt der Aviaks aufsuchen und die seltsamen Entführungen aufklären, die sich dort ereigneten.

So brachen sie an einem strahlenden Sonnentag auf um durch die umliegenden Wälder, die Rathe-Berge hinauf, in die Ebene von Karana zu gelangen. Für einige von ihnen war dies der erste lange Ausflug in die Wildnis und schnell machte sich bemerkbar dass es deutlich ungemütlicher dort draußen zuging als in den Räubergeschichten die man so gerne am Kaminfeuer erzählt. Die Geschwister mussten den weniger im Waldlauf bewanderten anfangs unter die Arme greifen bis sich diese auch sicher in der Natur zurechtfanden. Und so begab es sich eines Tages, dass sie rasteten und Malloreon eine riesige Kreatur auffiel die sich ihrer Lagerstatt näherte. Mit voller Stimme rief er nach seinen Gefährten um sie zu warnen, nicht ahnend dass dies dem ohnehin gefährlichen Schwarzbären zum Angriff provozieren könnte.

Und tatsächlich brach das Ungetüm aus dem Wald hervor und machte sich daran unsere Helden zu verschlingen. Mit schäumendem Geifer, dolchlangen Fängen und blitzenden Klauen stürzte es sich auf Mehkomm der sich schützend vor seine Geschwister stellte. Nanamdar, Serebrina und Fenya brachten sich in sichere Distanz um dem Untier auf die Ferne zusetzen zu können, während Malloreon und Sürik ihren Bruder beistanden. Eine magische Bardenweise auf dem Lippen stärkte der Barde das Bollwerk aus Muskeln zu dem der starke Mehkomm geworden war. Sürik schleuderte der Bestie flammende Geschosse entgegen und mit geeinter Kraft konnten die Geschwister den Sieg erringen! Aus den Klauen und Zähnen des erschlagenen Feindes fertigten sie sich Talismane die sie an die Macht ihrer Einigkeit erinnern sollten.

Stolz Ihre Trophäen tragend machten sie sich weiter auf um zur Stadt der Aviaks zu gelangen und kehrten auf dem Weg in einem Rasthaus ein. Dort wurde am Abend das erste Mal das berühmte Bärenlied gesungen, welches sich wie ein Lauffeuer über das ganze Land ausweiten sollte.

Einige Wochen und ein paar kleinere Abenteuer später erreichten die Geschwister schließlich die Stadt der Aviaks. Die Brüder Nanamdar und Malloreon hatten sich einen Aufenthalt in einer aus Stein gehauenen Metropole erhofft, einen Besuch in einem Zentrum der Kunst und kulinarischen Ausschweifung. So war die Enttäuschung groß als sie bemerkten dass das gutmütige Volk der Vogelmenschen eine unerwartet einfache und karge Heimstatt in den Kronen mächtiger Bäume hatte. Doch rasch war dieses Gefühl überwunden und man machte sich daran dem Verschwinden der Aviaks nachzugehen.

Eines Nachts verschwand ein junges Aviak-Kind und bei der Suche bemerkte die scharfäugige Serebrina die Spuren eines Gnomes und eine größeren Gestalt, die nicht dorthin gehörten. War doch keiner von ihnen ein Gnom! Die Spur weiterverfolgend kamen die Geschwister in ein Tal, welches dem Gott Prexus geweiht war und von den Aviaks gemieden wurde. Welche perfekter Ort um sich dort zu verschanzen, wollte man den guten Vogelmenschen Böses! Und in der Tat, bei der Erkundung des Tales trat ihnen ein verderbter gnomischer Nekromant entgegen!

Ein erbittertes Gefecht brach aus. Der Nekromant und sein, einen Zweihänder schwingender, Skelett-Diener setzten unseren Helden mit Klinge und Magie übel zu und ohne die heilenden Hände von Sürik und Fenya wären sie sicherlich gefallen. Doch war das Skelett dank Nanamdars Macht bald besiegt und der feige Gnom floh mit einem hinterhältigen Zaubertrick. Der Schrecken der die Aviaks bedroht und für seine unheiligen Experimente missbraucht hatte, war gebannt. Doch es sollte nicht das letzte mal sein, dass die Glorreichen Sechs die Pfade dieser düsteren Gestalt kreuzten.

Der Nekromant war, wie sich herausstellte ein Anhänger der Blutsäbel und versuchte die entführten Aviaks zu geflügelten Untoten zu machen. Welch grausige Vorstellung! Und das die blutrüstigen Diener des untoten Gottes hier ihr Unwesen trieben war unerdenklich! So entschloss man sich nach Surefall-Glade zu reisen um die dort ansässigen Ranger und Druiden zu warnen. Das erste Stück der Reise bestritten die Gefährten in einer Händlerkarawane gen Westen...

Nirraven
Freitag, 4. September 2009, 13:45
Kapitel 1

-Von Gnollen und Riesen-


Die Glorreichen Sechs bestritten den ersten Teil der Reise in Richtung Fort First Watch inmitten einer Händlerkarawane. Schwerbeladene Gespanne rumpelten über die grünen Ebenen von Karana. Stoffballen, exotische Gewürze, Edelmetalle und Waffen waren sorgsam verstaut worden und eine Truppe kampferprobter Söldner wachte mit Argusaugen über die Kolonne.

Die lange Reise wurde mit regelmäßigem Waffentraining für die einen, mit nächtlichen Abenteuern unter den Decken der Söldnerinnen für die anderen, aufgelockert. Alles in allem eine Erholungspause die man sich nach den Abenteuern in der Stadt der Aviaks verdient hatte. Die Karawane begleitend war ein Ranger, Nedd genannt, der sich schnell mit der Gruppe anfreundete und Serebrina in der Künsten der Waldläufer weiter unterrichtete. Dieser für die schweigsamen Ranger untypisch gesellige Mann wurde nicht nur zu einem Weggefährten der Glorreichen Sechs, sondern auch zu einem guten Freund.

Als der Aufenthalt in der Karawane schon eintönig zu werden drohte geschah etwas bis dahin unvorstellbares! Man hatte ja gehört dass ab und an die tumben Hügelriesen versuchen die Händlerkawanen zu überfallen, aber als sich die nun nahenden Gestalten zeigten durchlief die Recken ein jähes Schaudern. Hügelriesen in fein gearbeiteter Plattenrüstung, ziselierte Harnische, mächtige Schwerter und Kriegskeulen und an jeder Rüstung prangte das unheilversprechende Siegel von Rallos Zek! Diese wilden und nahezu unverwundbaren Ungetüme stürmten raue Kriegsschreie bellend auf die Karawane zu. Der Boden bebte und die Glorreichen Sechs bildeten einen Schutzkordon um die Wagen. Bögen wurden gespannt, Schwerter fester gepackt und arkane Energien vorbereitet um den Feind ein Willkommen zu bereiten, dass er nie vergessen würde. Doch bevor die anstürmende Wand aus Muskeln und Stahl die Gruppe erreichte sprang Nedd hervor und beschwor die Macht von Xanusos!

Der Beschützer der Ebenen, ein halbgöttliches Wesen, war vor langer Zeit einen Pakt mit dem Ranger eingegangen und erfüllte nun seinen Teil indem er sich wie ein wütender Mahlstrom aus grünlicher Energie und Pflanzenteilen auf die Panzerriesen warf! Der Macht von Xanusos waren die Scheusale nicht gewachsen. Panzer rissen, Knochen barsten und rasch machten sich die Riesen feige von dannen. Die Karawane war gerettet!

Nach einem kurzen Dank an Xanusos machten sich die Glorreichen Sechs weiter gen Fort First Watch auf. Hier trennten sich einige Tage nach dem denkwürdigen Zwischenfall die Wege der Gefährten und der Karawane. Die Händler fuhren weiter, während die Glorreichen Sechs sich gen Surefall Glade wandten.

Während einer kurzen Rast im Gasthaus zum toten Gnoll wurden sie Gefährten von der hübschen, wenn auch kühlen, Rangerin Valeria darüber informiert dass die Pforte zu Blackburrow offen stünde. Dies sollte im Jargon der Ranger bedeuten dass sich die stinkenden Gnolle wieder auf dem Kriegspfad und die Wälder um Surefall Glade unsicher machten. Und in der Tat, als sich die Glorreichen Sechs ihren Weg durch die Wälder bahnten wurden sie immer wieder in Scharmützel mit Gnollen verstrickt. Diese gingen auf der Seite unserer Helden zwar immer glimpflich aus, machten das vorankommen aber schwieriger zumal man großen Kohorten der Wesen ausweichen musste. Ein paar Gnolle sind eine gute Übung für den Waffengang, ein paar hundert Gnolle sind selbst für erfahrene Helden kein Zuckerschlecken.
So schlug man sich bis zu einem befestigten Gehöft durch, welches zu einem formidablen Bollwerk gemacht wurde. Natürlich wurde den Gefährten dort Zuflucht für die Nacht gewährt und Malloreon unterhielt die Einwohner des Abends mit seinen Liedern und die Damen des Nächtens mit seinen anderen Fertigkeiten. Während der Barde sich vortrefflich vergnügte beobachteten seine Geschwister wie ein paar Gnolle auf dem nahe gelegenen Friedhof eine Art Ritual vollführten. Doch an einen Ausfall war des Nachts nicht zu denken! Ohnmächtig mussten sie mit ansehen wie die verderbten Wesen die Gräber schändeten und die Geister der Verstorbenen in ihrer ruhe störten. Unbehelligt konnten die Gnolle abziehen und die Gefährten konnten erst in der Morgendämmerung den verursachten Schaden begutachten und sahen welkende kranke Bäume und zerfurchte tote Erde wo am Vortrag noch ein blühender Gotteshain gestanden hatte! Das Land war von einer unnatürlichen Krankheit befallen die sich auch auf die Gefährten auszubreiten drohte. Sürik, Nanamdar und Malloreon wurden als erste vom Fieber geplagt und konnten nur durch eine glückliche Fügung des Schicksals geheilt werden.

Sürik und Fenya hatten Tags zuvor einen gnomischen Schabernack erfahren, der ihnen von keinem Anderen als Fizzlethorpe Bristlebane selbst gespielt worden war. Ein Bootssteg war unter den beiden Geschwistern verschwunden als sie sich einem freundlich winkendem Gnom näherten und als sie prustend ans Ufer kamen waren ihre Taschen voller seltsamer Goldmünzen.

Als Sürik nun im Fieberwahn mit einer solchen Münze spielte wurde ihm die heilende Gnade des göttlichen Streichespielers zuteil und er, seine Geschwister und das kranke Land genasen innerhalb eines Lidschlages. Ob der Heilung euphorisch jubelnd sprangen die Gefährten auf und wurden erst gewahr dass Ihnen nicht ein Fetzen Kleidung mehr am Leibe war als sie die verdutzen Blicke der Hofbewohner sahen. Bristlebane hatte sich einen weiteren Scherz erlaubt und ihnen die Ausrüstung sauber verpackt innerhalb des Hofes erscheinen lassen und die Goldmünzen mit wohlschmeckenden Keksen zu ersetzen. Angesichts des plötzlichen Genesens der Geschwister ein guter Tausch! Es schien als ob die Gefährten einen guten Draht zu höheren Wesen besaßen, hatten sie nun doch schon Xanusos und Bristlebane auf ihren Abenteuern unterstützt.

Noch am gleichen Tag verabschiedete man sich von den Bewohnern des befestigten Gehöfts um in Surefall-Glade von dem Erlebten zu berichten. Nekromanten die die Aviaks für ihre Zwecke nutzen wollten, gepanzerte Riesen die im Namen des Rallos Zek Karawanen überfielen und Gnolle die Bertoxxulos verderbte Magie einsetzten um Gotteshaine zu schänden. Dunkle Zeiten, dunkle Nachrichten.

So verwundere es unsere Helden doch sehr, dass man ihnen bei der Ankunft in Surefall Glade keinen Glauben schenken wollte. Man hielt ihre Erzählungen für Phantasie-Märchen, Räuber-Armbrüste und Seemannsgarn. Erst als die Gefährten sich auf Nedd den Ranger und dessen Freundschaft beriefen nahm man sie für voll. Und nachdem der Druide Bohlsen das Ausmaß der aufkeimenden Bedrohung umfasste, bat er die Glorreichen Sechs sich auf den Weg nach Queinos zu machen um die Stadt über die besorgniserregenden Entwicklungen zu unterrichten. Mit einem Empfehlungsschreiben in der Tasche machten sie sich auf zur Hauptstadt des Westens. Rasches Handeln war angesagt, die Mächte der Finsternis waren bereits auf dem Vormarsch und nur unsere sechs tapferen Recken konnten die noch ahnungslosen Verteidiger Antonicas warnen!

Der Weg führte sie erneut durch die Gnollverseuchten Wälder und die weitläufige Ebene von Karane bis sie schließlich an den Toren von Queinos ankamen...

Nirraven
Freitag, 4. September 2009, 17:51
Kapitel 1

-Der Nekromant von Queinos-


Queinos, Juwel des Westens, wichtigster Knotenpunkt vieler Handelsrouten, Sitz der Herrscher von Antonica! Beeindruckend schälte sich die Metropole aus dem morgendlichen Frühnebel als sich die Glorreichen Sechs ihr näherten. Massige Mauern umschlossen die Stadt, jeden Angreifer entmutigend. Auf den Zinne und Türmen wehten die Banner und Wimpel des Herrscherhauses.

Von den Wachen, die in stählerner Rüstung die ein- und ausströmenden Menschenmassen beobachten, unbehelligt betraten die Gefährten die Hauptstadt des Reiches und begannen sich umzusehen. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlten sie den pulsierenden Herzschlag einer derart großen Stadt. Fenya und Sürik wurde das Gedränge, die Menschen und der Lärm bald zuviel und sie wünschten sich zurück in die Natur. Mehkomm und Serebrina konnten sich zwar den Weg bahnen, erachteten die Stadt aber eher als notwendiges Übel. Nanamdar und Malloreon hingegen erfreuten sich an der Mannigfaltigkeit, dem bunten Treiben und dem Gefühl genau dort zu sein wo sie sich am besten entfalten könnten. Ein herrlicher Tag.

Schnell verlor man sich in dem wilden Treiben der Stadt und hätte wohl fast seinen Auftrag vergessen, wäre der scharfäugigen Serebrina nicht ein Händler aufgefallen der dort mechanische Putzhilfen verkaufte. Nein, nicht die feilgebotene Ware war von Interesse, sondern der Verkäufer. War es doch der gnomische Nekromant der dort frech als Händler getarnt in mitten der nichtsahnenden Bevölkerung herumstand!

Sofort war die unbekümmerte Leichtigkeit des Umherflanierens wie weggeblasen und die Helden machten sich auf die Oberhäupter der Stadt zu alarmieren. Zuerst wurde dem Kommandeur der Stadtwache ein Besuch abgestattet. Der stolze Anführer der Beschützer Quenios´ Romte Stahlschild wollte den Geschwistern anfangs genauso wenig Glauben schenken wie die Ranger in Surefall-Glade, aber Malloreons Ausführungen und das Empfehlunsschreiben Bohlsens überzeugten ihn schließlich. Rasch wurde ein Spezialtrupp entsandt der den Nekromanten samt Angehörigen zur Befragung in die Festung der Stadtwache eskortierte.

Zufrieden, einen ihrer Widersacher dingfest gemacht zu haben bezogen die Geschwister eine Wohnung in Kasernen-Nähe und brachen zu den Magie-Wirkern von Queinos auf um auch die Gilde der Arkanen über die Vorkommnisse zu unterrichten. War die Gegend um die Kaserne von militärischer Effizienz geprägt so war das Viertel der Arkanen vom wunderbaren Chaos der Magie durchwirkt. Überall sah man anmutige Bauten, kuriose Verzierungen und Werkstätten in denen obskure und faszinierende Aperaturen ratterten, zischten und blubberten. Nach einigen Umwegen fanden die Helden sich schließlich im imposanten Arbeitszimmer des Magus Dmitrius Irska wieder, der den höchsten Rang in der Gilde der Arkanen bekleidete. Auch er zeigte sich zunächst skeptisch und musste erst durch die Gefährten überzeugt werden. In seinem Falle musste sich Malloreon sogar einer Geistverschmelzung unterziehen, damit der Magus Wahrheit von Lüge und Tatsahe von künstlerischer Ausschmückung separieren konnte. Nicht dass der Barde log, aber die Magie-Wirker sind nun mal ein misstrauisches Völkchen. Immerhin gab es zum Dank einen Sack voll Münzen um die Helden für die Unannehmlichkeiten zu entschädigen. Welch vortreffliche Gelegenheit um die Märkte von Queinos unsicher zu machen.

Schnell war das Geld aufgeteilt und man begann sich nach lukrativer Beute oder angenehmer Zerstreuung umzusehen. Nanamdar und Mehkomm fanden im Immervollen Humpen ein schönes Plätzchen um sich an den schäumenden Starkbier zu ergötzen, während es die anderen auf den Markt zog um sich an neuer Ausrüstung und schönen Dingen zu bereichern. Im Gedränge und Geschiebe der Marktbesucher begab es sich dass Malloreon ein Schriftstück zugesteckt wurde in dem man ihn und seine Geschwister aufforderte zur Mitternachtsstunde an den Westturm zu kommen. Dort würde sie ein Informant erwarten, der Wichtiges über die Blutsäbel zu berichten hätte. Merkwürdig. Es klang fast schon wie eine Falle, aber andererseits konnte man gute Informationen nicht außer Acht lassen. Nach einer langen und teilweise hitzigen Diskussion beschlossen die Geschwister schließlich der Aufforderung nachzukommen.

Die Mitternachtsstunde rückte näher und die Glorreichen Sechs hatten an verschiedenen Stellen in der Nähe des Westturm Stellung bezogen. Das lange Warten zehrte an ihren Nerven und Nanamdar fühlte sich leichtes Unbehagen. Er hatte seinem Bruder Mehkomm beim Zechen gleichziehen wollen und dabei den Durst des mächtigen Kriegers unterschätzt. Kurz, er hatte einen infernalischen Kater. Während sie so warteten zog eine Gruppe Feiernder am Westturm vorbei und gröhlte dabei mehr schlecht als recht das Bärenlied. Von der nicht einmal mittelklassigen Darbietung angestachelt trat Malloreon ins Offene und zog seine Laute. Mit einem fulminanten Intro erregte er nicht nur die Aufmerksamkeit der Feiernden, sondern auch die der Leute mehrere Straßen entfernt und als er mehr und mehr Lieder zum Besten gab wurde aus der impulsiven Handlung ein ausgewachsenes Straßenkonzert. Von den tanzenden und singenden Massen abgelenkt bemerkte er nicht, dass seine Geschwister sich in Richtung einer gestalt aufgemacht hatten die ihnen zuwinkte. Der Informant!

Mehkomm hatte den Informanten fast erreicht als diesem ein Schwert in den Rücken gerammt wurde! Wie ein blutiger Stahldorn barst die Waffe aus dem Brustkorb hervor und beendete das Leben des Mannes. Überrascht von der plötzlichen Wendung verlangsamten die Geschwister ihre Schritte. In der dunklen Gasse hinter dem Durchbohrten hörten sie rasche Schritte. Der Übertäter wollte fliehen! Hinterher! Mehkomm verfolgte den Mörde mit großen Sätzen, gefolgt von Nanamdar und Serebrina. Und was sahen sie vor sich herfliehen? Den Nekromanten und seinen Skelettdiener! Wie war das möglich, war der Nekromant doch in der Obhut der Stadtwache. Egal, keine Gnade dem feigen Mörder!

Fenya und Sürik versuchten noch dem Informanten zu helfen, doch hatte sich dieser nach kurzer Zeit in eine stinkende schwarze Pfütze verwandelt. Ein nekromantisches Konstrukt. Das alles war eine Falle um sie zu ködern! Schnell musste man ihre, den Nekromanten verfolgenden Geschwister warnen! Malloreon verabschiedete sich schnell von seiner Zuhörerschar, versprach demnächst im Immervollen Humpen aufzuspielen und machte sich rasch daran zusammen mit Fenya und Sürik zu den anderen aufzuschließen.

Die wilde Verfolgungsjagd führte die Geschwister durch viele Gassen bis sie den verderbten Nekromanten schließlich in der Kanalisation stellen konnten. In den engen Tunneln entbrannte erneut ein erbitterter Kampf mit dem Gnom und seinem untoten Schlächter. Mehkomm drosch mit berserkerhafter Wut auf das Ding vor ihm ein, Nanamdar lieferte sich ein verbissenes Magie Gefecht mit dem Nekromanten und Serebrina jagte Pfeil um Pfeil in die Gegner. Rasch konnten die Geschwister die Oberhand gewinnen und der feige Diener Bertoxxulos´ floh tiefer in die Tunnel. Diesmal sollte er ihnen aber nicht entkommen!

Vom Kampfesrausch gepackt verfolgten die Glorreichen Sechs ihren Feind durch die Eingeweide von Queinos. Stinkende Tunnel und schmutzerkrustete Kavernen wurden durchquert, bis sie dem Gnom schließlich doch in die Falle gingen. Stahlgitter krachten vor und hinter ihnen aus der Tunneldecke und der Tunnel wurde rasch mit Wasser geflutet. Kein Ausweg, Tod durch Ertrinken!

Doch der hinterhältige Feind hatte erneut die Geschwister unterschätzt mit vereinter Kraft hoben Fenya und Mehkomm eines der Gitter an. Muskeln spannten sich bis zum Zerreißen, Gelenke knirschten, aber letztendlich konnten sie aus der todbringenden Falle fliehen. Auf einem tosenden Wasserstrahl reiten wurden unsere Helden in eines der unterirdischen Sammelbecken gespült. Die Gefahr jedoch noch nicht vorrüber. Seuchenratten, die dort nisteten, drängten darauf ihre fauligen Zähne in das Fleisch der Helden zuschlagen. Irre quietschend warfen sich die Tiere auf sie, deformierte kranke Leiber pressten sich gegen ihre Beine, stinkender Raubtieratem schlug ihnen entgegen. Aber nach dem Kampf mit dem Nekromanten war dies nur eine Übung. Mit blanker Klinge wurde den Bestien zu Leibe gerückt und schnell waren nur noch zuckende Kadaver und gespaltene Schädel von ihnen übrig.

Nachdem man kurz die Wunden der letzten Kämpfe versorgt hatte, begannen die Helden nach einem Ausweg aus der Kanalisation zu suchen. Routiniert suchten sie die mit Moos und Flechten bewachsenen Wände der Kaverne ab und fanden eine gute getarnte Tür. Welch ein Glück! Doch als man in den dahinterliegenden Tunnel vorstieß wurde man eines unnatürlichen roten Lichtes gewahr, welches vom Tunnelende zu kommen schien. Der Geruch von fauligem Fleisch stieg den Geschwistern in die Nasen und eine bedrückendes Gefühl machte sich in ihrem Magengruben breit. Vorsichtig rückte man weiter vor und auch die Waffen wurden fester gepackt. Je näher sie dem Tunnelende kamen, desto intensiever wurde der Geruch. Was sage ich, der Gestank! Und als sie schließlich in den Raum der am Ende des Tunnels lag blickten sahen sie einen Schrein des Bertoxxulos!

Fauliges amorphes Fleisch lag auf einem unheiligem Altar aufgetürmt und über diesem hing an einer langen Kette das Siegel des Gottes. Welch unheilvoller Ort. Mitten in Queinos! Der Beschluss diese Ruhestätte des Bösen zu vernichten war schnell gefasst und schon wollten die glorreichen Sechs losschlagen, als sich eine riesige Hand aus dem Dunkel der Decke löste und vor Ihnen auf den Boden Sprang. Ja eine Hand. Riesenhaft. Schauerlich. Das seltsame Ding richtete sich zu den Gefährten aus, zuckte kurz zusammen und unsere Helden wurden von einer unwiderstehlichen Ohnmacht ergriffen. Die Welt wurde still und schwarz....