Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meister, Spielleiter, oder wie das heißt...
Jadetiger
Sonntag, 4. Juni 2006, 19:06
Hier soll mal wieder eine kleine Sammlung entstehen:
Welches System hat welchen Namen für den Fuzi, der sich bei den Sessions immer als Herr der Schöpfung aufspielt ;)
Postet einfach eure Beiträge unten, ich werde die Liste dann immer aktualisieren.
- Meister (DSA)
- Erzähler (Cthulhu, HdR-Rollenspiel)
- Absolute Judge (Mechanical Dream)
- Gamemaster (D&D 3rd, Savage Worlds, SilCore, Fuzion, L5R)
- Dungeonmaster ((A)D&D)
- Spielleiter (Warhammer, Unknown Armies, Midgard, RuneQuest, Harnmaster, TWERPS)
- Storyteller (WoD, Prince Valiant)
- Keeper (Call of Cthulhu)
- Prophet (Siebtes Siegel, Engel)
- Referee (Space 1889)
- Gastgeber (Castle Falkenstein)
- Marshall (Deadlands)
- Weaver (Tribe 8)
- Seneschall (Riddle of Steel)
- Animator (Toon)
- Bartender (Tales from the Floating Vagabond)
- Éminence Grise = Graue Eminenz (Agone)
- Hollyhock God = Malvengott (Nobilis)
- Wärter (Insylum)
- Narrator (LotR, Blue Rose)
- Chronicler (WitchCraft)
Tom
Sonntag, 4. Juni 2006, 21:05
- Spielleiter (Warhammer)
- Storyteller (WoD)
Fred
Sonntag, 4. Juni 2006, 22:57
Keeper (Cthulhu)
Prophet (Siebtes Siegel - das muß man erst mal toppen...)
Referee (Space 1889)
Gastgeber (oder?? Castle Falkenstein - da bin ich mir nicht ganz sicher)
Gigi
Sonntag, 4. Juni 2006, 23:36
Jo, Gastgeber is bei Castle Falkenstein
Marshal - Deadlands
Loki
Montag, 5. Juni 2006, 04:08
Prophet = 7. Siegel Und (jetzt das neue!) Engel
Alien
Dienstag, 6. Juni 2006, 09:08
Also beim aktuellen D&D mag es ja ein Gamemaster sein.
Aber bei Original D&D gab es noch den Dungeonmaster.
Bil
Dienstag, 6. Juni 2006, 12:28
Spielleiter (Midgard)
GameMaster (ja, zusammen; Fuzion)
Anomander Rake
Dienstag, 6. Juni 2006, 13:14
Weaver/Weberin (Tribe8)
NeonSamurai
Dienstag, 6. Juni 2006, 13:49
Seneschall, Ridlle of Steel
Buxe
Dienstag, 6. Juni 2006, 16:13
Animator (Toon)
Bil
Dienstag, 6. Juni 2006, 17:03
Bartender (Tales from the Floating Vagabond)
Jadetiger
Dienstag, 6. Juni 2006, 18:16
Bartender (Tales from the Floating Vagabond)Cooles Spiel! Das kennt noch jemand außer mir??? Stiefväterlich behandelt liegt das Regelwerk seit Jahren in einer Kiste. Das könnte man doch eigentlich mal auf dem Treffen...
Bil
Dienstag, 6. Juni 2006, 18:19
Cooles Spiel! Das kennt noch jemand außer mir???
Offensichtlich! :D
Stiefväterlich behandelt liegt das Regelwerk seit Jahren in einer Kiste. Das könnte man doch eigentlich mal auf dem Treffen...
Stimmt! Das könntest Du doch mal auf dem Treffen ...
Jestocost
Dienstag, 6. Juni 2006, 18:41
Nobilis: Hollyhock God / Malvengott
Und Tales from the Floating Vagabond... Das wär schon was, ich hab's auch noch irgendwo im Keller liegen, glaube ich...
Anomander Rake
Dienstag, 6. Juni 2006, 19:17
Zitat von BlackAleph
Grand Eminenz (oder so ähnlich bei "Agone")
That 'd be Éminence Grise... Graue Eminenz.
Bil
Mittwoch, 7. Juni 2006, 10:42
Storyteller (Prince Valiant)
Game Master (L5R)
Tom
Mittwoch, 7. Juni 2006, 10:50
Cooles Spiel! Das kennt noch jemand außer mir??? Stiefväterlich behandelt liegt das Regelwerk seit Jahren in einer Kiste. Das könnte man doch eigentlich mal auf dem Treffen...
Ha Du bist nicht der einzige der das System kennt. :)
rq3_fan
Mittwoch, 7. Juni 2006, 10:58
Beim alten DSA hiess der SL noch "Meister des Schwarzen Auges", um den Titel mal vollständig zu nennen.
TotFV: Bring das doch mal aufs Treffen. Ich will eine "Don't Point that Gun at my Planet"!
yennico
Mittwoch, 7. Juni 2006, 13:12
LOtR und Blue Rose: Narrator
wus
Donnerstag, 8. Juni 2006, 19:12
EP-Lieferant
Chrome
Samstag, 17. Juni 2006, 17:56
Bei Runequest und Harnmaster gibt es auch den Spielleiter
meldread
Sonntag, 18. Juni 2006, 22:44
Beim Herr der Ringe-Rollenspiel spricht man ausschließlich von der "Erzählerin".
Jadetiger
Montag, 19. Juni 2006, 08:31
Da wohl niemand so blöd ist, einen männlichen Spielleiter mit "Erzählerin" anzusprechen, zähl ich HdR jetzt mal zu "Erzähler". Im deutschen Sprachgebrauch wirkt die männliche Form wesentlich normaler.
Anomander Rake
Montag, 19. Juni 2006, 13:41
WitchCraft (stiefmütterlichst vernachlässigt): Chronicler
Castle Falkenstein: Host/Gastgeber
yennico
Montag, 19. Juni 2006, 18:19
Da ich ja grad noch an meinem DOOM-Abenteuer schreibe, mache ich mal einfach draus: "Sarge" oder "Colonel" *G*
Dann bekommt die Aussage im Spiel: "Private, ich befördere sie zum Sarge" eine ganz neue Bedeutung. :)
meldread
Montag, 19. Juni 2006, 22:33
Da wohl niemand so blöd ist, einen männlichen Spielleiter mit "Erzählerin" anzusprechen, zähl ich HdR jetzt mal zu "Erzähler". Im deutschen Sprachgebrauch wirkt die männliche Form wesentlich normaler.
Na lass das mal nicht die/den Frauenbeauftragte/n hören... ;)
Don Espada
Dienstag, 20. Juni 2006, 15:56
Cooles Spiel! Das kennt noch jemand außer mir??? Stiefväterlich behandelt liegt das Regelwerk seit Jahren in einer Kiste. Das könnte man doch eigentlich mal auf dem Treffen...
drosi schreibt:
http://www.drosi.de/systeme/tales_from_the_floating_vagabond.htm
Name: Tales from the Floating Vagabond
Genre: Humor
Sprache: Englisch
Verlag: Fremdsprachige Ausgabe: Avalon Hill
Beschreibung:
[Deutsch] Laut eigener Beschreibung der Autoren¸ das abgefahrenste Rollenspielsystem¸ das je entwickelt wurde. Oder in welchem anderen System gibt es eine "Don"t-point-it-at-my-planet-Gun" und ein ausgeglügeltes Shticks-system? Stammt von Avalon Hill¸ die eigentlich als Brettspiel Experten bekannt sind. (Ja¸ genau! Civilization) Ich glaube Tales ist ein System was man schwerlich in eine feste Runde intergrieren kann. TFV zu leiten artete ziemlich schnell aus¸ was bedeuten soll¸ daß die Spieler irgendwann angefangen haben¸ selber Quatsch zu machen (man erinnere sich an den Vertreter für elektrische Zahnbürsten mit Trenchcoateffekt¸ der seine Zahnbürsten mit Waffengewalt verkaufte¸ oder den technisch (sehr) begabten Wollknäul¸ der aus genau diesen Zahnbürsten die tollsten Sachen baute ...). Wers nicht allzu ernst nimmt¸ kann viel Spaß damit haben¸ Regeldiskussionen sind ja Teil der Regeln ... Als Abwechslung eben mal zwischendurch kann es verdammt viel Spaß machen "wie du hast einen Toaster und zweihundert Meter Verlängerungskabel in deinen Kofferraum .... ja das brauch ich um das Dimensionstor anzuzapfen." Bei uns hat sich in Sachen Tales der Leitungsstil Chaosleitung durchgesetzt... Jeder leitet eine zeitlang und gibt dann mitten in einer Szene weiter . Dank an Georg "Kalimar" Seipler
---
Das klingt sehr (im Sinne von seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr) abgefahren. Würd ich gern mal ausprobieren... Sag Bescheid, Jadetiger!
Oli
Bil
Freitag, 23. Juni 2006, 17:14
Spielleiter (TWERPS)
kubelick
Donnerstag, 20. Juli 2006, 18:43
hatte mal einen dm, er nannte sich »das universum«. da schaut»prophet« doof aus der wäsche, so hierarchisch gesehen.
meister_yordin
Montag, 11. Dezember 2006, 15:12
guten tag,
nachdem fleissig gesammlet wurde, nun eine "meta-anmerkung":
eigentlich ist es ja egal wie das regelwerk das ganze nennt, viel wichtiger finde ich ja wie man sich selber nennt und damit seine eigene funktion beschreibt (im sinne von "nomen ist omen").
in meinen augen ist das sinnvollste spielleiter. denn ich leite das spiel, in dem ich den spielern die moeglichkeit gebe sich einzubringen, aber nicht den rahmen zu verlassen.
grusslig finde ich hingegen bezeichnungen wie erzaehler, denn als erzaehler kann ich den "spielern" auch ne geschichte vorlesen.
in diesem sinne...
...einen schoenen tag noch
meister yordin
NeonSamurai
Montag, 11. Dezember 2006, 17:16
Ahjo, das ist Geschmackssache.
Ich finde Spielleiter gruselig, da kann ich ja gleich in den Kindergarten gehen und Sackhüpfen leiten ;)
Das Erzählen ist nunmal (Vorsicht, persönliche Meinung!) das Hauptwerkzeug einer Rollenspiel_geschichte_, somit liegt es schon sehr nahe sich Erzähler zunennen.
Aber wie immer, eine Geschmacksfrage.
Dir auch noch einen schönen Tag.
Karach
Montag, 11. Dezember 2006, 18:16
Also mit Spielleiter kann ich ja noch leben. Erzählen halte ich für eine wichtige Fähigkeit eines (und jetzt kommt mein Fsavorit) Meisters. Zuhören ist aber mindestens genauso wichtig und wird meist unterschätzt. Trotzdem nennt ihn keiner Zuhörer. Meiste rfinde ich aus 2 Gründen gut.
1. Historisch bedingt. Dungeonmaster <- Wer hier parallelen entdeckt darf sie behalten
2. Der Meister ist der Meister ist der Meister; ich Hasse Regeldiskussionen (weil ich eh keine Ahung davon habe) (wie der kann das, dann muss er ja mindestens Stufe xy sein. Ja verdammt richtig du knilch! Schluck Staub Ratte, nichtsnutz ich will das so!)
Ich muss vielleicht noch dazu sagen das ich lieber spiele als meistere und mich für den besseren Erzähler als Spieler halte ;-) (ob das nun alle verstehen?)
Was ich meine ist ich erzähle besser als Spieler als ich als Meister erzählen würde.
Vlad
Dienstag, 12. Dezember 2006, 00:27
Für mich klingt ja "Erzähler" so, als wollte es versuchen krampfhaft liberal zu klingen. Das kommt doch sicher aus einer zwanghaft antiautoritären Überlegung, nach der der Begriff "Meister" zu absolutistisch klingt.
In Wahrheit ist der Erzähler – seiner Begrifflichkeit nach – aber erheblich starrer. Ein Erzähler erzählt eine Geschichte, so wie die Geschichte nun mal ist. Ein Meister ist "Gott" (sorry, an alle gläubigen Christen, Moslems usw., für diesen Ausdruck) und kann die beliebig Welt verändern um auf Spieleraktionen zu reagieren.
Folglich ist – entgegen der ersten Assoziation – der Meister viel liberaler und felxibler, als es ein Erzähler sein kann.
Demnach ganz klar: Meister!
Jadetiger
Dienstag, 12. Dezember 2006, 01:56
eigentlich ist es ja egal wie das regelwerk das ganze nennt, viel wichtiger finde ich ja wie man sich selber nennt Dazu gibt es von mir ein ganz klares Jain.
Die hier aufgezählten Begriffe kenne ich in meiner gesamten Rollenspielerfahrung eh nur aus den Regelbüchern. Ich habe noch nie sowas bei einer Rollenspielrunde verwendet, denn ich spreche Leute bei einem freundschaftlichen Spieleabend unabhängig von ihrer Funktion mit dem Vornamen an. Ganz einfach.
meister_yordin
Dienstag, 12. Dezember 2006, 09:33
natuerlich werde ich von meinen spielern persoenlich angesprochen und das ist auch gut so (wobei ich den satz "oh meister, du bist heute so gut zu mir" gerne oefter hoeren wuerde *g*)
aber es ist so, das mit der begrifflichkeit, mit der man seine taetikeit bezeichnet, das eigene selbstverstaendnis transportiert wird. und da bestehen unterschiede z.b. zwischen leiten und erzaehlen.
zum erzaehler: meister karach sei dank, besser haette man es nicht ausdruecken koennen! es fehlt beim erzaehler einfach die komponente des zuhoerens. und im gegensatz zu allgemeinen, und leider falschen, annahme, das erzaehlen des plots waere das wichtigste beim spielleitern, ist das zuhoeren mit abstand das wichtigste. denn genau daran besteht ja der unterschied zu allen anderen spiel- und unterhaltungsmedien (zb computerrollenspiele). die moeglichkeit des spielers auf das spiel einfluss zu nehmen und nicht nur auf die vorgaben zu reagieren.
und das mit dem kindergarten finde ich gar nicht so abwegig. ich habe schon einige gruppen erlebt, die einer kindergartengruppe alle ehre gemacht haetten. und wehe dem, der nicht auf die wuensche einer horde von kindern oder jugendlichen hoert. die sind halt gleich viel direkter als eine gruppe spieler, die sich dann hinter dem ruecken des "erzaehler" ueber ihn auslassen.
zum meister: abgesehen davon, das es warscheinlich eine fehlubersetzung war (to master - leiten, fuehren), finde ich den begriff des meisters, ganz nett. in unserer teilweise immer noch staendisch gepraegten gesellschaft steht ein meister nun mal fuer bestimmte sachen: er beherrscht sein handwerk (allerdings sollte sich dann nicht jeder spielleiter meister nennen duerfen *breitesboesegrins*).
in diesem sinne...
...es ist wuerdig und recht
gruss
meister yordin
NeonSamurai
Dienstag, 12. Dezember 2006, 13:18
Weisst du, Vlad, über solche Sachen wie "krampfhaft liberal" mache ich mir gar keine Gedanken.
Ich versuche einen Spielern einen schönen Abend zuermöglichen und weil dazu in meinen Augen eine gute Geschichte gehört, nenne ich mich Erzähler.
Es klingt auch besser in meinen (Vorsicht, wieder persönliche Meinung ;P ) Ohren.
Jadetiger
Dienstag, 12. Dezember 2006, 14:06
@Yordin
Ich gebe dir in deinen Ausführungen durchaus recht. Ich persönlich bin aber in der Wahl des Begriffes, mit dem ich mein eigenes Selbstverständnis transportiere recht hin- und hergerissen.
Zum Meister: Diesen Begriff verwende ich wenn ich mich nicht ganz ernst nehmen will und aus nostalgischen Gründen, weil DSA mein erstes RSP war und es da eben so heißt. Meiner meinung kann man in einer Spielrunde niemanden wirklich ernsthaft so nennen.
Da ich mich in meinem Leben bereits viel mit Tradition und Kampfkunst beschäftigt habe, ist es meine höchste Auszeichnung, jemanden wirklich ernsthaft mit "Meister" anzusprechen. Ich habe das in meinem Leben erst mit drei Leuten gemacht: Mein Lehrer im Kung Fu, der Lehrer meines Lehrers im Kung Fu und mein Lehrer im Säbelfechten. Diese drei sind für mich aufgrund, ihrer Lebenserfahrung, Weisheit, Wissen und Erfahrung und Können in ihrer Kunst wahre Meister.
Das ist in keiner Form vergleichbar mit dem Meister im Rollenspiel.
Zum Spielleiter: Ich sehe mich durchaus als Leiter des Spiels, da ich ja auf meine Spielergruppe eingehe und sozusagen auch moderierend tätig bin. Also das, was ein Gruppenleiter in der Pädagogik macht (*zu Yordin wegen des Begriffs rüberschiel*). Ich verfolge bei meinen Rollenspielen einen stark reaktiven Leitungsstil, bei dem ich mir nur einen sehr groben Plot überlege und den Rest dann als Reaktion auf die Spieler improvisiere. Rollenspiel ist also gerade bei mir eine sehr deutlich zweiseitige Angelegenheit, in der man nicht eindeutig von einer gebenden und einer nehmenden Seite sprechen kann.
Zum Erzähler: "Erzähler" ist für mich bisher mein Begriff der Wahl, da ich das gesamte Hobby des PnP-Rollenspiels gerne als Fortführung und Weiterentwicklung der uralten Tradition des Geschichtenerzählens sehe. Man läßt also rein verbal seine Fantasie spielen. Dass es hier nicht einen eindeutig erzählenden und einen eindeutig zuhörenden Part gibt, ist meiner Meinung nach eben genau DIE wesentliche Weiterentwicklung, die PnP, dem Gesamtkomplex Geschichtenerzählen gebracht hat. Seine Spitze findet das Ganze wohl in den (Achtung! Forge-Begriff!) "Distributed Authoring Games", in denen es überhaupt keinen eindeutigen Erzähler mehr gibt, sondern alle Beteiligten gleichermaßen an der Geshichte mitarbeiten.
NeonSamurai
Dienstag, 12. Dezember 2006, 14:11
Er hatt "geforged", steinigt ihn!
SCNR ;P
wus
Dienstag, 12. Dezember 2006, 16:18
Wo Yordin schon eine Meta-Diskussion anregt, lege ich mal gleich nach: Die übergeordnete Frage, die für mich aus der Debatte herausspringt ist die alte nach "form follows function" oder "function follows form". Prägt der Spielstil also die Bezeichnung des "wie-auch-immer-man-den-allwissenden-Koordinator-des-gemeinsamen-Rollenspielabenteuers-auch-nennen-will", oder gibt die Bezeichnung den Spielstil vor? Mir persönlich ist es übrigens relativ egal, wie ich in dieser Funktion genannt werde, ich brauche nicht krampfhaft einen möglichst "coolen" und extravaganten Titel... ;)
Jadetiger
Dienstag, 12. Dezember 2006, 19:44
Die These, die Meister Yordin oben aufgestellt hat ist, dass es zwar grundsätzlich egal ist, wie man den Spielleiter nennt, dass es aber viel über dessen Selbstverständnis aussagt, wie er sich selbst nennt.
Darauf bezieht sich auch meine Begründung oben.
Vlad
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 10:08
Damit hier nicht alles im "Mether" verschwindet, hol ichs jetzt wieder auf den Boden zurück und wage einen "form follows function"-Namen.
Für mich zeichnet sich nämlich Rollenspiel durch die Freiheiten aus, die es – gegenüber Computerspielen, Filmen...oder auch Erzählungen ;) – seinen Spielern bietet. Ich persönlich lasse die Spieler gerne einfach spielen, weil das auch mir die Möglichkeit gibt, selbst zu spielen...demnach wäre eine adequate Bezeichnung "Lasser".
Ich frage mich, ob sich dieser Begriff durchsetzen wird...
meister_yordin
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 11:15
mag ja sein, das man als spielleiter eine "geschichte" erfindet. aber sich damit in die tradition historischer geschichtenerzaehler zu stellen, ist ziemlich anmassend. den im gegensatz zu den historischen geschichten geht es im rpg in erster linie um unterhaltung (und genau deswegen spiel ichs ja). bei historischen geschichten und sagen hingegen wird immer eine lehre oder aehnliches transportiert (zb. schuld und suehne, oder belohnung fuer ein redliches leben).
und "Distributed Authoring Games" ist im grunde doch ein alter hut, denn genau darum geht ja, wenn vlad, karach und ich behaupten als spielleiter ist zuhoeren eine, wenn nicht die wichtigste aufgabe. aber das wesntliche ist ja, das damit der spieleiter noch viel weniger die funktion eines erzaehlers uebernimmt.
und es geht mir nicht darum einen moeglichst coolen titel zu bekommen, halte es aber im sinne von "die bedeutung folgt dem wort" einfach spannend, das selbstverstaendis der spielleiter, erzaehler, meister und co. in augenschein zu nehmen.
zum begriff meister, in bestimmten peer-groups mag es durchaus angebracht sein diesen begriff sehr streng zu nehmen. doch im allgemeinen bleibe ich bei meiner urspruenglichen definition und damit verbunden bei einer etwas lockereren sichtweise des begriffes. im gegenteil gerade wenn man die standesduenkel gerade im handwerk betrachtet, muss man die rolle des meisters hinterfragen.
gruss
meister yordin
Fred
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 12:32
Jemanden Meister zu nennen bedeutet für mich, dem Betreffenden Respekt entgegenzubringen, weil er Meisterschaft in einem bestimmten, notwendigerweise thematisch eng begrenzten Feld zeigt, von dem man sinnvollerweise selbst etwas versteht. Diese Bezeichnung kann demzufolge nicht eingefordert werden.
Ich vermute nicht, daß eine theoretisch gedachte Meisterschaft im "Rollenspielleiten" - vor allem, wenn man PnP als Weiterentwicklung der Dichtkunst (s.u.) ansieht - als von geringerem Wert anzusehen wäre als, sagen wir mal, Meisterschaft in Kampfkunst (siehe allerdings obige Definition...). Ich persönlich kenne jedoch zugegebenermaßen auch keinen wirklichen RPG Meister... :)
Nach einer Auffassung sind die antiken Mythen durch interaktives Erzählen entstanden und nicht die Schöpfung von Individuen. PnP schafft somit zwar keine qualitativ neue, wohl aber eine intensivere, zeitlich gerafftere Form des schöpferischen gemeinschaftlichen Erzählens. Trotzdem hat der Begriff "Erzähler" nun mal eine einseitige Konnotation.
"Leiter" in regeltechnischer Hinsicht als Schiedsrichter, "Moderator" in inhaltlicher Hinsicht trifft es ganz gut, glaube ich. Klingt natürlich scheiße.
meister_yordin
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 15:06
nicht durch wen oder was mythen und sagen enstanden sind ist interessant, sondern mit welchem inhalt. und rollenspiel da als fortsetzung zu sehen finde ich eben anmassend.
machmal beschleicht mich das gefuehl, das damit der "spasscharakter" des rollenspiel beschoenigt werden soll. macht sich ja zumindest in diskusionen mit leuten ganz gut als argument, das es sich beim rollenspiel um was ernsthaftes handelt (und solange die leute nicht wissen was rollenspielen ist, besteht zumindest die chance das es funktioniert).
und mich beschleicht gerade das gefuehl, das es bei der namensgebung des spielleiters ums gleiche geht!
in diesem sinne...
...nix fuer ungut
gruss
yordin
Nitewolf
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 15:15
Ich find Metadiskussionen toll!!! :)
Ich denke, wenn man einen aus dem allgemeinen Sprachgebrauch genommenen, passenden Begriff für die Rolle des Meisters finden will, der seine Tätigkeit korekt wiedergibt, dann hat das wirklich viel mit dem Selbstverständnis und dem persönlichen Stil beim meistern zu tun. Weshalb es gar keinen allgemein gültigen, passenden Begriff geben kann, man kann den nur für sich persönlich finden. Wodurch die Frage für mich wiederum ziemlich unsinnig wird. Zudem stellt sich dann genauso berechtigt die Frage: wie nenne ich die Spieler?
Auch ich meistere ja - wie einige andere hier - so, dass ich auf Grund der Spieler-Inputs improvisiere und am liebsten sowieso nur nen Rahmen vorgebe, die Spieler selbst machen lasse und nur hin und wieder mal lenkend eingreife, bzw. ihnen ein Hindernis in den Weg schmeisse. Und zwar meist wirklich in dem Ausmass, dass ich problemlos als Meister nen eigenen Char mitführen und voll ausspielen kann, weil die Entwicklung des Abenteuers für mich genauso spannend und überaschend ist, wie für die Spieler. Da kann's dann schon auch mal passieren, dass ich, um nen "Monolog" zwischen meinem Char und mir selbst als Meister zu vermeiden, nen Spieler die NPC Rolle übernehmen und damit auch Entscheidungen treffen lasse. Warum nicht? Sie treffen ja, ohne es zu wissen durch ihr Input eh ständig solche Entscheidungen.
Und das Wichtigste für mich im ganzen Spiel ist vor allem anderen sowieso Charakter interaction - also Dialog zwischen den Spielern.
Wie nenn ich denn nun sowas?
Also Erzähler (Und alles, was inhaltlich in die gleiche Richtung ziehlt) sicher nicht, weil das trifft auf die Spieler genauso zu, wie auf mich.
All die netten, Setting-abgeleiteten Namen, die einige RPGs sich einfallen lassen sind ja recht originel, aber nicht ernsthaft brauchbar.
Meister ist tatsächlich im ursprünglichen Sinne jemand, der ein bestimmtes Gebiet besonders gut beherrscht, was hier eigentlich völlig verfehlt ist, ob man's nu im handwerklichen Sinne (Yordin) meint, oder im Sinne von Lebenserfahrung (Rupert).
Am passendsten find ich noch Spielleiter, weil es sich um ein Spiel handelt und ich leite es, indem ich meine Inputs und die der anderen bündle.
Vieleicht nenn ich aber auch die Spieler Schauspieler und mich Schauspieler Plus?
Ich bleib einfach bei dem, was ich vor 24 Jahren in meiner ersten d&d Runde gehört habe und was ich seit dem gewohnt bin: Meister.
Und ja, wenn ich im Spiel in der 3. Person über den Meister rede, benutze ich meist dieses Wort und ich sprech ihn auch manchmal direkt damit an. Und nein, ich komm mir nicht blöd dabei vor.
Warum?
Weil es einfach ein Wort ist, das durch über 30 Jahre Benutzung in einem bestimmten Kontext eben eine neue kontextuelle Bedeutung gewonnen hat. Es gibt keine Alternative dafür, es gibt keinen passenderen (allgemein gültigen) Begriff für diese Tätigkeit - kann es gar nicht geben! Weil es genau der Begriff ist, der für diese Tätigkeit geprägt worden ist und sie deshalb notwendiger Weise genau beschreibt!
Natürlich kann ich mich hinstellen und mit jedem neuen Spiel und jeder neuen Auflage tolle neue Begriffe einführen. Und wem bringt das was? Kommt ja auch keiner auf die Idee, mit jedem neuen Automodell nen neuen Begriff eiführen zu wollen, weil "Selbstbewegend" es halt doch nicht ganz trifft.
Alles neumodischer Unsinn und Weicheierei.
Der Meister is einfach der Meister, is der Meister!
Vlad
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 17:07
Ich hab da noch so eine kleine Anmerkung...
Das Problem am "Leiter" (begrifflich ähnlich dem Moderator) ist, dass er nur innerhalb eines Rahmens leiten kann. Dieser Rahmen ist leider gerade bei Rollenspielen meistens durch unerträglich viele Regeln in unerträglich dicken Büchern vorgegeben.
Ich mache mich doch nicht zum Regelsklaven!
Ein Meister ist der nun wirklich der einzige, der über allen Regeln steht und darum die Freiheit hat alle Möglichkeiten auszunutzen um grösstmöglichen Spaß für alle Beteiligten rauszuholen.
(Eigentlich finde ich ja "Leiter" im Grunde meines Herzens gar nicht so schlecht, aber für einen derart mittelmässigen Begriff zu plädieren ist ja wohl das langweiligste auf der ganzen Welt.)
Nightshade
Donnerstag, 25. Januar 2007, 15:26
Also Rollenspielen tu ich nun meistens (eigentlich immer) mit meinen Freunden. Daher heisst es ja auch "spielen". Man könnte zwar meinen, Profi-Fussballer spielen auch, aber sind nicht immer Freunde, aber das ist kein spielen für mich sondern Arbeit.
Either way, was ist dagegen einzuwenden, wenn meine Freunde mich beim spielen mit meinem Namen anreden? Mir würde es irgendwann tierisch auf die Nerven gehen, wenn mich jeder "Meister", "Erzähler" oder "Grosser, omnipräsenter, mit Allmacht in Regelbelangen ausgestatteter Mitmacher" anredet. Nennt euren "Spielleiter" doch beim Namen. Die Position die er bekleidet, hat er im allseitigen Einverständnis mit allen Spielern erhalten. Man könnte ihn also quasi den Ersten unter Gleichen nennen (was für Mittelalter-Settings durchaus angemessen wäre, imho). Und ich "meistere" auch, wenn ich mit einem System noch nicht "meisterhaft" viel Erfahrung habe, in dem Fall verlasse ich mich auf "meisterliche" Spieler. Ich bringe die Geschichte nur mit. Und deshalb ist in meinen Augen "Erzähler" noch am angemessensten.
Grimnir
Donnerstag, 25. Januar 2007, 16:50
sehe das wie nightshade, bei uns wird das kind bei seinem (richtigen) namen genannt. schließlich bekleidet der meister seinen meister-posten als spielleiter auf kollektiven wunsch hin. und ist ein freund, der halt meistert, eben der Daniel, Michael oder "Weiß-der-Teufel-wer". Und bei uns wird sowieso das konzept des "co-meistern" groß geschrieben. d. h., der meister hat die storyline und NPCs in händen, aber unsere charaktere können durch ihr spiel (szenen "schaffen") die Geschichte mitschreiben. bei uns wird der "Meister" - zugegebenermaßen nicht ganz ernsthaft ;-) - zuweilen auch als "Schicksal" angesprochen.
Vlad
Donnerstag, 26. April 2007, 19:04
Da musste ich jetzt lachen...
"Wer pault denn heute?"
Stimmt schon; Titel und sonstige Bezeichnungen sind etwas unpersönlich. Überhaupt sollte das auch im Alltagsleben endlich (wieder) Einzug finden.
Fleisch und Wurst-Fachverkäuferin ist sowieso verdammt lang, da tuts auch Maria, die Unterlage zur Wurst gibts dann beim Hans Meister und wenn das Auto kaputt ist hilft der Diplom-Klaus sicher gerne.
Lasst euch nicht dadurch verunsichern, dass das alles ein bisschen, wie bei den Schlümpfen klingt, das waren noch echte Sozialrevolutionäre.
Und ausserdem, ein so wichtiges Thema sollte keinesfalls einfach auf Seite 2 eines Forums verschwinden. ;)
Nitewolf
Dienstag, 1. Mai 2007, 10:27
Also Schorschln klingt doch für den Hiasl ganz nett! - Oder noch besser Wildln!
Oder doch einfach Waldmesiter?
LOL!!!
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