Four Against

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Fred
Titan
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Four Against

Beitrag von Fred »

Four Against Darkness ist ein solitär Fantasy Dungeon Crawler Abenteuerspielbuch-Generator für vier Figuren. Soll auch für mehrere Spieler oder als RPG Lite geeignet sein. Erfreut sich wohl einer gewissen Beliebtheit, zumindest gibt es dafür auch einige Fertigabenteuer und ein paar Spin-Offs.


Four Against Mars

Ein Atomic Age Trash-SF Spin-Off. Man erfüllt Missionen in einer Stadt, die von einer Alieninvasion heimgesucht wird. Die Regeln sind recht umfangreich für ein Abenteuerspielbuch (100 Seiten). Eine Figur hat nur ein Attribut (seinen Level) und Lebenspunkte. Mit XP kann man hochleveln oder sich Vorteile kaufen. Zu Spielbeginn kann man außerdem zufällig Vor- oder Nachteile ermitteln. Jede Figur kann bestimmte Ziele wählen, um besondere Vorteile zu erhalten. Es gibt verschiedene Charakterklassen mit jeweils eigenen Vorteilen. Bei Encountern mit Aliens kann man kämpfen, (ggf.) verhandeln, sich verstecken oder fliehen. Man kann die Achillesfersen von Gegnern herausfinden, experimentelle Waffen bauen, Subplots spielen u.a. Die Grafik ist mies (der Autor hat selbst gezeichnet).

Es wird angeregt, in der Stadt zu spielen, in der man wohnt. Ich hab eine Mission gespielt mit einem Combat Specialist (ein heftiger Typ!), einer Ärztin, einem Psionten und einem "Wissenschaftler". Mission war die Zerstörung eines selbstreplizierenden Blobs in der Borstei. Auf dem Weg dahin hat sich die Gruppe mit Shotguns und Pistolen aus einem Waffengeschäft eingedeckt und eine Gruppe von Reptiloiden und Marsianer-Junglingen "neutralisiert". Der Blob konnte dank eines glücklichen Treffers des Psionten schnell bezwungen werden, spaltete sich jedoch auf in zwei kleinere Wesen, die sich im Krankenhaus zum Dritten Orden und in der Isar einnisteten. Auch diese Bedrohungen konnten jedoch schnell ausgeschaltet werden. Beim Durchsuchen der Borstei traf die Gruppe auf eine alte Bekannte des Combat Specialist (zufällig ermittelter Trait: "Unusal Looks" - the dice never lie!) und konnte unbemerkt von Alien Patrouillen zurück in ihr Safe House im Olympiapark gelangen.

Ist ganz lustig. Erinnert thematisch etwas an The End of the World: Alien Invasion
“The vast intellect and understanding of the Titans of Hell far exceed anything VEGA is capable of understanding. Ultimately, his intelligence, like ours, is artificial.”

- DOOM

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Fred
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Breachers of the Bone Belfry

Beitrag von Fred »

Ein Fertigabenteuer für Four Against Darkness im Stil eines Abenteuerspielbuchs (nur das man eben eine ganze aus mehreren Charakteren bestehende Gruppe spielt).

Das Besondere daran ist, dass es für verstorbene Charaktere aus anderen Kampagnen gedacht ist. Die Chars befinden sich nämlich in der Unterwelt und versuchen, aus dieser wieder zurück in die Welt der Lebenden zu entkommen (nicht zufälligerweise also ein ähnliches Thema wie bei Inferno). Das Szenario ist zwar wie bei 4AD üblich ein trashiger Crawler, aber recht einfallsreich gemacht (vor allem, wenn man das zugrundeliegende simple System bedenkt). Es gibt viele Referenzen zu anderen Hintergrundbüchern aus der Serie, aber man kann es auch lediglich mit dem Basisregelwerk spielen. Es gibt neue Charakterklassen wie z.B. Succubi, die andere Chars und sich selbst durch Sex heilen können (die anderen Chars erhalten dafür aber "Madness"), oder Necromingos (untote Flamingo-Nekromanten...). Auch git es eine "Amputationstabelle", welche bei verschiedenen Gelegenheiten herangezogen werden muss. Die einzelnen Kapitelüberschriften lesen sich wie die Titel eines Black Metal Albums :) Besonderheiten in der Spielführung gestalten das Abenteuer sehr abwechslungsreich. So muss man beispielsweise seine Marschroute genau planen, um zu ermittlen, ob man in irgendwelche Fallen getappt ist, und für manche Gegner gilt: Man sieht sieht sich immer zweimal. Die Regeln sind stellenweise etwas unklar, aber man kommt da mit etwas gesundem Menschenverstand trotzdem weiter. Die Grafiken sind ziemlich gut (der Zeichner ist in diesem Fall glücklicherweise nicht der Autor, außer beim hässlichen Cover).

Für mich steht 4AD mittlerweile auf der gleichen Stufe wie Fabled Lands und Lone Wolf.

Edit: Eine Sache hatte ich vergessen. Die Stärke der Gegner richtet sich leider nicht nach dem durchschnittlichen Level der Gruppe (wie z.B. bei Gloomhaven), sondern nach dem Charakter mit dem höchsten Level. Das könnte man natürlich durch eine Hausregel verbessern. Im Originalspiel ist es allerdings so, das immer gleichmäßig hochgelevelt werden sollte (dort spielt man aber auch nicht mit verstorbenen Charakteren verschiedener Level).
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Fred
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Four Against the Great Old Ones

Beitrag von Fred »

Ein generisches Abenteuerspielbuch aus der Four Against Serie mit dem Cthulhu-Mythos als Hintergrund. Die Regeln wurden etwas stromlinienförmiger gemacht, so dass das Mikromanagement einfacher wird. Die Grafiken sind größtenteils gut (außer dem Cover).

Man spielt eine Gruppe von vier Ermittlern unterschiedlicher Profession (Gangster, Professor, Okkultist, Spion, Privatdetektiv, Medium, Schwester, oder Weltkriegsveteran), welche innerhalb von 40 Tagen das Große Ritual zur Beschwörung eines Großen Alten verhindern muss, um die Welt zu retten.
Jede Aktion (Ermitteln, Helfer rekrutieren, neue Ermittler anwerben, Ausrüsten, Ausruhen, Reisen) kostet Zeit. Die Ermitler müssen drei Hinweise finden, um herauszufinden, wo das Ritual stattfinden wird und welche Entität beschworen werden soll. Ich hab gleich mit verringertem Schwierigkeitsgrad gespielt.

Mein Ermittlerteam bestand aus Aleister Crowley, Al Capone, Ernst Jünger und Mutter Teresa (sie hatte Ende der Zwanziger ja ihr Noviziat begonnen). Gleich in Boston warben sie zwei Doktoranden (vermutlich der Volkskunde) und einen Kapitän zu See an und überwältigten die Mitglieder eines unausprrlchln Kultes, wobei es Crowley gelang, sich in den Besitz eines verfluchten Dolches zu bringen. Im Atelier von Pickman wurden sie von einer Horde unsäglicher Ghule angegriffen, mit denen jedoch Capones Tommy Gun kurzen Prozess machte.

Das Team begab sich daraufhin in die Catskill Mountains, wo die degenerierten Nachkommen des Martense Clans sich als überwindliches Hindernis für die Ermittlung erwiesen. Es fanden sich Hinweise auf ein großes Labyrinth, in welchem der restliche Clan hausen sollte. Eine unfassbare Horde von schleimigen Affenmenschen wurde dort von den Ermittlern ebenfalls neutralisiert. In den Katakomben fand sich ein leuchtender Trapezoeder.

Die Ermittler reisten anschließend in den Großen Zypressensumpf im Südwesten, wo sie auf einem verlassenem Friedhof in einer Gruft mit einem undenkbaren Schrecken konfrontiert wurden. Bevor Crowley darüber den Verstand verlor, erfuhr er den ersten Hinweis auf das Große Ritual.

Auf der Reise nach Dunwich wurde Crowley langsam wieder Herr seiner Sinne. Der in Dunwich beheimatete Horror stellte sich als noch zu große Herausforderung für das Team dar, welches sich daher gleich weiter auf den Weg in die Hinterwälder des Nordosten machte.

Unter dem belastenden Gekreische der Ziegenmelker fanden die Ermittler in den Wäldern einen verborgenen Altar des Yog-Sothoth. Einheimische reagierten feindlich, wurden aber dauerhaft befriedet. In einer verlassenen Hütte entdeckte das Team ein verfluchtes Exemplar des Buches Eibon, welches Dank der beiden Doktoranden entschlüsselt werden konnte. Zusammen mit dem leuchtenden Trapezoeder ergab sich der zweite Hinweis auf das Große Ritual.

Das Team begab sich zunächst zurück in die Catskill Mountains, um dort zwei Minenarbeiter anzuheuern, und dann wieder nach Boston. Dort verließ Mutter Teresa das Team, um durch Albert Einstein ersetzt zu werden. Der Professor organisierte sogleich eine Elektronenröhre zur Bekämpfung unkörperlicher Wesen.

Dergleichen gerüstet machte sich das Team nun daran, das Grauen von Dunwich zu bezwingen. Dank der Zusammenarbeit von Crowley und Einstein, der auf dem Altar von Yog-Sothoth gefundenen Hinweise, sowie des Dynamits der Mineure und der Strahlen der Elektonenröhre konnte die unbeschreibliche Kreatur besiegt werden. Es ergab sich dadurch der dritte und letzte Hinweis auf das Große Ritual: Der Große Cthulhu selbst sollte auf dem aus den Fluten des Meeres aufgetauchtem R'lyeh beschworen werden.

Das Team reiste zunächst nach Chicago, um dort weitere Helfer anzuwerben und einen Flammenwerfer für Ernst Jünger zu organisieren. In San Francisco schifften sich die Ermittler dann nach R'lyeh ein.

Die unvorstellbare Geometrie dieses Ortes verwirrte den Geist der Ermittler nicht, und ein Avatar des Cthulhu verging im Feuer des Flammenwerfers. Crowley konnte daraufhin das Portal dauerhaft versiegeln, und die Welt war (wieder einmal) gerettet.

Ist ganz spaßig.
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Tom
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Re: Four Against

Beitrag von Tom »

ICh kenne nur die Fantasy Version und das ist nicht so das meinige. Hab nicht mitbekommen das es das auch für Cthulhu gibt. Vielen Dank, dann kommt ein weiteres Buch auf den Stapel, aber hey es ist der Mythos... :olol:
„A man of genius makes no mistakes. His errors are volitional and are the portals of discovery.”

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Fred
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Re: Four Against

Beitrag von Fred »

Tom hat geschrieben:
Mo 26. Apr 2021, 10:34
Vielen Dank, dann kommt ein weiteres Buch auf den Stapel, aber hey es ist der Mythos... :olol:
Ja diese Sammelleidenschaft :D
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Tom
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Re: Four Against

Beitrag von Tom »

Woher ich die nur habe? :) Verdammt Sammler und Jägergen als Rollenspieler.
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