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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : WoD 2.0 - Pro und Contra


Dewsliver
Sonntag, 26. März 2006, 23:14
Nachdem Jadetiger mir nach meiner Anfrage in Systemwünsche offenbahrt hat, dass die meisten Vertreter der WoD hier im Forum der neuen WoD 2.0 skeptisch gegenüberstehen, dachte ich mir ich starte mal ne Pro und Contra Diskussion.

Ich besitze jeweils die 1.0 und 2.0 Version von Vampire und Werewolf (keine Ahnung von Mage, muss ich gestehen).
Im Großen und Ganzen finde ich die 2.0 Version besser, womit ich wahrscheinlich anderer Meinung bin als die meisten hier, aber dafür ist der Thread ja da.


WoD 2.0 ALLGEMEIN
PRO:
- Tolles Artwork, sowohl Cover als auch innen
- Einfachere, aber nicht vereinfachte Regeln
- meiner Meinung nach sehr stimmungsvoll
CONTRA:
- 2 Bücher als Grundregeln nötig
- weniger Klassen zur Auswahl (Clans, Tribes)


VAMPIRE THE REQUIEM
PRO:
- Politisches System plausibler (Bünde)
CONTRA:
- viele Änderungen wirken gezwungen


WEREWOLF THE FORSAKEN:
PRO:
- spielbareres, düstereres, urbaneres Setting
- durchdachtere Antagonisten
CONTRA:
- Fehlen einiger interessanter rollenspielerische Aspekte (Metis, als Wolf geborene)

ElPolvo
Donnerstag, 27. Juli 2006, 00:57
Ich kann nur für die Verison 1 von Vampire: The Masquerade und Dark Ages sprechen:

Pro:
- relativ unkomplizierte Regeln
- absolut geniales, düsteres Setting

Contra:
- verdammt viele Sourcebook = man läßt sich schnell verleiten viel zu viel zu lesen und entwickelt nicht selber neues

NeonSamurai
Donnerstag, 27. Juli 2006, 09:28
Mein Problem ist, dass ich die WoD 2.0 nicht sonderlich gut kenne.

Mir gefiehl einfach die alte Storyline besser, allerdings ging es schon mit Mage 3 los, dass mir vieles nicht gefallen hatt.

Das System ist bestimmt ganz gut (zumindest besser als WoD 1), allerdings gefällt mir einfach der alte Hintergrund besser.

Bei Mage und Werewolf, ich war eh nie so der Vampire-Spieler.

Jadetiger
Donnerstag, 27. Juli 2006, 10:32
Ich kenne die WoD 2 nur ein bischen vom Anlesen und aus Erzählungen, habe mir aber folgende Meinung gebildet.

1) Das grundlegende Regelsystem ist bei der WoD 2 deutlich beser. Das war ja auch DER große Schwachpunkt der WoD 1.

2) Die Aufteilung in Grundregelwerk und "Settingbücher" finde ich begrüßenswert, da dadurch
a) Die Regeln ganz klar vereinheitlicht werden und viele Reibereien wie zwischen den WoD1 Settings vermieden werden.
b) Es ja den neuen Aspekt hinzufügt, dass man auch ohne "Settingbücher" spielen kann. Dann hat man als Charaktere normale Menschen ohne Spezialfertigkeiten, die mit den Kreaturen der WoD konfrontiert werden. Find ich gut.

3) Wie immer sind viele der Änderungen einfach Geschmackssache:

In Vampire - Requiem wurden z.B. die großen weltumspannenden Clansorganisationen abgeschafft und der Fokus eher auf Prinzen gelegt, die einzelne Städte regieren. Viele Spieler scheinen das als besser zu empfinden. Ich persönlich mag gigantische im Hintergrund agierende Machtstrukturen, weil es mir das Weltverschwörungsflair gibt, das ich so liebe.

4) Was ich persönlich überhaupt nicht verstehe ist, warum WW es trotz der Abschaffung solcher Strukturen nicht schafft, dem Spieler eine völlig freie Charaktererschaffung zu ermöglichen.

5) Viele der Änderungen von 1 auf 2 wirken in der Tat sehr gezwungen. Viele Sache wurden zwar beibehalten, aber einfach anders benannt (So wurde bei Mage einfach "Quintessenz" zu "Mana").

6) Ein ganz klares Kontra gegen die WoD 2 ist, dass viel weniger Settings existieren. "Mummy", "Hunter" aber auch exotischere Settings wie die ziemlich gut gemachten "Highlander - the Quickening" und "Zombie - the Coil" existieren nunmal nur in der WoD 1.


Mage bildet für mich eine ganz eigene Problematik der Versionsumstellung, weshalb ich es separat behandeln will:

---Separater Themenkomplex ---

Bei Mage wurde der Hintergrund am stärksten kaputtgemacht. Mage war schon immer das am stärksten philosophisch angehauchte Setting der WoD. Mit Magie, die sich aus dem indviduellen Weltbild des Charakters ergab, mit einer sehr komplexen Kosmologie, auf die gleich mehrere Sourcebooks verwand wurden und nicht zuletzt mit dem Aspekt der Avatare, was jeden Wahren Magier zu einer schizophrenen Persönlichkeit machte, die zwei (oft konkurrierende) Seelen in sich trug. Alle diese Aspekte wurde in der WoD 2 einfach plump zerstört:
- Das Magiesystem ist jetzt deutlich festgelegter und folgt eher dem absolut grottigen "Dark Ages Mage".
- Die Weltsicht wurde absolut vereinheitlicht. Es gibt jetzt also eine fest Wahrheit.
- Die Magiefähigkeit wurde hollywoodartig damit erklärt, dass Wahre Magier sozusagen ein Atlanter-Gen in sich tragen, dass ihnen ihre Fähigkeiten gibt. Was soll das denn???

Fred
Montag, 31. Juli 2006, 21:40
Sooo, habe zwar keine Ahnung von WoD2, das soll mich aber wie üblich nicht daran hindern, meinen Senf zu Mage zu geben:


Mage war schon immer das am stärksten philosophisch angehauchte Setting der WoD.
Von irgendeiner "Philosophie" im Zusammenhang mit WoD zu sprechen ist zwar meiner Meinung nach etwas zu viel gesagt, aber zumindest lassen sich einige "Traditionen" von Ascension mit wenig Mühe tatsächlich auf ihre religiösen Hintergründe zurückführen (fast jede historische magische Vorstellung vor der Neuzeit basiert auf religiösen, nicht auf philosophischen Wurzeln). Zweifellos ist es aber ein gravierender Nachteil, wenn sogar schon dieser Ansatz in Awakening zerstört wird. Die Kosmologie von Ascension war, wenn ich mir die Bücher der Spiegel und der Welten so ansehe, zwar größtenteils ein ziemlich wirres Konglomerat aus miteinander unvereinbaren Weltvorstellungen (besonders grausig z.B. die Verballhornung der zu christlicher Zeit erdichteten germanischen Mythologie). Ich fürchte aber, daß Awakening da nicht gerade anspruchsvoller ist. Sehr innovativ und fruchtbar war aber auf jeden Fall die Variante der Technomantie von Ascension: Magie ist keineswegs eine Wissenschaft, wie es dem traditionellen Bild entspricht, sondern Wissenschaft ist Magie! Weiß jemand, ob dieser geniale Einfall in Awakening beibehalten wird? Wenn nicht, taugt es wohl nicht mal als Klopapier.
Es freut mich hingegen zu hören, daß das grausige Avatar-Konzept, ein plumpes Mittel zur Spielerkontrolle (Not-Aus im Kopf des Charakters) abgeschafft worden ist. Keineswegs gab es (außer vielleicht in Besessenheitsreligionen) eine magische Vorstellung, die mit dem "Avatar"-Konzept der WoD konform ginge. Außerdem wissen wir ja alle, was ein Avatar (oder von mir aus ein Ghul, wenn wir gerade beim Thema sind...) wirklich ist; alberne WoD-Löffelsprachen-Ausdrücke verderben die Spielatmosphäre hochgradig ("Arete" hingegen klingt gut und paßt mit etwas Mühe in etwa, das will ich noch gelten lassen :)).
Magie auf ein magische Gen zurückzuführen, hört sich allerding ziemlich honk an und klingt nach Herrenrasse. Es entpricht allerdings einer tatsächlichen magischen Vorstellung, nämlich der Hexerei, die ja angeblich laut ethnologischer Systematik angeboren ist (nix mit Teufelsanbetung oder Heidentum, sorry) - aber das ist wohl eher Zufall :)
Ich weiß, daß in Awakening eine neue Sphäre geschaffen wurde, Death. Death scheint physischen Schadenszauber und Nekromantie zu vereinbaren und wurde vermutlich zu dem Zweck geschaffen, Life ein wenig zu schwächen. Verwunden, Heilen und Verwandeln gleichzeitig klang für einige phantasielose Leute wohl zu mächtig (natürlich sind in Wahrheit Time und Entropy, wenn sie richtig verwendet werden, die eigentlichen Abenteuerkiller). Irritierend ist, daß Death auch die Ghost (=Ahnengeister, also Dämonen) Evokation (also Nekromantie) beinhaltet, so daß auch das eher schwächere Spirit noch weiter geschwächt wird, das demzufolge nur noch die Evokation von Elementargeistern zuläßt. Das entspricht dann zwar zufällig der volkskundlichen Systematik, aber wurde in Wahrheit wohl nur von den WoD-"Autoren" so gemacht, um Death mit etwas - ähh - Leben zu füllen :). Einziger Vorteil von Death scheint zu sein, daß man jetzt nicht mehr überlegen muß, mit welchen Sphären Untote erschaffen werden können...
Entropy heißt jetzt Fate und wurde wohl etwas entrümpelt.

Jadetiger
Montag, 31. Juli 2006, 22:20
Ich weiß, dass es kindisch von mir ist, überhaupt auf dieses Posting zu reagieren aber jetzt reichts:

@Fred
Sooo, habe zwar keine Ahnung von WoD2, das soll mich aber wie üblich nicht daran hindern, meinen Senf zu Mage zu geben:
Dein gesamtes Posting zeigt klar, dass du weder verstanden hast, um was es bei WoD geht noch dass du dich in irgendeiner Form irgendwann mal tiefer mit Mage auseinandergesetzt hast. Mage ist nicht Ars Magica!
Im Einzelnen:
Von irgendeiner "Philosophie" im Zusammenhang mit WoD zu sprechen ist zwar meiner Meinung nach etwas zu viel gesagtDer Begriff Philosophie ist lediglich ein Synonym zu dem Begriff "Denkweise". Er beinhaltet keinerlei Anspruchsdenken.
aber zumindest lassen sich einige "Traditionen" von Ascension mit wenig Mühe tatsächlich auf ihre religiösen Hintergründe zurückführen (fast jede historische magische Vorstellung vor der Neuzeit basiert auf religiösen, nicht auf philosophischen Wurzeln)Die WoD ist ein Fantasy-System das Anleihen an real existierenden Dingen nimmt, aber nie den Anspruch auf deren korrekte Verwendung oder auf historische Korrektheit erhoben hat.
Ebenfalls Unkorrekt: Religion ist eine Unterart von Philosophie, nicht deren Gegenstück. [...](besonders grausig z.B. die Verballhornung der zu christlicher Zeit erdichteten germanischen Mythologie)
Die WoD ist ein Fantasy-System das Anleihen an real existierenden Dingen nimmt, aber nie den Anspruch auf deren korrekte Verwendung oder auf historische Korrektheit erhoben hat.Es freut mich hingegen zu hören, daß das grausige Avatar-Konzept, ein plumpes Mittel zur Spielerkontrolle (Not-Aus im Kopf des Charakters) abgeschafft worden ist. Keineswegs gab es (außer vielleicht in Besessenheitsreligionen) eine magische Vorstellung, die mit dem "Avatar"-Konzept der WoD konform ginge. Außerdem wissen wir ja alle, was ein Avatar (oder von mir aus ein Ghul, wenn wir gerade beim Thema sind...) wirklich ist;
Die WoD ist ein Fantasy-System das Anleihen an real existierenden Dingen nimmt, aber nie den Anspruch auf deren korrekte Verwendung oder auf historische Korrektheit erhoben hat.alberne WoD-Löffelsprachen-Ausdrücke verderben die Spielatmosphäre hochgradig ("Arete" hingegen klingt gut und paßt mit etwas Mühe in etwa, das will ich noch gelten lassen :)).Die WoD ist ein Fantasy-System das Anleihen an real existierenden Dingen nimmt, aber nie den Anspruch auf deren korrekte Verwendung oder auf historische Korrektheit erhoben hat.
Ich weiß, daß in Awakening eine neue Sphäre geschaffen wurde, Death. [...]Entropy heißt jetzt Fate und wurde wohl etwas entrümpelt.Unkorrekt:
Die Metaplot-Sichtweise: Laut offiziellen Metaplot, der sich bei Mage ja um die Suche nach der 10. Sphäre (sozusagen eine Arte, "Sein der Weisen") drehte, ist diese neugeschaffene 10. Sphäre "Fate".
Die Spieledesigner-Sichtweise: Die Entropy-Sphäre beinhaltete konform zur WoD1-Kosmologie (Chaos->Pattern->Entropy) sowohl Den Tod als auch den Zufall/das Schicksal. Die Sphäre wurde in "Fate und "Death" aufgeteilt.

Fred
Dienstag, 1. August 2006, 00:38
Es kommt wohl ganz darauf an, welche Erwartungen man an ein "System" stellt, oder? Man kann es natürlich auch einfach so schlucken, wenn man möchte.

Ja, ziemlich kindisch - aber ich verzeihe Dir :D

Nitewolf
Dienstag, 1. August 2006, 02:09
Ebenfalls Unkorrekt: Religion ist eine Unterart von Philosophie, nicht deren
Also, ich würde sagen, Philosophie ist die Sprache derer sich Religion bedient um ihre Konzepte auszudrücken.

Abgesehn davon geb ich dir recht, dass man von einem Fantasysystem nicht allzu viel historische Korrektheit erwarten kann, zumal es hier doch meist um Themen geht, die recht obskur sind und von denen die Meisten von uns, wenn wir mal wirklich ehrlich sind, wahrscheinlich kaum ne Ahnung haben.

Andererseits verstehe ich vollkommen, dass es maßlos aufregt, wenn man sich doch zufällig mit etwas auskennt und das dann eben in einem stark historisierenden Setting völlig Schwachsinnig dargestellt wird.

Jadetiger
Dienstag, 1. August 2006, 09:49
Andererseits verstehe ich vollkommen, dass es maßlos aufregt, wenn man sich doch zufällig mit etwas auskennt...Das Aufregen hab ich mir als Biologe und regelmässiger Kinogänger schon weitgehend abgewöhnt. Ich sag nur "klonen" :D

Jetzt aber back to topic: Es geht hier um WoD1 vs WoD2 und nicht um WoD vs Reality2 (wie wir alle wissen haben die Virtual Adepts ja etwa 1996 ein Update gemacht).

Fred
Dienstag, 1. August 2006, 11:06
@Jadetiger:
Ich glaub' wir haben einfach nur von verschiedenen Dingen gesprochen: Du scheinst den Begriff Philosophie umgangssprachlich verwendet zu haben, ich dachte dabei mehr an Ontologie (weils ja um "Kosmologie" ging). Und während ich den Mage Hintergrund nicht sonderlich ansprechend finde, versuchst Du eben nachzuvollziehen, was die Desinger sich dabei gedacht haben (was ich ziemlich tapfer finde :)).
Um auch wieder aufs Topic zurückzukommenn: Was ändert sich denn nun spieltechnisch in Awakening? Sind die Charaktere eingeschränkter als in Ascension, oder haben sie im Gegenteil mehr Möglichkeiten?