Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Eine Idee für ein Abenteuer? Oder sogar ein ganzes Abenteuer? Dann hier rein!
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Minza
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Minza »

Fred hat geschrieben:
Sa 19. Okt 2019, 15:40
Natürlich wäre eine Kampagne im Universum von Orion's Arm hochinteressant. Zweifellos das anspruchvollste und am besten ausgearbeitete SF Setting überhaupt. Da es keine literarische oder cineastische Welt ist, hat es auch keine Schwachstellen und wäre daher sehr gut für ein RPG geeignet.
Wie meinst du das genau? Schließlich gibt es genügend Literatur dazu und ich weiß nicht, warum solche Vorlagen mit einer Schwachstelle verknüpft sind...?
Fred hat geschrieben:
Sa 19. Okt 2019, 20:31
Ggf. ebenfalls interessant als Setting wäre die Welt der Covenant-Zyklen. Der erste Zyklus ist noch eine Epigone von HdR, es ist jedoch keine EDO-Fantasy. Manchmal wird der Hintergrund als "gnostisch" bezeichnet, das erschließt sich mir jedoch nicht.
Solange mein Charakter niemanden mißbrauchen muss und dann ganze Kampagnen lang rumheult, er wäre das Opfer wegen seines Selbstmitleids, ist das okay :roll:
Ebenfalls zu berücksichtigen wäre die recht große Zivilität des Landes, die herkömmlichen RPG-Abenteuern kaum Raum bietet. Es wäre eher etwas für epische Kampagnen.
Ah, wo dus gerade sagst:


ich würde aus ersichtlichen Gründen auch gerne eine Dark Crystal Kampagne starten... und zwar entweder zur Zeit der urSkeksis oder zur Zeit vor dem Garthim Krieg (und derweil?). Und das ganze als reine Podling-Truppe 8-)
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Fred
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Fred »

Minza hat geschrieben:
So 20. Okt 2019, 12:05
Wie meinst du das genau? Schließlich gibt es genügend Literatur dazu und ich weiß nicht, warum solche Vorlagen mit einer Schwachstelle verknüpft sind...?
Literarische und cineastische Werke sind ja vor allem der Dramaturgie verpflichtet. Die Handlung muss zwar in erster Näherung plausibel sein, die imaginäre Hintergrundwelt muss aber dafür nicht konsistent sein (und ist es auch in den meisten Fällen nicht). Spielt keine Rolle für das Werk, weil die Handlung festgelegt ist. Im Rollenspiel ist das jedoch nicht der Fall.

Der Hintergrund der meisten SF und Fantasy Werke kann oft einfach auseinandergenommen werden. Wenn die Spieler Wert auf Dramaturgie legen, ist das kein Problem. Wenn sie aber die Gesetzmäßigkeiten der Spielwelt für die Handlung verwenden möchten, wird es problematisch, weil die Schwachstellen dann ad hoc durch (Meister)willkürliche Science Fantasy behoben werden müssen. Die Gestaltungsmöglichkeit der Spieler wird m.E. dadurch stark eingeschränkt und ihre Motivation verringert.

Beispiel Star Trek, Invasionsalarm. Spieler: "Computer, Eindringlinge in die Arrestzellen beamen" (mein Lieblinskommando von Picard). Meister: "Das geht nicht, weil die Eindringlinge - äähh - Theta-Quantenabsorber haben"- Spieler: "Computer, die Atemluft um die Eindringlinge herum wegbeamen, damit sie ohmächtig werden". Meister: "Ach ja, die Invasoren tragen Raumanzüge, glatt vergessen". Spieler: "Computer, Duranium aus der Schiffshülle um die Eindringlinge herumbeamen". Meister: "(blah sülz)". Usw., usw. (wer errät die nächsten Kommandos des Spielers? Die Möglichkeiten sind schier endlos). Die Transporter-Allmacht kann cineastisch ignoriert werden, im "Real Life" des Rollenspiels ist es aber nur schlecht durchdachte SF (klar, darum ging es ja auch nie in der Serie). Und wir haben noch gar nicht über Zeitreisen gesprochen...

Natürlich kann man versuchen, den Hintergrund fürs Rollenspiel gleich im Vorfeld zu fixen. Aber eine Welt, die von vornherein auf Plausibilität ausgelegt worden ist, hat erst keine zu reparierenden Schwachstellen.
Minza hat geschrieben:
So 20. Okt 2019, 12:05
Solange mein Charakter niemanden mißbrauchen muss und dann ganze Kampagnen lang rumheult, er wäre das Opfer wegen seines Selbstmitleids, ist das okay :roll:
Das und die Tatsache, dass die Protagonisten für eine Wegstrecke von 10 km gefühlte 500 Romanseiten benötigen, hat möglicherweise bislang eine Filmadaption verhindert.
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Minza »

Fred hat geschrieben:
So 20. Okt 2019, 23:36
Literarische und cineastische Werke sind ja vor allem der Dramaturgie verpflichtet. Die Handlung muss zwar in erster Näherung plausibel sein, die imaginäre Hintergrundwelt muss aber dafür nicht konsistent sein (und ist es auch in den meisten Fällen nicht). Spielt keine Rolle für das Werk, weil die Handlung festgelegt ist. Im Rollenspiel ist das jedoch nicht der Fall.
Sobald du aber ein Abenteuer drin gespielt hast, hast du ebenfalls solche Säulen errichtet, die dann nur noch schwer wegzudiskutieren sind. Wenn man es also als Schwachstelle sehen will: ein lebendiges Universum bekommt sie so oder so.
Zudem gibt es halt Kurzgeschichten dazu, insofern ist die Sache eh bereits gegessen ^^°
Natürlich kann man versuchen, den Hintergrund fürs Rollenspiel gleich im Vorfeld zu fixen. Aber eine Welt, die von vornherein auf Plausibilität ausgelegt worden ist, hat erst keine zu reparierenden Schwachstellen.
Da wären wir aber bei der Tatsache, dass "Pausiblität" eh so ne Sache ist. imo ist nichtmal die Realität immer und überall gleich plausibel. Schon soziale und psychologische Dinge sind derart abstrakt in manchen Fällen, dass solche Beispiele ständig aufgeführt werden können. Ein reines "wenn A zutrifft, wird B folgen" ist nicht möglich bzw dürfte auch für ein RPG komplett langweilig sein. Da ist mir das Beaming-Syndrom lieber, kommt mehr an das Chaos der Realität ran ;)
Minza hat geschrieben:
So 20. Okt 2019, 12:05
Das und die Tatsache, dass die Protagonisten für eine Wegstrecke von 10 km gefühlte 500 Romanseiten benötigen, hat möglicherweise bislang eine Filmadaption verhindert.
Wobei Wegstrecken schon immer der Knackpunkt an solchen Geschichten war. Tolkien hat sich da sehr mit beschäftigt und eine Barbara Strachey zB sehr darauf aufgebaut. Aber alle anderen, die das in den Mittelpunkt ihrer Geschichte stellten? Martin? Jordan? Ich? Vergiss es, das ist immer etwas seltsam. Wegstrecken in Fantasy-Geschichten ist der Horror ^^°
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Enwor

Beitrag von Fred »

Ich glaube, dass auch Enwor ein passables Setting abgeben könnte. Gute moderne Science Fantasy Settings sind schließlich selten. Satai, Veden, Quorrl, Sumpfmenschen, Errish etc. wären alles gute Charakterklassen für Sword & Sorcery. Man müsste sich vorher überlegen, welche von Hohlbeins "Plot"wendungen (die ja längst nicht alle besonders viel Sinn ergeben) man weglässt. Ideal wäre noch der Plot, demzufolge Enwor eine irdische postapokalyptische Science Fantasy Dystopie wäre, weil man dann auch Charity als Vorgeschichte mit einbauen könnte .
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Minza »

Fred hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 13:07
Man müsste sich vorher überlegen, welche von Hohlbeins "Plot"wendungen (die ja längst nicht alle besonders viel Sinn ergeben) man weglässt.
Da ich mit Hohlbein ziemlich schnell in meinem literarischen Leben gebrochen habe: welche Plotwendungen wären das? Kenne Enwor nur vom Hörensagen...
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Fred »

Minza hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 16:08
Da ich mit Hohlbein ziemlich schnell in meinem literarischen Leben gebrochen habe: welche Plotwendungen wären das? Kenne Enwor nur vom Hörensagen...
Hohlbein hat ziemlich viel Mist geschrieben, so viel ist klar. Sein Enwor ist aber für Fantasy durchaus ok (und für Science Fantasy sogar sehr gut), jedenfalls die ersten zehn Bände. Es fängt als reine Fantasy an und hört als reine SF auf, ein regelrechtes Kunststück.

Ich habe versucht, während des zweiten Lesens mit einer Art Mind Map den Überblick über den Plot zu bewahren, aber es ist mir nicht gelungen; es gibt zu viele unklare oder widersprüchliche Angaben.
Spoiler:
Der einfache Plot ist: Es kamen Aliens auf die Erde, und zunächst gab es eine friedliche Koexistenz mit den Menschen, die dann von den (natürlich!) bösen Menschen zunichte gemacht wurde. Im Verlauf des Krieges der "Sterngeborenen" (Aliens) mit den "Alten" (Menschen) wurde die Erde verwüstet.

Ein späterer Plot ist: Die Geschichte spielt gar nicht auf der Erde. Die Menschen sind die Sterngeborenen und haben im Rahmen ihrer Invasion den Planeten terraformiert. Die Ureinwohner (?) haben Echsen-Uplifts (Quorrl) gegen die Menschen eingesetzt.
Ein guter (wenngleich konventioneller) Plot fürs Rollenspiel wäre ggf.: Die Sterngeborenen (Moroni) kamen zur Zeit von Charity als Invasoren auf die Erde. Lange Zeit danach spielt dann die Handlung auf der nunmehr verwüsteten Erde (Enwor).
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Minza »

Fred hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 17:09
Spoiler:
Der einfache Plot ist: Es kamen Aliens auf die Erde, und zunächst gab es eine friedliche Koexistenz mit den Menschen, die dann von den (natürlich!) bösen Menschen zunichte gemacht wurde. Im Verlauf des Krieges der "Sterngeborenen" (Aliens) mit den "Alten" (Menschen) wurde die Erde verwüstet.

Ein späterer Plot ist: Die Geschichte spielt gar nicht auf der Erde. Die Menschen sind die Sterngeborenen und haben im Rahmen ihrer Invasion den Planeten terraformiert. Die Ureinwohner (?) haben Echsen-Uplifts (Quorrl) gegen die Menschen eingesetzt.
Sollte das ein im Voraus geplanter Twist sein oder hat er da mitten beim Schreiben umkonzipiert? Weiß man da was? Klingt ja schräg...
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Fred »

Minza hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 17:13
Sollte das ein im Voraus geplanter Twist sein oder hat er da mitten beim Schreiben umkonzipiert? Weiß man da was? Klingt ja schräg...
Ich glaube er wollte möglichst viele Bände mit einer Art Cliffhanger-Offenbarung als Twist abschließen. Jedenfalls fängt es so bereits beim ersten Band an. Geplant waren die späteren Twists dann aber bestimmt nicht von Anfang an, er wollte wohl nur dramatische neue Wendungen einführen.
Dann hat er meiner Meinung nach aber irgendwann komplett den Überblick verloren :P
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Re: Unerforschte Weiten - Ungespielte Welten

Beitrag von Minza »

Fred hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 17:32
Ich glaube er wollte möglichst viele Bände mit einer Art Cliffhanger-Offenbarung als Twist abschließen. Jedenfalls fängt es so bereits beim ersten Band an. Geplant waren die späteren Twists dann aber bestimmt nicht von Anfang an, er wollte wohl nur dramatische neue Wendungen einführen.
Dann hat er meiner Meinung nach aber irgendwann komplett den Überblick verloren :P
Oi... ich weiß schon, warum ich meine alten Hohlbein Werke der Hortbibliothek vermacht habe. Danke für die Erläuterung, Fred ^^
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Beitrag von Fred »

Farmers World of Tiers wäre ebenfalls ein super Hintergrund. Die Spieler könnten Lords sein, die ihre eigenen (Mini)Universen geschaffen haben, oder normale Menschen, die in eine dieser Welten hineingestolpert sind. Idealerweise wäre das natürlich die World of Tiers, weil deren Bewohner ja aus den verschiedensten Epochen der Menscheit stammen.
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