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Lex Arcana

Verfasst: Mi 5. Feb 2020, 17:42
von Fred
Die Neuauflage von Lex Arcana wurde jetzt veröffentlicht. Das Setting ist historische Fantasy, eine Alternativwelt, in welcher das Römische Reich im Jahre 476 dank seiner mantischen Praktiken nicht vor dem Untergang steht, sondern seine alte Macht bewahrt hat. Das Reich wird allerdings von inneren und äußeren Feinden bedroht, welche über magische Fähigkeiten verfügen oder selbst übernatürlich sind. Die Spielerfiguren sind Mitglieder einer Spezialeinheit, die Rom vor diesen Feinden schützen soll.

Die Charakterklassen sind interessant: Es gibt nicht nur Kämpfer, Magier, Waldläufer („Explorer“) und Assassinen, sondern auch Gelehrte und Diplomaten. Gelehrte können z.B. Aufgaben als Detektive, Heiler, Ingenieure, Mythologen, Volkskundler etc. gleichzeitig übernehmen. Für Diplomaten gibt es detaillierte Regeln, wie von ihnen jeweils lokaler Support organisiert werden kann.
Jede Klasse hat eine besondere Fähigkeit im Kampf, so dass auch alle Klassen im Kampf nützlich sein können. Der Kämpfer hat die besondere Fähigkeit, einen weiteren Gegner gleichzeitig zu bekämpfen, so dass er Charaktere schützen kann, die weniger auf den Kampf ausgelegt sind.

Die Zauberei der Magier ist anfangs rein mantischer Natur, was ich sehr löblich finde. Den tatsächlichen historischen Ritualen (die knapp aber cool erläutert werden) werden dabei bestimmte Effekte zugeordnet. Im Verlauf der Charakterentwicklung können weitere Zauber gelernt werden, wobei die meisten davon jedoch koinzident (subtil) sind, wie es ja auch sein sollte. Die Magie ist untrennbar mit der Religion verbunden, für antike Settings eine Selbstverständlichkeit.

Jede Klasse ist einer anderen Gottheit des römischen Pantheons geweiht, wodurch die Charaktere einmal pro Abenteuer auf jeweils besonderen Weise das Schicksal zu ihren Gunsten wenden können.

Die Graphiken sind alle sehr gut. Das recht umfangreiche Bestiarium ist vollständig bebildert. Es gibt detaillierte Regeln um zu bestimmen, was die Charaktere genau über eine mythische Kreatur wissen. Jeder Gegner hat einen definierten Schwierigkeitsgrad, damit der Spielleiter nicht die Gruppe über-/oder unterfordert.

Es gibt recht umfangreiche Informationen zur Organisation und Geographie des römischen Reiches, sowie über die verschiedenen alltäglichen Lebensverhältnisse seiner Bürger.

Die Werte der Charakter geben an, wie viele Würfelflächen man bei einer Probe insgesamt einsetzen kann. Die Würfelkombination ist Spielersache. Mehr Würfel bedeuten natürlich im Schnitt sichere und etwas höhere Ergebnisse, aber wenig Würfel können bei schlechten Werten trotzdem gute Ergebnisse bringen. Außerdem darf man noch einmal Würfeln, wenn alle Würfel das höchste Ergebnis zeigen (vorausgesetzt, man hat noch die Gunst der Götter).

Macht auf mich einen sehr guten Eindruck.