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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mr. Johnson ist viel zu nett


Slash.T
Sonntag, 11. Oktober 2009, 22:14
Obwohl in allen einschlägigen Cyberpunk/SR-Publikation häufig von Intrigen und Machtkämpfen die Rede ist, bei denen ein Macchiavelli erblassen würde, kommt von der Hinterfotzigkeit der Auftraggeber (zuminndest in Kauf-Abenteuern) so gut wie nie etwas an. Stets zahlt der Auftraggeber brav die Rechnung, und alle sind zufrieden.

Um dem abzuhelfen folgende Idee für ein Setting, dass in Cyberpunk oder SR funktionieren könnte:

Ein Sicherheitsunternehmen entwickelt unkonventionelle Ideen um neuen Kunden zu gewinnen:
Auf das Ziel werden kleiner Runs verübt um zu überzeugen, dass ein externer Sicherheitsdienstleister her muss.
Die Charaktere werden deshalb angeheuert um von einer kleinen, aber innovativen Firma einen Prototypen zu stehlen.
Zufälligerweise ist der Auftraggeber des Überfalls beim geschädigten Unternehemn mit einem maßgeschneiderten Angebot zu Stelle, und garantiert den Prototypen wieder zu beschaffen, wenn im Gegenzug ein Kontrakt als Sicherheitsdienstleister winkt.

Um unnötige Mitwisser zu beseitigen, plant Mr. Johnson die Runner nicht auszubezahlen, sondern legt bei der Übergabe des Diebesguts einen Hinterhalt um Kosten zu sparen.

Evtl. könnte des Szenario noch dahin gehend erweitert werden, dass das bestohlene Unternehmen dem Sicherheitsdienstleister nicht traut und sich an die Polizei/Lone Star, oder wer auch immer vor Ort für die Sicherheit sorgt, wendet.
Die Runner - sollten sie den Hinterhalt überleben - werden nun von ihrem Auftraggeber und evtl. den Strafverfolgungsbehörden gejagt und müssen ihren Kopf irgendwie aus der Schlinge ziehen.

Verbesserungsvorschläge oder weitere Ideen zur Ausgestaltung werden gerne entgegen genommen.

Grüße

/T

NeonSamurai
Sonntag, 11. Oktober 2009, 22:58
Nich böse sein, aber das klingt nach einem 0815-Run, inkl. der Eliminierung. Vielleicht hab ich auch schon zuviel SR gespielt und bin deshalb nicht am Haken.

Jadetiger
Montag, 12. Oktober 2009, 09:02
Ich schließe mich Neon an. Kannst du näher erläutern wo darin die neuartige Idee steckt? Einen Mr. Johnson, der nicht zahlen wollte, hatte ich in meiner aktiven SR-Zeit bei ca. jedem dritten Run.

Ich würde mich eher auf die "Geschäftsidee" konzentrieren (um den Unterschied zu klassischer Schutzgelderpressung herauszuarbeiten). Was wäre, wenn das angegrffene Unternehmen Wind von der Taktik bekommt und einfach ein anderes Sicherheitsunternehmen beauftragt? Was macht Mr. Johnson dann?

Loki
Montag, 12. Oktober 2009, 09:19
Was wäre, wenn das angegrffene Unternehmen Wind von der Taktik bekommt und einfach ein anderes Sicherheitsunternehmen beauftragt? Was macht Mr. Johnson dann?
Oder das angegriffene Unternehmen eine andere Gruppe anheuert um den Prototypen wiederzubekommen?

Wie meine Vorp(r)oster schon geschrieben haben, ist die Idee nicht neu. Ich selbst habe sie schon vor Jahren in allen bisher genannten Facetten geleitet. Um ehrlich zu sein ist es bei SR sehr schwer etwas innovatives Neues zu erfinden.

thestor
Montag, 12. Oktober 2009, 11:29
Um ehrlich zu sein ist es bei SR sehr schwer etwas innovatives Neues zu erfinden.

Ein ehrlicher, integrer und erfolgreicher CEO? Ach nein, ich wette da gibt es auch schon einige demenstsprechende Mary Sue's und schlechte Vetinari-Klone...

Ich glaube bei Shadowrun wäre ein feuerspeiender Drache der eine jungfräuliche Prinzessin entführt was neues. Aber am Ende wird er eh nur hinter ihren Aktienoptionen her sein. Männer eben.

Streicher
Montag, 12. Oktober 2009, 13:37
Ein Mr. Johnson der die Runner übers Ohr ziehen will, soll was Neues sein? Das ist eigentlich schon eher Standard. :)
Bei uns wurde jede Übergabe nach Möglichkeit von Scharfschützen mit Panther-Cannons gedeckt. Zu Mr. J ist man stärker bewaffnet, geschützt und paranoider gegangen als in den Run selber.

Lhor
Montag, 12. Oktober 2009, 13:57
Ein Mr. Johnson der total grün hinter den Ohren ist und sich anstellt wie der letzte Depp DAS wäre mal Innovation.
Oder der viel zuviel Geld verspricht und dann nicht zahlen KANN, weil er sich verkalkuliert hat.
Das wär mal cool.

Der Mafiosi-Mr. J ist so innovativ wie ein Troll-Strassensamurai mit ner Phanter S. oder ein elfischer Ki-Adept

Slash.T
Montag, 12. Oktober 2009, 14:09
Bei uns wurde jede Übergabe nach Möglichkeit von Scharfschützen mit Panther-Cannons gedeckt.
Da ist "meine" Runde definitiv mehr auf Straßen-Niveau angesiedelt...oder ich sollte den Titel des Threads ändern in "Ich bin viel zu nett".

Grüße

/T

Lhor
Montag, 12. Oktober 2009, 17:06
Es kommt halt auch definitiv darauf an, was die Runner so drauf haben.

Ein Runner Team, welche nur aus dummen Cyberschlägern besteht wird sicherlich öfters übers Ohr gehauen als ein Team welches für seine Gerissenheit und Kontakte bekannt ist.
Denn zweiteres will sich ein Konzern sicher nicht so schnell verscherzen, da man die erstens nicht wie Sand am Meer findet und zweitens auf der Straße für einen schlechten Ruf sorgen kann.
Wenn nämlich plötzlich die Runner mehr Geld wollen oder die Aufträge erst gar nicht mehr annehmen wollen tut das auch dem Konzern weh.

thestor
Montag, 12. Oktober 2009, 17:21
Wobei natürlich da das Risiko besteht, dass sich der Konzern sagt "wenn wir sie nciht haben können soll sie eben keiner haben" und ein Hitsquad vorbeischickt.
Aber ist natürlich wie in allen anderen Berufen, wer seltene und wertvolle Fähigkeiten hat, kann die Bedingungen stellen (in SR eben mit der genannten "wenn-nicht-wir-dann-auch-niemand-sonst" Komplikation) wär einer von vielen anderen ähnlicher Befähigung ist darf sich treten lassen, aber schön artig für bedanken.

Informationsschnipsel
Montag, 12. Oktober 2009, 18:50
Wie oft kommt es bei euch eigentlich vor, dass die Gruppe über den Run und den Auftraggeber Daten zurücklegt (automatischer Up-Load nach bestimmter Zeit, Unterlagen bei Rechtsanwalt oder Vertrauten o.ä.), damit Mr. Johnson doch noch seine gerechte Strafe bekommt, wenn er lieber mit Kugeln als mit Kohle rüberkommt?

Und wie oft lasst ihr dann die Runner von ihren Vertrauten übers Ohr hauen (die verkaufen die Daten, obwohl den Runnern nichts passiert)?

NeonSamurai
Montag, 12. Oktober 2009, 19:01
Die gerechte Strafe erfolgt meisst nicht auf juristischem Wege. Es gibt einen Song der das gut umschreibt. (http://www.gametrailers.com/user-movie/mercenaries-2-song-oh-no/264240) :laugh:

Wenn ich auf einem Jetski auf offener See treibe und wilde Verhandlungen mit meinem Schieber über ein Abholkommando führe, dann weiss ich, dass war ein super Spieleabend, der Charakter denkt da dann wohl anders. Die Kunst ein gutes Abenteuer in SR zu leiten ist eigentlich, dass der Run selbst vielleicht garnicht der Höhepunkt sein muss. Heisse Ware loswerden und überleben, da enstehen spannende Geschichten und die Charaktere haben meisst eine hohe Eigenmotivation. :)

Ronin
Montag, 12. Oktober 2009, 21:08
Mein Char hat fast immer mehr Kohle mit den Nebeneinkünften kassiert als mit dem Run selbst.
(= Waffen und sonstige Wertgegenstände/Informationen, die wir mitgehen ließen oder Sidesteps in der Story, die unser Spielleiter erlaubte)

Außerdem kam es ungefähr genauso oft vor, dass wir Johnson übers Ohr gehauen haben, wie er uns :evilgrin:
(Und jetzt fragt nicht wie oft mein Char durch den Abwasserkanal flüchten musste oder nen Auftragskiller erledigt hat.)

So ist eben SR - hart, unfair und gemein.

Streicher
Dienstag, 13. Oktober 2009, 01:50
Panther-Cannons SIND Strassen-Niveau. :)

Der Strassenindex ist noch mini genug, also erlaubt. Und die Dinger sind im Grunde endsgünstig. Also gleich ein paar auf Reserve kaufen. Eines in jeden Kofferraum von jedem Auto. Wenn ich mich richtig erinnere ist die Munition sogar wesentlich leichter zu beschaffen als APDS fürs WA2000.
Die Ares Combatgun (das Ding wie ein OICW) hatte ein ähnliches Problem. Viel zu günstig bei der Chara-Erschaffung.

@Neon Samurai: Geiles Lied.

Ein Mr. J der den Charakteren ans Herz wächst. Weil er sich ehrlich für die Runner einsetzt. So, dass sie ihn sogar freiwillig aus einer miesen Situation raushauen werden. Das wär auch mal was anderes.
Weniger Paranoia, mehr Heroic Bloodshed.

Lhor
Dienstag, 13. Oktober 2009, 09:39
Mein Char hat fast immer mehr Kohle mit den
Außerdem kam es ungefähr genauso oft vor, dass wir Johnson übers Ohr gehauen haben, wie er uns :evilgrin:
(Und jetzt fragt nicht wie oft mein Char durch den Abwasserkanal flüchten musste oder nen Auftragskiller erledigt hat.)

Ein Konzern schickt einen einzigen Auftragskiller um einen Runner zu töten?
Was muss dass für ein krasser Kerl gewesen sein? Wenn ein Konzern das macht, traut sie dem Killer alles zu. Ein Drache? Vampir? Cyberzombie?

Aber wie löst du dann das Problem? Wenn ein Konzern schonmal was auf dich angesetzt hat, hören die ja nicht auf. Die Überlebenschance sinkt jeden Tag.
Du musst dich mit dem Konzern wieder gutstellen oder als tot gelten, sonst hast du doch keine Chance?

Don Espada
Dienstag, 13. Oktober 2009, 11:03
Ein Konzern schickt einen einzigen Auftragskiller um einen Runner zu töten?
[...]
Du musst dich mit dem Konzern wieder gutstellen oder als tot gelten, sonst hast du doch keine Chance?

Zustimmung.

Wenn ein Konzern(er) entscheidet, Ressourcen für eine Tötung auszugeben,
muss sich die Investition lohnen.

Oder der Entscheidungsträger bekommt interne Probleme.
Das heisst, dass für denjenigen eine bedrohliche Situation entstanden
sein muss, die (seiner Meinung nach) den Tod des Charakters rechtfertigt,
besser: erfordert. Also muss er die Sache durch den Tod des Charakters
zu Ende bringen. Hört er damit auf, muss es sehr gewichtige Gründe geben.

Aus den Augen aus dem Sinn? Wohl kaum...

el_fatal
Dienstag, 13. Oktober 2009, 11:08
Was mir schon immer im Kopf rumgegegeistert ist, ich aber damals nie als Session umgesetzt habe sind Runs als HTR-teams für Platinkunden von Docwagon oder BuMoNa. Das ein unverbrauchtea Szenario das Gelegenheit bietet Runs aus einer ganz anderen (moralischen) Perspektive anzugehen und immer ein drückender Zeitfaktor präsent ist.

gruss
Ekl

Don Espada
Dienstag, 13. Oktober 2009, 11:26
Mr. Johnson ist Geschäftsmann. Warum sollte er immer nett oder warum sollte er immer
Verräter sein?
Für sinnvoll halte ich es, bei der Erstellung der Geschichte, des Plots, Johnsons Motivation
zu klären. Hat er einen Anteil an der Geschichte oder ist er (nur) der Anlass für die Runner,
aktiv zu werden?
Ist er nur Vermittler (und zwar in erster Linie und auch für andere Teams), wird er (oder
sie oder eine ganze Agentur) Wert darauf legen, seinen Ruf zu wahren, zuverlässig zu
sein.
Variante: letzter Auftrag, danach Taschen vollschaufeln und ab auf die Malediven/
Mondkollonien.
Hat er ganz andere Absichten, dann ergibt sich sein "Nettigkeitsgrad" aus der Geschichte.

Ronin
Dienstag, 13. Oktober 2009, 11:54
Ein Konzern schickt einen einzigen Auftragskiller um einen Runner zu töten?
Was muss dass für ein krasser Kerl gewesen sein? Wenn ein Konzern das macht, traut sie dem Killer alles zu. Ein Drache? Vampir? Cyberzombie?

Aber wie löst du dann das Problem? Wenn ein Konzern schonmal was auf dich angesetzt hat, hören die ja nicht auf. Die Überlebenschance sinkt jeden Tag.
Du musst dich mit dem Konzern wieder gutstellen oder als tot gelten, sonst hast du doch keine Chance?

Lös dich mal von der Vorstellung, dass ein Mr. Johnson immer von einem Konzern kommen muss.

Es war ein 2er Team, der eine Mr Johnson der unsere Gruppe für eine sehr dreckige Arbeit anheuern wollte (selbst in SR Verhältnisse gerechnet).
Wir haben abgelehnt.
Mr. Johnson und sein Kumpel (der Auftragskiller und zufällig wirklich Vampir) haben dann versucht uns zu vernichten (weil wir Information über die beiden sammeln konnten, die sehr unangenehm waren)
Im Endeffekt hat mein Char den Killer erwischt, bevor er uns erwischt hat und dann dem Mr Johnson wortwörtlich den Hals umgedreht.
(War halt gut powergaming, mein Char war mit 100+ Karma noch einer der kleineren)

Es gab danach niemanden mehr mit dem wir uns gutstellen konnten :)

NeonSamurai
Dienstag, 13. Oktober 2009, 12:19
Ein wunderbarer Pool für SR-Abenteuer und generell Ideen ist die Serie "Burn Notice" (Staffel 1 gibts mittlerweile auf deutsch, läuft auch irgendwo im deutschen Fernsehen, 3 Staffeln auf englisch).

Lhor
Dienstag, 13. Oktober 2009, 15:34
Lös dich mal von der Vorstellung, dass ein Mr. Johnson immer von einem Konzern kommen muss.

Naja gut konnte ja nicht wissen, dass es ein extremer Ausnahmefall ist.
Ein Johnson kommt zu 99,99% von einem Konzern.

Ronin
Dienstag, 13. Oktober 2009, 15:57
Naja gut konnte ja nicht wissen, dass es ein extremer Ausnahmefall ist.
Ein Johnson kommt zu 99,99% von einem Konzern.

Einspruch!
Ich weiß nicht wie ihr gespielt habt, aber in meiner damaligen Gruppe gab es auch viele Aufträge vom Schieber oder auch anderen Runnerteams. Dann sind die halt die "Johnsons"
Ein paar mal sind wir auch auf eigene Faust losgezogen - da waren wir eigentlich unser eigener Johnson :D

Das klassische SR - Johnson heuert Runner im Auftrag eines Kon an, die Runner klauen etwas (oder machen es kaputt) von einem andern Kon und fertig - gab es eher seltener

Wäre sonst ja auch doof - ein Runner hat extreme Unterhaltskosten und braucht natürlich auch Geld für Ausrüstung. Das kommt einfach nicht rein, wenn man alle paar Monate mal für einen Kon arbeitet. Öfter geht eigentlich nicht, weil man sonst zuviel Aufmerksamkeit erregt.
Immer schön den Kopf unten halten ;)

Jadetiger
Dienstag, 13. Oktober 2009, 16:40
Ich dachte immer mit "Mr. Johnson bezeichnet man den Typen, der einem den Auftrag gibt. Der Schieber/Fixer ist doch nur der "Makler". Er vermittelt sozusagen die Aufträge an die Runner und kann daher nie "Johnson" sein.

Ich bin aber auch der Meinung, dass Mr. Johnson nicht von einem Konzern kommen muss. Ich bin sogar der Meinung, dass in den meisten Fällen die Leute hinter Johnson unbekannt sein und bleiben sollten. Man siehe hierzu den Film "Ronin". Der Auftraggeber und der Inhalt des "Päckchens" sind dem Profi egal. Hauptsache die Kohle stimmt.

Meine Runnergruppe hat sich in meiner aktiven SR-Zeit mal ziemlich geärgert, als sie nach mehreren Aufträgen für den gleichen "Johnson" festgestellt haben, dass es sich um einen Fliegenschamanen aus einer üblen Sekte handelte und sie die Ganze Zeit für "die Bösen" gearbeitet haben :D

Lhor
Dienstag, 13. Oktober 2009, 16:50
Also nachdem was ich gelesen habe und weiß, sind tatsächlich fast alle Auftraggeber Kons.
Sei es in Romanen, Definitionen in der Wiki oder sonstwas.

Natürlich weiß ich, dass man als Rollenspielgruppe sehr oft von der Norm abweicht, weil es sonst langweilig wird.
Da sind Johnsons plötzlich Vampire die ein heiliges Indianerrelikt geklaut haben wollen oder eine K.I. die einen Roboterkörper haben will.
Aber nichtsdestotrotz... in der Welt, wenn sie kausal bleiben soll, dienen Runs und deren Auftraggeber, die Johnsons, in erster Linie und nahzu ausschließlich, den geheimen Krieg der Konzerne.
Weil das ist der einzige Umstand der Runner überhaupt dauerhaft und konstant Arbeit geben kann.
Man kann als Runner nicht jahrelang auf Runs warten, die darauf basieren in Tibet einen Drachenmönch zu entlarven.
Zwischen diesen aussergewöhnlich Runs, gibt es nämlich den Alltag, und der heisst Standart-Run.
Wenn man als Gruppe nur Ausnahmen ausspielt, meinetwegen, aber in der Spielwelt ist die Norm der Runs nunmal Kon vs. Kon Runs.

Ronin
Dienstag, 13. Oktober 2009, 19:27
Könntest du bitte eine dieser Definitionen posten?
Bin zwar nicht mehr ganz so drin in der Welt von SR, aber an eine solche Definition kann ich mich nicht erinnern.

Außerdem glaube ich genau das Gegenteil - man kann als Runner nicht monatelang auf einen Auftrag von einem Kon warten. Und das muss man, wenn man nicht ständig von einem Kon gejagt werden will.

@Jadetiger
Auch der Schieber vergibt selber Aufträge - schmuggeln, heiße Ware bewachen, usw.
Ein Schieber hat mehr als genug Arbeit, die er an ein Runnerteam weitergeben will/kann

Lhor
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 10:00
@Ronin
http://wiki.shadowhelix.de/Mr._Johnson

Warum sollte ein Runner von einem Kon gejagt werden? Nur weil er gegen einen Kon vorgeht? Das ist sein Job.
Nicht umsonst sind Runner die am schwersten fassbaren Personen und im Grunde ist es ihr primärer Job unerkannt und anonym zu bleiben.
Deswegen setzt man ja als Kon auch Runner gegen andere Kons ein, weil die unsichtbar sind.
Warum sonst sollte ein Konzern solche Aufgaben outsourcen? Der könnte auch eigene gezüchtete Supercyberzombies und initiierte Magier schicken.
Aber das würde offenen Krieg bedeuten, also geht man in den Schatten.
Zu diesem Zweck gibt es Shadowrunner überhaupt. Alles andere ist Nebenerscheinung.

Ein Runner, der von einem Kon als Anschläger identifiziert wird, ist so gut wie tot.
Nein, er ist eigentlich tot. Und als SL sollte man das auch so handhaben, weil sonst hat das Setting irgendwie keinen Sinn mehr.

Da helfen dann nur noch Unmengen an Credits um sich freizukaufen oder extreme Aktionen um den Kon abzuschütteln.

Jadetiger
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 10:33
@Ronin
http://wiki.shadowhelix.de/Mr._JohnsonDie Definition dort ist IMO etwas widersprüchlich.
Nach meinem Verständnis dient der Begriff "Mr. Johnson" dazu, den wahren Namen des Auftraggebers zu verschleiern. Wer hinter dem Auftraggeber/Strohmann Mr. Johnson steht (ob Konzern oder sonstwer), erfahren die Runner im Idealfall gar nicht. Es geht hier um maximale Anonymität. Können wir uns darauf einigen?

NeonSamurai
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 10:42
Johnson = anonymer Auftraggeber.

Nicht mehr und nicht weniger. Das flufftechnisch 90% aller Johnsons von nem Konzern sind, tut erstmal nichts zur Sache.

thestor
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 10:52
Ich würde mal sagen, dass es darauf ankommt in welcher Subkultur die Runner tätig sind, und daher die Johnsons kommen. Klar bei den meisten werden das Konzerner sein.
Aber nur mals als Gedanke: Ökoaktivisten / -teroristen mit einer Zellstruktur, da kann es auch sein, dass andere Zellen ihnen einen "Johnson" schicken um Informationen weiterzugeben und um Erfüllung gewisser Aufträge zu bitten. Noch besser, falls die falschen Stellen das Treffen observieren glauben sie eventuell ein anderer Kon steckt dahinter, anstatt Ökos.

Lhor
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 11:15
Ja klar, ein Mr. Johnson ist in erster Linie ein anonymer Auftraggeber.
Mir gings nur darum, dass in den meisten Fällen Konzerne diese Johnsons beauftragen bzw. deren Angestellten sind, und der Rest eine Ausnahme.

Ich wollte damit auch einfach nur ausdrücken, dass es ohne die Kon-Kriege imho keine Shadowrunner gäbe und dass Heimlichkeit Grundvoraussetzung ist um in dem Geschäft zu überleben.
Das lassen viele zu oft ausser Acht finde ich.

thestor
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 13:29
Heimlichkeit... oder Verleugnarbarkeit (Deniability)? Die Idee von Shadowrunner ist doch in erster Linie, dass der angegriffene Kon zwar rauskriegen mag wer ihn attackiert hat aber nicht in wessen Auftrag, oder?

EDIT: Da kommt mir eine Idee: Wenn ein mr. Johnson die Runner übers Ohr haut, dann ist eine mögliche Rache ja dem Opfer des Runs alles zu erzählen. Nun ein Mr. Johnson der die Runner übers Ohr haut damit sie genau das machen, weil er die Runner hereingelegt hat von welchem Kon er kommt, Kons A und B liegen dann im Clinch und Kon C, von dem der Johnson wirklich war ist der lachende Dritte. Eine Variante wäre, das Mr. Johnson selbst hereingelegt wurde, dann wäre ein weiterer Bonus dass von einem Gegnerkon die Reputation in den Schatten runtergeht, bzw. ein Feind-Johnson so richtig diskreditiert ist.

Streicher
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 13:40
Ich würde als Mr. J keinem Team nen Auftrag geben die, aus welchen Gründen auch immer, ihren vorigen Auftraggeber de-anomysiert und verraten haben.

Lhor
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 14:38
Heimlichkeit... oder Verleugnarbarkeit (Deniability)? Die Idee von Shadowrunner ist doch in erster Linie, dass der angegriffene Kon zwar rauskriegen mag wer ihn attackiert hat aber nicht in wessen Auftrag, oder?

Die Idee vom Shadowrunner ist, dass weder Auftraggeber noch Attentäter entdeckt werden.
Der Shadowrunner wird ja wohl mehr als einen Run machen wollen und deswegen unerkannt bleiben müssen.

Ronin
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 14:41
In dem Link steht unter anderem, dass auch private Auftraggeber, Mafia usw. sich als Johnson vorstellen. Es ist eben nicht immer ein Kon.

Runner sind Söldner, ohne Krieg gäbe es sie nicht. Allerdings herrscht auf der Straße Krieg. Es muss kein Kon Krieg sein. Dass dort die lukrativsten und wahrscheinlich auch meisten Aufträge lauern, ist eine andere Geschichte.

Heimlichkeit - kurz gesagt, es gibt sie nicht.
Wenn man SR richtig konsequent durchdenken würde, hätten Runner keine Chance, egal wie gut sie sich anstellen. Aber lassen wir das lieber, sonst machen wir uns eine schöne Spielwelt kaputt :)

Warum Kons keine eigenen Truppen schicken?
Weil Runner entbehrlich sind. Wie Söldner eben.
Kontruppen sind wertvoller, deshalb werden sie geschont.

Nur weil ein Kon heraus findet, wer ihn angegriffen hat, heißt das noch lang nicht offener Krieg. Es gibt auch verdeckte Gegenschläge - sind sogar effektiver, ressourcenschonender und dem Geschäft nicht ganz so abträglich wie Krieg :D

Lhor
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 15:14
Naja, jeder nutzt den Interpretationsspielraum auf seine Weise. :)

Jadetiger
Mittwoch, 14. Oktober 2009, 16:09
Naja, jeder nutzt den Interpretationsspielraum auf seine Weise. :)Das ist ja eben das Tolle am Rollenspiel :D

alexgw
Sonntag, 3. Juli 2011, 11:25
Meiner Meinung ist ein Mr. Johnson in eigener Sache, als angehöriger Mitarbeiter oder als externer Mitarbeiter einer beauftragenden Organisation ANONYM in der Vermittlung zwischen Runner und Auftraggeber tätig.
Ich denke die Vermittler unterscheiden sich in ihrer Erfahrung, ihren Resourcen und in ihrem Verhalten gegenübern den Runnern.

alexgw
Samstag, 9. Juli 2011, 10:00
Auftraggeber von Mr. Johnson:

In eigener Sache
Wirtschaftliche Zusammenschluse
Kriminelle Organisationen
Privatpersonen
Religiöse Gemeinschafte
Magische Zirkel
Ökologische Gruppierungen
Politsche Parteien
Paranormale