Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spielwiesn 2005
Negotiator
Montag, 14. November 2005, 12:56
Leider konnte ich auch dieses Jahr mal wieder nicht selber auf die Spielwiesn gehen. Aber bestimmt war doch der eine oder die andere aus diesem Kreise dort, oder?
Berichtet doch mal. Was sind die wichtigsten Neuerscheinungen, was habt ihr getestet und für wie befunden? Was muss unbedingt in meinen Spieleschrank und unter den Weihnachtsbaum?
NeonSamurai
Montag, 14. November 2005, 13:46
Ach, die war schon?
Arghl...:sleep:
Tom
Montag, 14. November 2005, 14:14
Ja die war vergangenes Wochenende. Ich hab sie auch verpasst. :(
Nirraven
Montag, 14. November 2005, 15:01
Hallo zusammen!
Vorab: Die Spielwiese´n war dieses Jahr je zum ersten mal im M´O´C´ und dadurch räumlich viel größer. Leider waren dadurch nicht mehr sondern weniger Anbieter vertreten. Sehr störend war die Riesen-YuGiOh-Area die nach und nach mit Brettspielern bevölkert wurde weil sich eben nahezu niemand für Kinderkartenspiele interessiert hat. Es waren wenige kleine Verlage da die mal neue Spiel-Ideen präsentiert haben und Leute von sich aus angesprochen haben. Man musste immer erst das Spiel ausgiebig anstarren bevor man eine Vorführung o.ä. bekam.
Ein neues Carcasonne, ein neues Siedler-Spin-Off waren auch vertreten, wurden aber von mir nicht getestet.
Sehr interessant war Descent, ein Hero-Quest-ähnliches Dungeoncrawl-Spiel das von der Interaktion der Spieler und der Itemverwaltung sehr an Diablo2-Multiplayer erinnert. Sehr schöne Miniaturen, flüssiges Gameplay und auch der Dungeon-Master hat viele Möglichkeiten den Spielern das Leben schwer zu machen. Leider waren mir die 65 Öre zuviel Geld für das Spiel aber das heißt nicht dass ich es mir nicht zu einem späteren Zeitpunkt zulegen werde. Mein Favorit diese SW.
Niagara, das Spiel des Jahres, war eine große Schnarchnummer und hat mich nicht begeistert. Zu dritt ist es wenige fordernd, und zu viert/fünft (hörensagen) soll es von Gamern nicht gut spieltbar sein.
DOOM konnte ich leider nicht probespielen, es soll aber das USF-Boardgame sein. Marines aus der Suche nach immer mehr Munition leuchten Aliens und Mutanten her während sie ihre Objectives erfüllen. Space-Hulk meets Hero-Quest (vorsicht, Doom 3 orientiert, Monster allerdings Classic-Doom...)
In 80 Tagen um die Welt ist ein schönes gemütliches Spiel in dem man die Reisen des Phileus Fog erlebt. Flüssiges Spiel, Glück und Taktik halten sich die Waage, nicht zu kompliziert, einfach und schön.
Der Tanz der Hornochsen ist ein schönes schnelles und vorallem lustiges Partyspiel. Leicht chaotisch und sehr spassig! Die verbesserte Brettspielversion von 6-Nimmt und Hornochsen.
Ich denke damit habe ich alle Spiele genannt die ich persönlich testen konnte. Was mir allerdings diese SW negativ aufgefallen ist, ist der Umstand dass der Würfelstand von Chessex nicht da war... WARUM HERR???? WARUM????
yennico
Montag, 14. November 2005, 18:08
Ich konnte leider nicht auf die Spielwiesen. :(
Hier noch ein paar zusätzliche Informationen:
Descent: Journeys in the dark (http://www.fantasyflightgames.com/descent.html) und Doom Board Game (http://www.fantasyflightgames.com/doom.html) sind beides Produkte aus dem den einen oder anderen auch wohl bekannten Hause Fantasy Flight Games (http://www.fantasyflightgames.com/).
Links zu einige Bildern von Descent (http://www.boardgamegeek.com/game/17226) und Doom (http://www.boardgamegeek.com/game/10640).
darkfire
Montag, 14. November 2005, 18:50
Ich war auch dort
Nicht besser, sondern größer. So konnte mann die Spiel Wiesn dieses Jahr kommentieren.
Interesant war Confrontation, ein Fearlessähnliches Fantasy Table Top.
Ich habe Eufrat und Tigris gespielt. War nicht so der Bringer (sehr kompliziert, beim ersten Mal). Aber Pueblo war ganz net (so eine Art Jenga rückwärts).
Nirraven
Montag, 14. November 2005, 21:30
@ darkfire:
Confrnotation habe ich auch getestet. Nicht schlaecht, es fehlt aber mMn die taktiche Tiefe von Warhammer. Ich habe mich nur gefragt was eine TableTop auf einer Spielemesse macht. Ist eher untypisch.
darkfire
Dienstag, 15. November 2005, 01:21
@ darkfire:
Confrnotation habe ich auch getestet. Nicht schlaecht, es fehlt aber mMn die taktiche Tiefe von Warhammer. Ich habe mich nur gefragt was eine TableTop auf einer Spielemesse macht. Ist eher untypisch.
So befremdlich ist des ned. Ich hab selber 2x BT und 1x Fearless auf der SW präsentiert. Es ist halt nicht die primäre Art an Spielen, die da angesagt sind. Und wird deswegen auch von den meisten Leuten ignoriert (weißt ja wie Brettspieller so sind ;) ) Aber dennoch hat es seine Existenzberechtigung. Schade, das z.B. Rollenspiele nicht vorgestellt werden.
Bei Conf. sahen die Figuren sehr schön aus, vom Spiel her hats mich eigentlich ned interessiert (Also mich persönlich). Es hat zwar nicht die iefe von WH, aber zumindest den Preis :(
Ive Mindro
Dienstag, 15. November 2005, 03:29
Ich fände es eher einen Vorteil, wenn man die Spielwiesn von reiner Brettspielmania abkoppelt und auch Rollenspiele bzw Tabletops vorstellt.
Der Platz ist jetzt da und die Verlage würden sicherlich kommen
Nirraven
Dienstag, 15. November 2005, 09:55
@ darkfire: Die Confrontation-Figuren sind meist besser modelliert als die von GW. Nur bin ich mit WHFB und WH40K Tabletop-mäßig abgesättigt und recht immun gegen TT-Präsentationen. Daher wars für, als aufgeklärter Tabletopper und Brettspieler mich halt nicht sooo der Bringer.
Rollenspiele wären sehr willkommen gewesen, scheinen sich aber aus welchen Grund auch immer nicht ansiedeln zu wollen. Schade...
P.S.: Ein LARP-Stand wäre auch mal nett. Messepreise für Rüstungen, Waffen und Zubehör *träum*
Jadetiger
Dienstag, 15. November 2005, 12:04
Das mit den Rollenspielen und LARP kann man leider vergessen.
Ich hab auf der SW ja mal ein Jahr für den Games In verkauft. Das Brettspielpublikumpublikum läßt sich leider nicht für sowas begeistern. Klingt komisch, ist aber so. Der Games In hat seine Teilnahme an der SW eingestellt, da 99,9 % der Besucher nur an den Stand kommen, die Bücher anstaunen ("Sollen wir damit sowas wie nen Vorleseabend machen?") und wieder gehen.
Auch der Erfolg der Tradingcards hält sich auf der SW ja sehr in Grenzen, wie du gesehen hast. Die sind da nur etwas erfolgreicher als RSPs, weil die ganzen Kiddies, die mit ihren Eltern da sind, auf das Zeug fliegen. RSPs sind dagegen, wie mehrere statistische Erhebungen gezeigt haben, ein Phänomen unserer Generation. Man kann bereits jetzt ein deutliches Nachwuchsproblem sehen.
Larp wäre auf der Spielwiesn noch viel deutlicher fehl am Platz, da dort nur Publikum verkehrt, das ne Beschäftigung für einen Abend im Wohnzimmer sucht.
Negotiator
Dienstag, 15. November 2005, 15:16
Naja, klingt ja bisher so, als hätte ich nichts wirlich wesentliches verpasst.
Gab es vielleicht doch noch etwas erwähnenswertes? Irgendein Spiel, das doch toll war???
yennico
Dienstag, 15. November 2005, 15:30
Das mit den Rollenspielen und LARP kann man leider vergessen.
Ich hab auf der SW ja mal ein Jahr für den Games In verkauft. Das Brettspielpublikumpublikum läßt sich leider nicht für sowas begeistern. Klingt komisch, ist aber so.
Viele Rollenspieler sind auch Brettspieler, aber umgekehrt gilt das nicht.
Rollenspiel erschließt sich nicht jedem und mit Rollenspiel spricht man nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung an, mit Brettspielen die ganze Familie oder bzw. die Masse. Die meisten Brettspiele sind nicht so komplex wie die Regeln eines RPGs. :)
Zeige mir ein Rollenspiel, bei dem eine ganze Familie: Vater, Mutter, Sohn und Tochter ohne große Regelwerke auswändig lernen zu müssen oder in ihnen ständig nachschlagen zu müssen, gemeinsam Spass haben könnnen.
Sind die Kinder unter 12 kann man Rollenspielen eh vergessen. :(
Ein Brettspiel kann man auch "öfters" als RPGs spielen z.B.
- als Family-Event am Family-Tag in der Woche
- abends spontan, wenn ein paar Freunde zu Besuch sind. Ist einer der Besucher kein RollenspielerIN müsste müsste man entweder die Reglen erklären oder er/sie dann nur zuschauen, was für einen Nicht-RollenespielerIN nicht sonderlich interessant ist und ihn/sie auch noch ausgrenzt.
- ein Mal im Monat oder in halben Jahr, was bei einer echte RPG-Campaign wohl nicht geht. Je nach Tiefe der RPG-Campaign ist diese bei nur einmaligen Spielen im Monat mit viel zusätzlicher Arbeit verbunden (z.B. Tagebuch schreiben, damit man die Ereignisse der letzten Session nicht vergisst).
Brettspiele mit "Rollenspielelementen" lassen sich zum einem besser als Rollenspiele präsentieren (man kann ja die Figuren und das Spielfeld zeigen) und zum anderen sind sie von den Regeln her einfacher zu begreifen.
Stellt Euch folgende Situation in einem Brettspiel mit Rollenspielelementen und in einer RPG-Runde vor:
Die Helden betreten ein Dungeon und stehen vor einer geschlossenen Tür. In dem Raum dahinter erwarten sie drei Orks und ein Ogre.
Ich vereinfache die Abläufe ein wenig.
Im Brettspiel ist das ganz einfach: Tür auf, Items nutzen und Würfel rollen Ergebnis: mehr oder weniger verlustreich sind alle Monster nach ein paar Minuten tot. Ist einer der Spieler tot, ist für ihn das Spiel zu Ende oder er nimmt einfach eine anderen Spielfigur.
In einer RPG Runde (ich nehme D&D mal als Beispiel :)):
Vor der Tür schaut der Rogue, ob es an der Tür Fallen gibt (Würfelwurf).
Der Zauberer kann per Zauber versuchen den Raum auszuspähen (Clairaudience/Clairvoyance). Die Party boostet sich dann per Zauber (mehrere Würfelwürfe) Nach der Türöffnung kann der Kampf auf verschiedeneste Weise laufen:
Möglichkeit A: Die Helden schnetzeln sich wie beim Brettspiel durch
Möglichkeit B: Der Zauberer charmt den Ogre und lässt diesen gegen die Orks kämpfen, nach dem Kampf tötet die Party auch den Ogre oder nimmt diesen als weiteres Partymitglied mit.
Möglichkeit C: Die Party diskutiert mit den Gegner (Bluff, Diplomcy Würfe) und kommt an den Orks und dem Ogre kampflos vorbei.
Ist einer der PCs in einer Campaign tot und es gibt keine Möglichkeit der Wiederbelebung, ist für diesen Spieler der RPG-Abend gelaufen, denn er muss sich zeitaufwendig einen neuen PC erstellen.
Je nach Regelkenntnis des GMs und der Spieler (z.B. für Magier Spelllisten anfertigen oder Zauber nachsehen) dauert der Kampf, vor allem wenn es auf höheren Leveln zum Kampf kommt, wahrscheinlich deutlich länger als im Brettspiel.
Auch der Erfolg der Tradingcards hält sich auf der SW ja sehr in Grenzen, wie du gesehen hast. Die sind da nur etwas erfolgreicher als RSPs, weil die ganzen Kiddies, die mit ihren Eltern da sind, auf das Zeug fliegen.
Hinter Tradingcards stehen meist auch große Firmen und nicht Kleinverlage. Für einen RPG-Verlag muss sich der Stand auf der SW auf jeden Fall finanziell rentieren, bei einem TCG-Konzern kann die Präsenz schon ausreichend sein.
Man kann bereits jetzt ein deutliches Nachwuchsproblem sehen.
Darüber bzw. dessen Lösung könnte man endlos diskutieren. :)
Larp wäre auf der Spielwiesn noch viel deutlicher fehl am Platz, da dort nur Publikum verkehrt, das ne Beschäftigung für einen Abend im Wohnzimmer sucht.
Da stimme ich voll zu.
Chrome
Donnerstag, 24. November 2005, 23:00
Ich konnte leider auch nicht da sein, wegen der Arbeit :(
Aber ein echtes Highlight ist Caylus:
Als reicher Bürger versucht man in Caylus möglichst viel Ansehen beim französischen König zu gewinnen. Dazu baut man entweder die Stadt aus, oder man hilft beim Bau des Palastes für den König.
Das Spiel ist relativ komplex, dafür verzichtet es im Spielverlauf auf Zufallselemente. Am Ende hat derjenige gewonnen, der am meisten Ansehen, also Prestigepunkte gesammelt hat. Eine Spielrunde beginnt immer damit, dass die Spieler Einkommen erhalten. Danach heuert man nacheinander Arbeiter an um die Gebäude der Stadt zu nutzen oder am Palast des Königs zu bauen. Dabei ist sehr wichtig, dass jedes Gebäude nur von einem Arbeiter besetzt werden kann, was natürlich auch zu Verwehrungsstrategien führen kann. Mithilfe dieser Gebäude produziert man beispielsweise die lebenswichtigen Rohstoffe (Nahrung, Holz, Tuch, Stein oder Gold) oder baut damit weitere Gebäude. Falls man Gebäude anderer Spieler verwendet, erhalten diese im Gegenzug Prestigepunkte. Für den Ausbau des Palastes erhält man ebenfalls Prestigepunkte und außerdem gewährt einem der König eine Gunst, falls man am meisten am Palast gearbeitet hat von allen.
So weit, so gut! Nur kann man sich nicht unbedingt darauf verlassen, dass die eigenen Arbeiter auch etwas leisten, weil diese nur arbeiten, wenn sie auch vom Vogt beaufsichtigt werden. Daher gibt es zwischen dem Aufstellen der Arbeiter und Produzieren auch noch eine Gelegenheit den Vogt auf der Straße entlang wandern zu lassen.
Das Spiel macht gerade wegen der Komplexität und des fehlenden Zufallselements sehr viel Spaß. Dennoch wird das Spiel nicht langweilig, da man nie weiß, was die anderen Spieler machen werden.
(aus www.brettspiel-blog.de, geschrieben von flak am 29.10.2005)
Unbedingt ausprobieren!
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