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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abenteuer zum Entspannen


Minza
Montag, 24. August 2009, 22:23
Ich hatte vor einigen Jahren eine wunderbare Idee: RPG muß nicht immer auf Kampf, Action, Heldentaten oder mysteriöse Rätsel aufgebaut sein... es kann auch richtig gemütlich von Statten gehen. Geradezu langweilig und entspannt, weil auch das der Alltag einer fiktiven Figur sein kann.
Ausschlaggebend war das 9. Durchlesen des Buches "The Hobbit" von J.R.R. Tolkien, in dem sehr gut gezeigt wird, auf was es im Leben nunmal ankommt: Ruhe, fünf Mahlzeiten am Tag und seine eigene Höhle.

Also schnappte ich mir drei meiner wirren Freunde, setzte mich mit ihnen bei einem gemütlichen Met auf den Balkon und wir genossen einen wunderschönen Sommerabend mit hochgelegten Füßen und dem ein oder anderen Würfelwurf.

Ein vollkommen anderes Rollenspiel-Erlebnis, daß in keinster Weise mit den "klassischen" Geschichten zu vergleichen ist, die man sonst so durchstreift.

Wenn es euch interessieren sollte, was dabei dann letztendlich wirklich rauskam, könnt ihr das sogar in meinem Blog (http://www.projektstarwars.de/forum/blogs/minza/318-klassiker-rollenspiels-i-muellers-kuh.html) nachlesen...

...meine eigentliche Frage ist aber nun an euch, ob ihr auch schon solche Aktionen durchgezogen habt und inwiefern ihr eine solche Geschichte aufgezogen habt?
Ich bin gespannt auf eure entspannten Geschichten, Hintergrundideen und jede Art von Meinung :)

el_fatal
Dienstag, 25. August 2009, 09:09
Auf den Rollenspieltreff vor paar Jahren mussten die Spieler die erste Hälfte des Abenteuers als kleine Kinder spielen (ohne irgendwelche Superkräfte, 1/2 TW und andere übliche Kinderwerte halt). Das schliesst natürlich das üblichen Seek-Treasure-destroy-Monsters gebashe aus. War lustig und kam m.E. auch bei den Spielern gut an. Soweit ich mich erinnere wurde die Handelskarawane in den Ebenen von Karana überfallen (Everquest D20 Setting). Die Kinder waren gerade an einem nahen Fluss an Spielen und entkamen so dem Gemetzel. Sie mussten sich nun in die Stadt durchschlagen und dort, auf kindliche Art und Weise, Zieheltern akquirieren. Natürlich gabs etwas Hilfe, denn die Ebenen von Karana sind ein ungemütlicher Ort.

Gruss
El

Jadetiger
Dienstag, 25. August 2009, 12:18
Meine besten Erfahrungen zum Thema Relaxen habe ich hier mit "Katzulhu" gemacht (geht aber natürlich auch mit "Cat" von John Wick).
Das halbe Abenteuer waren die Spieler damit beschäftigt, sich kleine Leckerlis von verschiedneen Hausbewohnern zu erbetteln und auf dem Gehweg herumzutollen.
Als dann "ein fremderer düster wirkender Mann" mit dem Auto vorfuhr und ins Haus ging, folgte ihm kein einziger Spieler. Es war viel wichtiger sich auf der warmen Motorhaube zu räkeln!
Unvergesslich hier die kleine Karthäuserkatze von unserem M.E.T (EPIC-LEVEL-CUTENESS!!!).

Ariochs Herold
Dienstag, 25. August 2009, 13:23
Derartiges Spiel wird natürlich durch die Unfähigkeit (Skilllosigkeit in Sinne von Mangel an klassischen RPG Skills) der Chars. stark begünstigt.
Wer nichts tun kann tut anderes. :)

Dafür könnten im Gegensatz dazu könnten relevante Skills es sogar noch begünstigen:
Kochen, Tabakkenntnis etc.

Quasi Großwildjagd im Jungle, man selbst spielt das Personal... :)

Streicher
Donnerstag, 27. August 2009, 00:26
Ich hab auf dem Treffen bereits zweimal das japanische TRPG "Yuuyake Koyake" angeboten.
Das Spiel verläuft normalerweise gewaltfrei, lustig und nett. Die Regeln unterstützen diese Spielweise direkt. Von "Yuuyake Koyake" sind ausserdem drei offizielle Erweiterungen rausgekommen.
Mir gefällt das Spiel sehr gut.

Maid RPG hat eine Setting-Einstellung die für ruhiges und entspanntes Spielen gedacht ist. Da gibt es dann zB. eine streunende Katze die ins Herrenhaus eindringt, statt einem UFO welches im Garten landet, als "Random Event".
Maid macht mir jedoch mehr Spass mit viel Action.

Das sind jetzt zwei Beispiele, die mir spontan einfallen.

Die allermeisten Regelsysteme müsste man wohl selber umbasteln und kommen dann trotzdem mit zuviel Ballast wie Hitpoints und Kampfregeln, dass man gezwungen wird regelfrei zu spielen.

Nitewolf
Donnerstag, 3. September 2009, 09:24
Bei uns passiert es häufiger mal, dass ein oder auch mehrere Abende hintereinander eigentlich gar nichts "passiert" und das ganze Spiel nur aus character interaction der Spieler untereinander oder auch mit NPCs besteht.
So was ist aber eihgentlich nie geplant, sondern ergibt sich einfach und solange alle Spass dabei haben versucht dann auch kein Meister die Spieler "zur Ordnung zu rufen" um mit der Story weiter zu machen. Wieso auch?

Am legendärsten in der Hinsicht war definitiv ein Chtulhu Gaslight One Shot auf unserem Wochenende. Wir waren alle ältere Herren die zu Beginn des Abenteuers in ihrem Gentlemans Club rumhingen - wo wir dann auch die meiste Zeit blieben, Portwein tranken und Zigarillos rauchten (ingame wie outgame), die politische Lage des Empire erörterten und hin und wieder einen Toast auf die Queen ausbrachten.
Eine der spassigsten Rollenspielerfahrungen meiner Karriere.