Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage Grundsatzfrage: Nur Fantasy & SciFi?
[Tom]
Donnerstag, 15. Juli 2010, 11:16
Mal eine kleine Grundsatzfrage an die Brettspieler-Runde:
Spielt Ihr nur/meist/mit Vorliebe Brettspiele mit einem Fantasy oder Science Fiction Hintergrund? "Ächtet" Ihr Spiele, die keinen solchen Hintergrund haben, bzw. mögt Ihr solche Spiele schon aus Prinzip nicht spielen?
Meine Frage rührt daher, dass ich "früher" mich an solchen Themen beim Spielekauf orientiert habe, inzwischen aber festgestellt habe, dass viele dieser Spiele den Hintergrund gerne nutzen, um eigentlich ein unnötig umständliches und meist auch nicht besonders gutes Spielprinzip/eine Spielmechanik zu "überdecken".
Derweil entdecke ich bei den "Eurogames" ständig neue Spiele, die mir wahnsinnig viel Spaß machen, und die thematisch interessanten Spiele einfach in der Spielmechanik überflügeln.
Als Beispiele seien da bei den aktuellen Spielen genannt: Agricola, Le Havre, Funkenschlag, Vor den Toren von Loyang
(Und ja, natürlich gibt es auch gute bis sehr gute F&SF-Spiele, wie Twilight Imperium, Small World, Race for the Galaxy)
Jadetiger
Donnerstag, 15. Juli 2010, 12:56
Zuerst mal: Ich verwehre mich gegen den Begriff "Eurogames". "German Games" ist der Begriff der Wahl!
@topic
Für mich ist die Hintergrundgeschichte bei Brettspielen eigentlich grundsätzlich sekundär. Wichtig ist IMO:
- Die Mechanik muss gut sein;
- Es sollte ein gewisses Mindestmaß an Innovation dabei sein;
- Das Spiel muss Spaß machen.
Ich halte es, wie du ja schon geschrieben hast, für irreführend, ein interessantes Setting und eine gute Aufmachung mit einem guten Spiel gleichzusetzen.
Ein gutes Beispiel ist hier z.B. der Spieleklassiker "Hotel". Für damalige Verhältnisse hatte das Spiel eine sehr attraktive Ausstattung und eine gut designte Optik. Das Spiel an sich war aber ziemlicher Schrott.
Streicher
Donnerstag, 15. Juli 2010, 13:53
Deswegen gibt es ja die beiden Begriffe, Euro Games und Ameritrash. :)
Generalisieren würde ich da aber nicht. Eine ansprechende Thematik und Aufmachung hilft sehr um Leute zum Spielen zu überreden.
Wichtiger für mich ist aber wie gut das Spiel die Spieler in allen Phasen des Spiels involviert. Deswegen kannst du mich zB. mit Agricola jagen und Le Havre würde ich nicht mal mit einem Kantholz anfassen wollen. Mehrere Leute die sich zum Single-Player wettspielen treffen ist nicht meine Auffassung von einem schönem Spieleabend. Da helfen auch die ganzen Genialitäten in den Regeln nicht drüber hinweg.
[Tom]
Donnerstag, 15. Juli 2010, 14:22
Oje. Verzeih die Frage - aber hast Du Le Havre schon gespielt? Oder Agricola? Den beiden Spielen Interaktivität zwischen den Spielern abzusprechen finde ich sehr gewagt. Bei Vor den Toren von Loyang würde ich Dir zustimmen, denn da beschränkt sich das "Miteinander/Gegeneinander" auf den Poker um die Karten. Aber gerade bei Le Havre hast Du doch eine unglaublich geringe Downtime und Alles ist miteinander verzahnt - also nichtmal den "eigenen Hof" wie bei Agricola gibt es...
Darf ich Dich um ein Gegenbeispiel bitten für ein Spiel, bei dem alle Spieler immer beteiligt sind? Mir fällt dazu nämlich keines ein, ehrlich gesagt. (Dabei zähle ich jetzt ein passives "Ich werde angegriffen und darf Würfel werfen" nicht mit).
Aber ich denke wir Beide werden da eh nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, da Le Havre momentan mein Lieblingsspiel ist; da Du es zum Davonlaufen findest, frage ich mich eben "nur" noch, welches Spiel denn bei Dir ganz oben im Kurs steht... :)
Fred
Donnerstag, 15. Juli 2010, 14:24
Die Geschmäcker sind eben verschieden. Abstrakte Strategiespiele, Kartenspiele und Gesellschaftsspiele ohne SF/Fantasy-Hintergrund interessieren mich nicht (einzige mögliche Ausnahme: Im Wandel der Zeiten) . Bei Cosims ist mir der Hintergrund egal, da kann sogar der Mechanismus bis zu einem gewissen Grad Schrott sein (z.B. International Team). Für einen lustigen Spieletag sind Gesellschaftsspiele a la Fantasy Flight gut, wo die Regeln abstrakt, durchdacht und alle Spieler ständig involviert sind. Wenn ich aber ein intensives Spielerlebnis haben will, geht für mich nichts über ein 2 (oder mehr)-Personen Cosim a la Avalon Hill mit "realistischen" Regeln, da darf sich der Gegenspieler dann auch ruhig ordentlich Zeit mit seinem Zug lassen. Solche Cosims dauern dann natürlich entsprechend länger.
Pnopf
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:00
Battlestar Galactica bzw. der Urvater die Werwölfe von Düsterwald sind Spiele die von Interaktion der Spieler leben.
Agricola habe ich selber und finde es super. Le Havre habe ich bereits gespielt, aber außer Felder mit Arbeitern belegen haben die beiden Spiele keine weiteren Interaktionsmöglichkeiten für die Spieler. Agricola finde ich super weil es ein gut ausgeklügeltes Aufbauspiel für zwischendurch ist und trotzdem genug Komplexität bietet.
[Tom]
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:07
Aber genau diese Interaktion - plus das geschickte Kaufen/Bauen der richtigen Gebäude und Schiffe - finde ich sehr spielentscheidend. Man kann vielleicht nicht offensiv dem anderen Spieler etwas "wegnehmen" - sehr wohl aber blockieren, bzw. rechtzeitig wichtige Aktionen durchführen, ehe der Mitspieler es macht.
Werwölfe vD finde ich auch sehr gut - hat für mich aber eigentlich nichts mit einem Brettspiel zu tun; das fällt in die Kategorie "Partyspiel" für mich. Battlestar Galactica habe ich noch nicht gespielt - das ist ein Coop-Spiel, allerdings mit Verräter, also eine Art Kombination von Pandemie und Werwölfe?
Jadetiger
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:19
;45640']Darf ich Dich um ein Gegenbeispiel bitten für ein Spiel, bei dem alle Spieler immer beteiligt sind? Mir fällt dazu nämlich keines ein, ehrlich gesagt. (Dabei zähle ich jetzt ein passives "Ich werde angegriffen und darf Würfel werfen" nicht mit).Hier finde ich das beste Beispiel Koop-Spiele wie Ghost Stories (http://www.boardgamegeek.com/boardgame/37046/ghost-stories), Pandemie (http://www.boardgamegeek.com/boardgame/30549/pandemic), Sherlock Holmes Criminal-Cabinett (http://www.boardgamegeek.com/image/146713/sherlock-holmes-consulting-detective) und Arkham Horror (http://www.boardgamegeek.com/boardgame/15987/arkham-horror).
Bei diesen Spielen sind eigentlich immer alle Spieler beteiligt, weil man sich ständig abspricht oder über die Züge diskutiert.
Das ist aber natürlich eigentlich schon wieder OT hier...
Was mein persönliches Faible angeht: Ich mag Spiele mit möglichst geringem Glücksfaktor wie z.B. Navia Dratp (http://www.boardgamegeek.com/boardgame/10819/navia-dratp), Ave Caesar (http://www.boardgamegeek.com/boardgame/494/ave-caesar) oder Torres (http://www.boardgamegeek.com/boardgame/88/torres).
Daran sieht man schon, dass ich primär auf die Mechanik achte. Schöne Aufmachung ist für mich im wahrsten Sinne des Wortes "Schmückendes Beiwerk".
[Tom]
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:25
Nö, finde ich eigentlich garnicht so OT. Arkham Horror und Pandemie finde ich garnicht schlecht - wenn man auf Solitair-Spiele steht. ;D
Nein, ganz im Ernst: Ich stelle bei diesen Spielen immer fest, dass ja eh alle Spieler an einem Strang ziehen, und somit ein oder zwei dominante Spieler praktisch die anderen zwei bis vier Spieler "steuern": Pass auf, Du gehst dahin und hierhin, machst dies und das, während ich hier... OK? - Ähh, ja, ok...
Mich stört - oder besser gesagt: mir fehlt bei diesen Spielen die Spannung, sich mit den anderen Spielern zu Messen; am Anfang war Arkham Horror noch interessant, vor Allem, weil es was Neues war - aber inzwischen finde ich gerade das Verhältnis Spielspaß zu Spieldauer (für mich persönlich) unbefriedigend...
Übrigens kann man auch bei Spielen gegeneinander Strategien diskutieren und Möglichkeiten laut überlegen, so dass die anderen Spieler teilhaben. Ich persönlich finde es schon immer recht spannend zu beobachten, was denn meine Mitspieler tun in ihrem Zug, damit ich eine Idee bekomme, was deren Plan ist...
Jadetiger
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:33
;45648']Mich stört - oder besser gesagt: mir fehlt bei diesen Spielen die Spannung, sich mit den anderen Spielern zu MessenDas war ja garnicht die Frage. Du hast nach Spielen mit ständiger hoher Spielerinteraktion gefragt und das ist hier wohl eindeutig gegeben.
;45648']Übrigens kann man auch bei Spielen gegeneinander Strategien diskutieren und Möglichkeiten laut überlegen, so dass die anderen Spieler teilhaben. Ich persönlich finde es schon immer recht spannend zu beobachten, was denn meine Mitspieler tun in ihrem Zug, damit ich eine Idee bekomme, was deren Plan ist...Das ist ja genau der Grund, warum man als geübter Gamer seine Überlegungen NICHT diskutiert. Ich will doch nicht, dass Mitspieler eine Idee bekommen, was mein Plan ist!!
[Tom]
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:40
Das war ja garnicht die Frage. Du hast nach Spielen mit ständiger hoher Spielerinteraktion gefragt und das ist hier wohl eindeutig gegeben.
Stimmt; das war nur noch ein "Nachsatz" von mir. Ich habe mich auch ein wenig OT tragen lassen. Sagen wir so: Durch die o.g. Dominanz-Problematik, wie ich sie erlebt habe, ist es zwar Interaktion im eigentlichen Sinne; da stimme ich Dir zu. Aber für mich sind es nicht unbedingt Spiele in dem Sinne, dass man sich spielerisch mit den anderen Spielern misst.
Nachtrag: Warlord dagegen hat sehr viel Interaktion, für ein Kartenspiel *hint hint* ;)
Negotiator
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:53
Um Deine Eingangs-Frage zu beantworten: Nein, das Setting ist grundsätzlich nicht das entscheidende. Ich spiele völlig abstrakte Spiele genause gerne wie "Themen-Games".
Entscheidend ist vielmehr der Zweck des Abends: Will ich mir den Kopf in höchstem Maße mit ein paar anderen Leuten taktisch zermartern (z.B. a la Renaissance oder Agricola) oder suche ich ein "Poppcorn-Game" (z.B. Carcassonne o.ä) zum nebenbei Unterhalten. Zwischen den Extremen gibt es natürlich noch Zwischentöne...
Genauso kann ich mich auch zwischen Miteinander und Gegeneinander entscheiden. In der Tendenz macht es aber einfach mehr Spaß, wenn alle Spieler ständig irgendwie involviert sind. Es wird einfach irgendwann schrecklich öde, wenn vier von fünf Spielern daneben sitzen und nichts tun können, während der eine gerade Weizenkörner von links nach rechts verteilt...
Ich stimme Tigi aber zu: Der Spielmechenismus ist schon wichtiger als das Setting. Wenn die Regeln mist sind, helfen die schönsten Figuren nichts.
@Tigi: Falsch verstanden: "Eurogames" ist ein Verlag, "German Games" ist eine Spiele-Klassifizierung :klug:
Jadetiger
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:57
@Tigi: Falsch verstanden: "Eurogames" ist ein Verlag, "German Games" ist eine Spiele-Klassifizierung :klug:Oh, den Verlag kannte ich garnicht. Danke für den Hinweis!
oder suche ich ein "Poppcorn-Game"
Dafür gibts auch schon ein Fachwort: Bier&Brezel-Spiel:klug:
Negotiator
Donnerstag, 15. Juli 2010, 15:59
;45648']Nein, ganz im Ernst: Ich stelle bei diesen Spielen immer fest, dass ja eh alle Spieler an einem Strang ziehen, und somit ein oder zwei dominante Spieler praktisch die anderen zwei bis vier Spieler "steuern": Pass auf, Du gehst dahin und hierhin, machst dies und das, während ich hier... OK? - Ähh, ja, ok...
dann spielst Du entweder mit den falschen Leuten, oder Dein Ego ist zu klein :cool:
OK, Spaß beiseite: Du hast recht, das kann passieren. Wenn die Gruppe einigermaßen gleich Erfahren und oder Diszipliniert ist, geht der Austausch nach meiner Erfahrung eher in die Richtung "was will jeder machen, passt das zusammen, können wir das vielleicht noch besser machen und machen wir das dann ggf. auch wirklich so".
Negotiator
Donnerstag, 15. Juli 2010, 16:01
Dafür gibts auch schon ein Fachwort: Bier&Brezel-Spiel:klug:
Touché ;)
Streicher
Donnerstag, 15. Juli 2010, 18:26
Gebe dir gerne Beispiele was ich meine.
Bei Battlestar:Galactica darf bei jeder Krisenkarte jeder Spieler etwas beitragen. Ausserdem besteht andauernd Kontakt zwischen den Spielern um die nächsten Züge zu planen. Während dem Spiel muss man auch noch versuchen die Verräter zu enttarnen. Sehr viel Interaktion, sowohl In-Game wie auch Meta.
Bei Colossal Arena sind die Spieler-Züge sehr kurz. Und betreffen eigentlich immer andere Spieler die darauf reagieren müssen um nicht unterzugehen oder davon zu profitieren. Man spielt zwar nicht gleichzeitig aber trotzdem ist man ständig invovliert.
Übrigens ist Colossal Arana ein schönes Beispiel für ein abstraktes Knizia Spiel was mit Fantasy Setting eingefärbt wurde.
Selbst Advanced Squad Leader bietet mir durch die Defensive First Fire mehr "miteinander" Spielen als es Agricola tut.
Was macht man eigentlich bei Agricola:
- Man plant zwei oder mehr Aktionen.
- Dann wartet man bis man dran ist. Während die anderen Spieler Steinchen auf ihrem eigenem persönlichem Brett hin und her schieben.
- Wenn man dann dran ist guckt man ob die gewünschte Aktion noch geht. Wenn ja: Toll, Glück gehabt. Wenn nein: Neu planen um das beste draus zu machen. Während dessen passiert nichts weiter im Spiel. Es steht wieder.
Agricola erinnert mich an Ökolopoly spielen. Nur das dauernd irgendwelche Räder blockiert sind. Mir macht das leider keinen Spass.
Jadetiger
Donnerstag, 15. Juli 2010, 18:45
"Eurogames" ist ein VerlagMuhahaha! Manchmal kann Google auch lustig sein: Zumindest scheint man bei den Eurogames (http://lmgtfy.com/?q=Eurogames) auch Spaß haben zu können ;)
[Tom]
Freitag, 16. Juli 2010, 10:14
Was macht man eigentlich bei Agricola:
- Man plant zwei oder mehr Aktionen.
- Dann wartet man bis man dran ist. Während die anderen Spieler Steinchen auf ihrem eigenem persönlichem Brett hin und her schieben.
- Wenn man dann dran ist guckt man ob die gewünschte Aktion noch geht. Wenn ja: Toll, Glück gehabt. Wenn nein: Neu planen um das beste draus zu machen. Während dessen passiert nichts weiter im Spiel. Es steht wieder.
Agricola erinnert mich an Ökolopoly spielen. Nur das dauernd irgendwelche Räder blockiert sind. Mir macht das leider keinen Spass.
Naja - nicht jedem Spieler macht jedes Spiel Spaß. Wenn man "nur" seine eigenen Aktionen plant, dann hat man es bei Agricola sicherlich schwer, denn diese wird man nur selten so wie gewünscht durchbringen können. Man muss schon drauf achten, was denn die Mitspieler machen (und haben), um zu entscheiden, was für einen selbst denn wohl möglich wäre.
Agricola bietet zum Beispiel keine Interaktion in der Art: Ich greife Deinen Hof an! - das wird sicherlich von vielen als Nachteil betrachtet; auf der anderen Seite belohnt es aber Planer, denn etwas gut geplantes kann nicht einfach wieder "kaputt" gemacht werden.
Beispiel: Kyklades/Cyclades ist ein sehr schönes taktisches Spiel, durch das Bieten auf die Gunst der Götter, die Auswahl, wie man Siegen möchte/kann, usw. Aber dann läuft es (leider) am Ende doch darauf hinaus, dass jeder Spieler eine Metropole hat (2 braucht man zum Sieg) und ein Würfelkampf entscheidet ganz simpel, wer es schafft eine gegnerische Insel zu erobern mit der 2. Metropole. Übrigens kann ich das Spiel auch gerne mal zu einem Treffen mitbringen; es ist recht kurzweilig und hat nettes Spielmaterial, aber eben den o.g. Nachteil.
Das "lange" Warten bei Agricola kenne ich übrigens nicht, da die Aktionen eigentlich immer schnell entschieden werden. Höchstens ganz am Ende, also in den letzten zwei Zügen, wird nochmal gerechnet, welche Aktion mehr Siegpunkte bringt.
Pnopf
Freitag, 16. Juli 2010, 11:54
Agricola bietet zum Beispiel keine Interaktion in der Art: Ich greife Deinen Hof an! - das wird sicherlich von vielen als Nachteil betrachtet; auf der anderen Seite belohnt es aber Planer, denn etwas gut geplantes kann nicht einfach wieder "kaputt" gemacht werden.
Das ist sicherlich das was die einen als Vorteil und die anderen als Nachteil empfinden.
Das "lange" Warten bei Agricola kenne ich übrigens nicht, da die Aktionen eigentlich immer schnell entschieden werden. Höchstens ganz am Ende, also in den letzten zwei Zügen, wird nochmal gerechnet, welche Aktion mehr Siegpunkte bringt.
Das ist stark vom einzelnen Spieler abhängig. Einige überlegen in ihrem Zug eben etwas länger gerade weil die Aktion die sie unbedingt durchführen wollten vom vorigen Spieler benutzt worden ist. Ich zähle mich da ebenfalls nicht zu den Schnellsten, da ich schon von Anfang an plane welche Aktion mehr Siegpunkte bringt.
Chrome
Freitag, 16. Juli 2010, 14:17
Zur Ursprungsfrage:
Prinzipiell spiele ich Spiele zu allen Themen. Wenn das Spiel spannend ist und Spaß macht, kann es als Thema meinetwegen auch "mein Bauernhof" haben (siehe Agricola). Allerdings wertet ein gutes Thema ein Spiel für mich schon deutlich auf, z.B. gefällt mir Thunderstone besser als Dominion und das Call of Cthulhu TCG besser als Magic, obwohl die Spiele jeweils sehr ähnlich sind und die "verschmähten" Varianten vielleicht einen Tick besser.
Zum OT:
Wirklich interaktive Spiele gibt es einige, zu den schon genannten möchte ich noch "Hol's der Geier", "Kuhhandel", "Adel verpflichtet" und "Diplomacy" hinzufügen.
Und der Begriff "German Games" ist in den USA mittlerweile schon vom Begriff "Euro Games" abgelöst worden, da es seit einigen Jahren auch sehr gute Spiele aus dem Rest Europas gibt.
Streicher
Freitag, 16. Juli 2010, 14:38
Oben gennantes Collosal Arena ist eben im Original ein Pferderennen-Wett-Spiel von R. Knizia gewesen. Das wurde dann irgendwann mal auf Fantasy-Monster in einer Arena umgefärbt.
Mir persönlich wäre beides Recht gewesen, weil das Spiel selber Spass macht. Habe schon Spieler erlebt die jedoch durch die Monster besser "reingekommen" sind. Aber auch welche die das sofort mit diesen Nerdigen Yugioh-Kartenspielen in Bezug gebracht haben.
Kann mir gut vorstellen, dass Fantasy und Sci-Fi Themen auch einiges an potentiellen Spielern vergrault.
Zum OT: Mit den Mitspielern involviert zu sein muss nicht unbedingt bedeuten, dass man den anderen Hof angreifen können muss. Es sollte einen einfach betreffen und interessieren was die anderen Spieler machen. Und zwar mehr als, ok ich kann Das Da jetzt nicht mehr machen. Besser wäre es, Ok, jetzt eröffnen sich mir neue Möglichkeiten. Selbst so grausige Spiele wie Monopoly bieten einem Spieler mehr Interesse am gegnerischem Zug. Wo landet er? Kann ich davon profitieren? Er will das nicht kaufen, ersteiger ich das jetzt?
[Tom]
Freitag, 16. Juli 2010, 14:47
Ich bleibe mal direkt beim OT: Aber dann ist doch genau Le Havre das, was Du beschreibst: Durch die Aktionen Deiner Mitspieler werden Dir neue Möglichkeiten eröffnet; zum Einen füllt ja jeder Zug Deiner Mitspieler die Ressourcen wieder weiter auf; zum Anderen baut jeder Spieler Hafen/Stadt-Gebäude, die wiederum von jedem Spieler genutzt werden können - wenn auch meist für eine Gebühr, wenn einem selbst das Gebäude nicht gehört.
Bei Agricola ist in der Tat die Interaktion auf das "Blockieren" der Aktionsfelder eingeschränkt, da es nur wenige Ausbildungen oder Anschaffungen gibt, die Einfluss auf die Mitspieler nehmen. Allerdings ist mit der Erweiterung eine neue Komponente ("freie" Aktionen) hinzugekommen, die dieses Thema verschärft.
Kennst Du Race for the Galaxy? Das ist im Grunde auch ein Spiel, dass sich auf ein beliebiges Aufbau und Produktionsspiel stützt, und man kann jedes beliebige Thema überstülpen - in diesem Fall Weltraum/Science Fiction... :)
bigyogi
Freitag, 16. Juli 2010, 16:10
zum OT:
die spiele wie Le Havre haben einfach keine mechanik, die direkte interaktion mit den anderen spielern produziert.
klar, spieler machen aktionen, die den spielablauf ändern, auf den ich reagieren muß, aber dadurch spiele ich sozusagen nur indirekt mit dem anderen spieler...
richtige interaktion ist battlestar galactica....so ziemlich das genialste, was mir an interaktion untergekommen ist...
oder, in einer kleineren riege "Red November"....super....so co-op spielen hat auch was.
aber es gibt eben einige spiele, wo man so den eindruck hat, es sitzen zwar mehrere personen am tisch, aber jeder spielt für sich...ist auch net so ganz meine sache...
Jadetiger
Freitag, 16. Juli 2010, 16:31
Oh mir fällt gerade noch ein wunderbares Spiel (eigentlich sogar DAS Spiel) für Spielerinteraktion ein: Diplomacy (http://www.boardgamegeek.com/image/99538/diplomacy):
Phase 1: Alle Spieler verhandeln miteinander und notieren ihre Züge geheim
Phase 2: Die Züge werden gleichzeitig ausgeführt.
Pnopf
Freitag, 16. Juli 2010, 17:21
Race for the Galaxy bietet allerdings auch einige Erweiterungen, die die Interaktion zwischen den Spielern erhöht.
Zum Thema:
Ich mag auch eher Scifi-Spiele, da mir das Genre bzw. Thema so gut gefällt. Es muss aber nicht auf Biegen und Brechen ein Scifi-Spiel sein. Es gibt wie gesagt auch einige gute Spiele die ohne Fantasy und Scifi auskommen, allerdings ist das Angebot an guten Spielen die auf realistische Szenarien aufbauen begrenzt.
Werfen wir doch mal einen Blick auf das Portfolio der momentan beliebten Spielepublisher wie Fantasy Flight Games, Heidelberger Spieleverlag, Pegasus, Days of Wonder oder auch Czech Games Edition. Die bringen meist nur Fantasy- oder Scifi-spiele raus.
[Tom]
Freitag, 16. Juli 2010, 17:28
Das sagt aber nicht unbedingt etwas über die Qualität der Spiele aus! Größtenteils sind die ziemlich überladen mit Bunt, Plastik und Würfel. ;)
Heidelberger und FFG sind im Grunde identisch; nur der eine deutsch, der andere englisch.
Du übergehst dabei Spielepublisher wie alea (Ravensburger), Hans im Glück, Eggertspiele und Lookout Games. Die sind mächtig angesagt und bringen eben selten Fantasy-Themen. Die von Dir aufgezählten Firmen sind ja eher schon spezialisiert auf das Genre - FFG würde kaum ein Nicht-Fantasy/SciFi-Spiel herausbringen; das hat aber nichts damit zu tun, dass sich dieses dann nicht verkauft, sondern weil es nicht deren Ausrichtung ist.
Zum Thema der "guten Spiele mit realistischem Szenario" verweise ich da gerne mal auf die BGG Top 100 - da sehe ich nicht nur Fantasy & SciFi... ;)
Jadetiger
Freitag, 16. Juli 2010, 17:36
;45706']...verweise ich da gerne mal auf die BGG Top 100BGG Top 100 (http://www.boardgamegeek.com/browse/boardgame)
bigyogi
Freitag, 16. Juli 2010, 21:28
;45706'] Größtenteils sind die ziemlich überladen mit Bunt, Plastik und Würfel. ;)
= gut! ich will was ansehen, anfassen! das auge spielt mit! es gab ne zeit, da hab ich spiele nach gewicht gekauft ;)
[Tom]
Samstag, 17. Juli 2010, 11:21
Will ich ja auch - aber es soll für mich nicht nur Viel, sondern auch Schön sein... :)
btw: Habe gestern Cuba gespielt - seeehr schönes Spiel! ;)
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