Brettspielvorstellung

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Fred
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Brettspielvorstellung

Beitrag von Fred » Fr 19. Jul 2019, 14:33

Ich dachte mir, in diesem Thread könnte jeder besondere Brettspiele vorstellen, die nicht so bekannt sind. Mittlerweile kann man ja schon mal die Übersicht verlieren :)

Global War 1936

Eine Art inoffizieller super-aufgebohrter Axis & Allies Klon. Die World Map ist riesig, und es gibt natürlich haufenweise mehr Einheiten, unterschiedlichere Typen, mehr Forschung etc. Ist aber prinzipiell das gleiche Spiel. Es gibt ferner recht viele Erweiterungen, die zusätzliche Komponenten hinzufügen:
- Diplomatie
- Spionage
- Special Forces/Sabotage
- Elitetruppen
- ABC-Waffen
- Partisanen
- Spezialwaffen
- Sonderprojekte (Plan Z etc.)
- militärische Führung
usw.

Man muss allerdings auch sagen, dass manche Regeln nicht besonders stimmig sind. Die Downtime zwischen den Zügen ist erheblich, und die Spieldauer recht lang (schätzungsweise um die 80 Stunden).
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Tsukuyumi

Beitrag von Fred » Mo 22. Jul 2019, 01:49

Ein abstraktes stark asymmetrisches Science Fantasy Strategiespiel von mittlerem Schwierigkeitsgrad und normaler Spieldauer (d.h. ein paar Stunden), das ganz ohne Zufallselemente auskommt. Sehr wenig Downtime zwischen den Zügen. Die Standee-Version ist sehr gut, die Miniaturversion ist noch nicht draußen.
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High Frontier

Beitrag von Fred » Di 23. Jul 2019, 14:30

Ein recht komplexes und faszinierendes Near Future Hard SF Space Exploration Game von Sierra Madre. Man muss jeden Zug gut überlegen, damit er nicht im Fiasko endet. Lässt sich aber an einem Tag spielen. Die vierte Auflage ist in Planung.
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Steve Jacksons Ogre

Beitrag von Fred » Mi 24. Jul 2019, 17:33

Ein sehr altes stark asymmetrisches SF Hex Cosim von mäßiger Komplexität, in etwa auf dem Level von Battletech. Tatsächlich das erste von Steve Jackson Games jemals veröffentlichte Spiel, wurde als ziemlich umfangreiche Neuauflage wiederveröffentlicht.
Die Ogre-Counter sind „2 1/2“D, aber es gibt auch eine Miniaturversion. Überaus fein tarierte Game Balance. Außerdem eines der wenigen Spiele die ich besitze, für die es kein FAQ gibt - es ist keins nötig.
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Space Empires 4X

Beitrag von Fred » Do 25. Jul 2019, 15:26

Ein SF 4X Game von GMT mit Forschung, Bodenkampf, Kolonisierung etc. Verdeckte Einheiten, kampflastig, keine Diplomatie. Etwas aufwändiger, vor allem in der Buchhaltung. Es gibt zwei Erweiterungen. Viele verschiedene Szenarien, darunter auch solche für Soloplay. Gewissermaßen die moderne Kombination aus Stellar Conquest und Amoeba Wars, wenngleich wesentlich komplexer und durchdachter.
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Attack Vector: Tactical

Beitrag von Fred » Fr 26. Jul 2019, 11:51

Ein beinhartes SF Raumkampftaktik-Cosim und eines der komplexesten Spiele, die ich kenne. Gespielt wird in 3D, mit Bewegungs- und Beschleunigungsvektoren. Die gesamte Physik – Schiffsmasse, Reaktorleistung, Laserwirkungsgrad und -wellenlänge, Wärmekapazität der Panzerung etc. – wird durch die Regeln abgebildet. Das Setting ist gut kompatibel zu Transhuman Space oder Eclipse Phase. Die perfekten Raumkampfregeln für jedes Near Future RPG. Wenn man verrückt ist.
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Titan

Beitrag von Fred » Mo 29. Jul 2019, 01:38

Eines der bekanntesten und erfolgreichsten Fantasy-Strategiespiele von Avalon Hill, seinerzeit neu herausgegeben von Valley Games. Nicht besonders komplex und relativ abstrakt, mit verdeckten Einheiten. Es wird auf einer strategischen und auf einer taktischen Ebene gespielt, was das ganze etwas langwierig macht; die Downtime kann hoch sein. Der Glücksfaktor auf der strategischen Ebene ist recht groß. Ist ein Ausscheidungsspiel. Die Druckqualität der Counter der Neuauflage ist etwas mangelhaft, ist optisch aber immer noch eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Original.
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Re: Brettspielvorstellung

Beitrag von Minza » Mo 29. Jul 2019, 10:19

Who Goes There von Certifiable Studios

Auf dem Buch von John W Campbell Jr basierend wirkt das Ganze ersteinmal wie ein aufgebohrtes Mafia/Werwolf Spiel: auf einer Seite die Menschen, die den kalten Antarktiksturm überleben und genügend Ausrüstung für einen überstürzten Heimflug mit dem Hubschrauber finden wollen... und auf der anderen Seite das Ding, welches gegen die menschlichen Spieler arbeitet.

Bei näherer Betrachtung fällt aber auf, dass dem nicht ganz so ist. Zum einen gibt es Anfangs kein zweites Team. Das Ding ist noch eine schattenhafte Gefahr vor den Türen der Station, die in Form von Zufallskarten angreift, aber nicht von den Spielern ausgeführt wird. Erst über den Verlauf des Spiels wird es wahrscheinlich, dass sich jemand draußen mit dem außerirdischen Organismus infiziert hat und ab da ist die Paranoia dann entsprechend hoch. Es kann aber auch sein, dass ein Spiel komplett ohne Infektion verläuft und alle Spieler Menschen sind. Großartige Entscheidung der Macher, wenn ihr mich fragt!
Zum anderen will das Ding nicht, dass alle Menschen sterben. Es will unerkannt bleiben. Das Mißtrauen der Spieler auf jemand anderen lenken. Sobald nur noch Dinge herumlaufen, haben sie verloren und werden einfrieren, nicht mehr in die Wärme und die Zivilisation gelangen, wo sie ein neues Leben beginnen können. Und da die Infektion (meist) im Geheimen abläuft, weiß die dritte Generation "Ding" eventuell nicht mal, dass es die dritte ist und infiziert munter drauf los, während der Erstinfizierte schon Panik schiebt, dass seine übereifrigen Nachkommen ihnen allen die Rückreise versauen.

Das Spiel ist kein Werwolf. Es ist ein übelst schweres Überlebensspiel, wo man ständig Hunger hat, die durch Stürme und Co beschädigte Türe reparieren und sich versichern muss, dass man nicht gerade im selben Zimmer mit einem Infizierten pennt oder sogar das Essen von ihm gereicht bekommt (Dosennahrung ist so viel wert hier ^^). Es ist ein Spiel über Paranoia. Wer ist was? Welche Chance besteht, dass mittlerweile nur noch ich Mensch bin? Nützt es eventuell sogar, dass ich mich absichtlich infizieren lasse um auf der Gewinnerseite zu sein oder fliegt dann gleich ein Molotov nach mir (uns es ist seeeehr einfach, hier einen anderen Spieler zu offen... ich hab das schonmal gemacht: als infizierter Mensch mit der absurden Behauptung dass der andere infiziert ist einen Menschen erschossen, dann wurde ich geofft weil ich suspekt war und das Hauptding [welches mich damals infiziert hat] war komplett ausm Verdacht raus... großartig)?
Und gerade in einem solch harten Überlebensspiel ist Paranoia das Letzte, was man brauchen kann :twisted:

Gibts mit zei Ausbauten für mehr Leute, lässt sich aber nur wirklich gut bis zu 6 spielen.
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Re: Brettspielvorstellung

Beitrag von Minza » Mo 29. Jul 2019, 12:15

Alone von Horrible Games

Ein Dungeon Crawler, inspiriert vom Videospiel "Dead Space"... der Twist an dem ganzen ist, dass es nur einen Heldenspieler gibt, der versucht, zwei bis drei Missionsziele zu erfüllen. Und bis zu drei Monsterspieler, die sich hinter einem Schutzschirm mit Händen und Füßen absprechen können, was sie ihrem Gegner vorsetzen. Dabei haben sie jeweils verschiedene Fähigkeiten (Fallen, Schnelligkeit, Brutalität, Terror), können sich aber nicht über die auszuspielenden Karten austauschen. Macht die Sache interessant und auch nicht zu einfach für die Monsterseite...

Das Spiel arbeitet sehr stark mit Licht, Dunkelheit und Sichtbereichen (Held hat meist im Licht Vorteile, verliert bei überraschenden Begegnungen seinen Verstand etc) und alles hinter dem Helden wird wieder abgebaut, wodurch sich dieser Spieler dann auch noch merken muss, wo er herkam und eventuell je nach Mission wieder hin muss. In einem Labyrinth-artigen Gängegewirr ist das oft tödlich.

Bewegungen der Monster werden im Dunkeln nur durch "du hörst Bewegungen von [Norden, oben etc] beschrieben und als Heldenspieler bekommt man es schon hin und wieder mit ordentlichem Stress zu tun ^^

Mittlerweile ist ein zweiter Kickstarter über die Bühne gegangen, in dem zusätzliche Miniaturen und Missionen verwirklicht wurden, die im ersten Kickstarter nicht mehr zum Zuge kamen.

Zu allem Übel gabs auch noch 3D Terrain zu kaufen, was ich mir nicht entgehen lassen konnte... sehr atmospherisch und für Fans von Dead Space und Co sehr zu empfehlen.
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Hier zwei der neuen Figuren, die bald zum Spiel stoßen werden:
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Re: Who goes there

Beitrag von Fred » Mo 29. Jul 2019, 13:23

Minza hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 10:19
Who Goes There von Certifiable Studios
Ah cool. Die Rezension von Tom Vasel war seinerzeit gemischt (weiß nicht mehr warum), habs deshalb nicht weiter verfolgt. Gut, eine andere Meinung darüber zu hören.

Das zeitgleich erschienene The Thing: Infection at Outpost 31 ist simpler, vom Material her viel einfacher und ähnelt Battlestar Galactica. Ist ganz unterhaltsam, wenn man es mit nicht zu wenig Leuten (mindestens sechs) spielt. Der Ausgang ist aber stark vom Zufall abhängig.

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